„Der nächste Winter kommt bestimmt“

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Das Straßenbauamt hat eine ansteuerbare Schneekettenbeschilderung an der der B 462 in Schramberg installiert. Fünf Warntafeln informieren Lastwagenfahrer.

„Alle Jahre wieder“ kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch das Chaos auf der Bundesstraße zwischen der Talstadt und dem Sulgen. Kaum fällt der erste Schnee, stehen Lastzüge kreuz und quer auf der teilweise ja vierspurig ausgebauten Strecke. Der Grund: Die Fahrer kommen unvorbereitet, teilweise noch mit Sommerreife,n an und bewältigen dann die schneeglatte Steigung hinauf nach Sulgen nicht. Oder umgekehrt: Sie können ihre schweren Fahrzeuge talabwärts nicht mehr kontrollieren.

Im Oktober hat die Straßenmeisterei deshalb Warnanlagen installieren lassen. Jetzt sind sie startklar.

Ende Oktober fehlte noch die PV-Anlage für die Stromversorgung. Foto: him

Am Mittwoch haben Timo Vosseler vom Straßenbauamt des Landkreises Rottweil und Sigmund Villing von der Straßenmeisterei Sulgen eine der Anlagen beim „Aldi“ am Hammergraben vorgestellt. Wie Vosseler erläuterte, komme es „trotz eines effektiven Winterdienstes bei entsprechenden Wetterlagen vor, dass für den Abschnitt der B 462 zwischen der Talstadt Schramberg und dem Stadtteil Sulgen in beide Fahrtrichtungen eine Schneekettenpflicht für Lastkraftwagen mit Anhänger sowie Sattelkraftfahrzeuge erlassen werden muss“.

Die neue Anlage löst die normalen Klappschilder ab, die Mitarbeiter der Straßenmeisterei oder die Polizei geöffnet hätten, wenn Schneekettenpflicht galt. Das Problem: Wenn es so stark geschneit hat, dass Schneekettenpflicht angeordnet werden musste, seien „weder die Polizei, noch die Straßenmeisterei personell in der Lage“, die Verkehrszeichen und deren verschiedene Standorte anzufahren und die Schilder umzuklappen, erläutert Vosseler.

Alte Klappschilder ersetzt

Weil die bisherigen Verkehrszeichen in die Jahre gekommen und teilweise auch beschädigt waren, hatte das Landratsamt über das Regierungspräsidium beim Bund die für die Erneuerung der Verkehrszeichen erforderlichen Mittel beantragt und auch genehmigt bekommen. Das Geld stamme aus dem „Investitionsprogramm Straßenausstattung“.

Ziel dieses Investitionsprogramms sei unter anderem, die Schilder so zu gestalten dass sie insbesondere bei Dunkelheit und Nässe besser zu erkennen seien und so einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten. Alle fünf Anlagen kosten mit Installation an die 50.000 Euro, schätzt Villing.

Die alten Klappschilder waren auch schon mal im Mai geöffnet. Archivaufnahme aus dem Jahr 2009: him

Moderne Technik hilft

Die neuen Verkehrszeichen sind mit einer „Prismenwendertechnik“ ausgestattet. Im Normalfall ist die Anlage im neutralen „verkehrsgrau“ gehalten. Erst bei Schneekettenpflicht drehen sich die Prismen und das blaue Gebotsschild erscheint.

Außerdem sind oben zwei LED-Blinker angebracht, die gerade bei schlechten Sichtverhältnissen für eine erhöhte Erkennbarkeit sorgen. „Die Anlagen werden über Solarmodule und entsprechenden Pufferbatterien autark mit Energie versorgt“, erläutert Vosseler. Die Ansteuerung der einzelnen Verkehrszeichen erfolge über das Mobilfunknetz. Niemand muss mehr vor Ort die Schilder ein oder ausschalten und es würden so „keine Einsatzkräfte mehr gebunden“.

Rechtzeitige Warnung

Die fünf Anlagen stehen in der Talstadt bei Aldi und am Paradiesplatz. Auf dem Sulgen bei der Heuwies und bei der Abfahrt AHG/Sulgen. Im Tal sollen die LKW-Fahrer notfalls auf der rechten Spur halten und die Schneeketten aufziehen können. Auch an der Heuwies bestünde eine Ausweichstelle, wo die Schneeketten angebracht werden könnten. Eine fünfte Anlage steht an der Abfahrt Haldenhof für die LKWs, die von Sulgen kommend auf die B 462 Richtung Tal fahren wollen, so Villing.

Seit kurzem sind die Schilder also installiert und angeschlossen. Nun kann also nicht nur das Christkind, sondern auch der Winter kommen.

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