Betrug? Werbeagentur hat OB- Kandidaten Caroli angezeigt

Caroli: Rechnung zahlen sei "ein administrativer Akt"

Eine Betrugsanzeige hat sich der dritte Bewerber um das Amt des Schramberger Oberbürgermeisters Dirk Caroli eingehandelt. Eine Schramberger Werbeagentur hat ihn angezeigt, weil „er Waren und Dienstleistungen sowie Anwalts und Gerichtskosten im mittleren vierstelligen Bereich nicht bezahlt“ habe. Das hat der Agenturbetreiber, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, der NRWZ bestätigt.

Der Kandidat habe schon bei der Auftragsvergabe eigentlich wissen müssen, dass er die Rechnung nicht werde bezahlen können. Das sei „verhältnismäßig wasserdicht“ nachzuweisen, so der geprellte Werber. Ein Blick ins Schuldnerverzeichnis zeige dies.

Caroli: Detaillierte Rechnung fehlt

Darauf angesprochen versichert Caroli, die Summe habe eigentlich viel  niedriger gelegen, bei etwa 1500 Euro. Die Agentur habe eine Rechnung geschickt ohne die Einzelposten aufzulisten. “Damit habe ich nichts anfangen können und habe deshalb eine detaillierte Rechnung erbeten, nicht nur einen Zettel, auf dem der Betrag x steht“, so Caroli. Der geforderte Betrag sei in seinem Wahlkampfbudget vorgesehen gewesen und dieses Budget habe er nicht überzogen. Das Bezahlen der Rechnung sei bloß „ein administrativer Akt“. Die ganze Geschichte sei eigentlich nicht berichtenswert.








Bislang nicht bezahlt: Der Wahlkampfflyer des Kandidaten Caroli. Vorlage: Stadtarchiv Schramberg

Carolis  Erklärung mit der fehlenden ungenauen Rechnung wiederum will der Agenturbetreiber nicht auf sich sitzen lassen: „Das ist eine freche Lüge.“ Selbstverständlich habe er eine detaillierte Rechnung gestellt. (Die NRWZ hat die Rechnung gesehen, sie ist recht detailiert.) „Ich warte seit einem halben Jahr auf mein Geld.“ Immer wieder sei man im Kontakt miteinander gewesen. Als er das Wort Betrug ins Gespräch brachte, habe Caroli erklärt, er könne auch anders. Seither kommuniziere er nur noch über seinen Anwalt.

Info: Caroli stammt aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Dort war er zeitweise für die AfD im Gemeinderat von Villingen-Schwenningen und wechselte dann zur FDP.

 

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