Es wird nach wie vor geschafft und gelagert: Das Gelände von Container Matt am Rappenfelsen. Foto: him

In jüngs­ter Zeit häu­fen sich offen­bar Zei­tungs­ar­ti­kel und Kar­ri­ka­tu­ren in der ein­zi­gen loka­len Tages­zei­tung in Schram­berg, in denen das Han­deln der Stadt­ver­wal­tung kri­ti­siert wird. Bis­lang hat sich die Stdt­ver­wal­tung mit Berich­ti­gun­gen zurück­ge­hal­ten. Zu einem Arti­kel des Schwarz­wäl­der Boten „Gna­den­frist gna­den­los abge­schmet­tert“ vom Mitt­woch, 19. Dezem­berg 2018, (online unter einem ande­ren Titel erschie­nen) nimmt die Stadt Schram­berg nun aber aus­führ­lich Stel­lung. Wir doku­men­tie­ren die Stel­lung­nah­me im Wort­laut, damit sich unse­re Leser ein eige­nes Bild machen kön­nen:

Auf­grund der nega­ti­ven und unge­nü­gend recher­chier­ten Bericht­erstat­tung im Lokal­teil des Schwarz­wäl­der Boten, sieht sich die Stadt­ver­wal­tung Schram­berg gezwun­gen, Inter­na zu Ver­trags­ver­hält­nis­sen mit Geschäfts­part­nern öffent­lich zu machen. Das ent­spricht nicht dem Stil der Stadt­ver­wal­tung Schram­berg und ist bedau­er­lich.

  • Die Stadt Schram­berg hat­te mit der Fir­ma Con­tai­ner Matt einen Pacht­ver­trag über die Flä­che am Stand­ort Am Rap­pen­fel­sen geschlos­sen. Das Grund­stück hat­te die Stadt Schram­berg im Jahr 2000 von der Deut­schen Bahn als Ent­wick­lungs­flä­che für die Tal­um­fah­rung Schram­berg erwor­ben.
  • Im Pacht­ver­trag vom 24./31.01.2003 wur­de eine sechs­mo­na­ti­ge Kün­di­gungs­frist ver­ein­bart. Unter § 11 „Rück­ga­be des Pacht­grund­stü­ckes“ ist unter ande­rem gere­gelt: „…Ins­be­son­de­re hat die Päch­te­rin sämt­li­che Gebäu­de (ohne Fun­da­men­te), Auf­bau­ten und Ein­rich­tun­gen ein­schließ­lich Ein­frie­dung ohne Ent­schä­di­gung auf ihre Kos­ten zu ent­fer­nen.“
  • Nach tele­fo­ni­scher Ankün­di­gung wur­de in einem per­sön­li­chen Gespräch am 15.12.2014 sei­tens der Stadt die Kün­di­gung des Pacht­ver­tra­ges zum 30.06.2015 aus­ge­spro­chen. Als Grün­de wur­den der unor­dent­li­che Zustand der Pacht­flä­che sowie die erfor­der­li­che Flä­chen­ver­füg­bar­keit für die Rea­li­sie­rung der Tal­um­fah­rung genannt. Dies wur­de auch von der Kom­mu­nal­po­li­tik sowie der Stadt­ge­sell­schaft ver­mehrt gefor­dert.
  • Nach der Kün­di­gung wur­de der Fir­ma Matt ein Kon­takt zu einem Grund­ei­gen­tü­mer im Gewer­be­ge­biet Bram­bach im Stadt­teil Sul­gen ver­mit­telt, um den Betrieb dort­hin zu ver­la­gern.
  • Nach­dem eine Ver­la­ge­rung bis zum Pach­ten­de am 30.06.2015 man­gels einer Geneh­mi­gung nach dem Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­setz für das Grund­stück im Gewer­be­ge­biet Bram­bach nicht mög­lich war, ver­län­ger­te der Ver­wal­tungs­aus­schuss des Gemein­de­rats in sei­ner Sit­zung am 17.09.2015 auf Vor­schlag der Stadt­ver­wal­tung die Räu­mungs­frist um ein Jahr bis zum 30.06.2016. In die­ser Sit­zung wur­de fol­gen­der Beschluss gefasst: „Der Fir­ma Matt wird eine Ver­län­ge­rung der Räu­mungs­frist für die Ein­ho­lung einer BImSch-Geneh­mi­gung auf dem Alter­na­tiv­ge­län­de gewährt, maxi­mal jedoch bis zum 30. Juni 2016. Vor­aus­set­zung hier­für ist eine sofor­ti­ge Her­stel­lung eines optisch ein­wand­frei­en Zustands. Zur Defi­ni­ti­on des opti­schen Zustands wer­den bei­de Ver­trags­par­tei­en einen Orts­ter­min ver­ein­ba­ren, die Abspra­chen in Wort und Bild fest­hal­ten. Des Wei­te­ren ist ein Zeit­plan mit Ein­zel­schrit­ten bis zum Bezug der Fir­ma Matt auf dem Gelän­de im Bram­bach zu erstel­len. Wenn die­se Schrit­te nicht ein­ge­hal­ten wer­den, ist zu räu­men.“
  • Da bis zum 30.06.2016 kei­ne Räu­mung des Pacht­grund­stücks erfolg­te, wur­de der Fir­ma Matt eine letz­te Frist auf den 17.08.2016 gesetzt. Da auch die­se Frist nicht ein­ge­hal­ten wur­de, erhob die Stadt am 19.08.2016 Räu­mungs­kla­ge.
  • In der münd­li­chen Ver­hand­lung am 09.08.2017 vor dem Land­ge­richt Rott­weil schlos­sen die Stadt Schram­berg und die Fir­ma Matt einen Ver­gleich, der u.a. fol­gen­des beinhal­te­te: Die Beklag­te ent­fernt bis zum 31.05.2018 auf der gemie­te­ten Teil­flä­che des Flur­stücks 2601/1 – Gemar­kung Schram­berg – sämt­li­che Gebäu­de (ohne Fun­da­men­te), Auf­bau­ten und Ein­rich­tun­gen mit Aus­nah­me der Waa­ge, des Gas­tanks und der Ein­frie­dun­gen. Die Beklag­te räumt und gibt die im süd­li­chen Bereich des Flur­stücks Nr. 2601/1 – Gemar­kung Schram­berg – gele­ge­ne Teil­flä­che von 4.430 m² nach dem, dem Pro­to­koll ange­füg­ten Lichtbild/Draufsicht – dort rot umran­det – zum 30.11.2018 zurück.
  • Bereits die Ein­hal­tung der Frist zum 31.05.2018 muss­te ange­mahnt wer­den. Die Räu­mungs­frist zum 30.11.2018 wur­de eben­falls nicht ein­ge­hal­ten. Zur Ver­mei­dung mög­li­cher Voll­stre­ckungs­maß­nah­men wur­de der Fir­ma Matt erneut Zeit bis 31.12.2018 Zeit gege­ben.
  • Aus Sicht der Stadt­ver­wal­tung hat­te die Fir­ma Matt fast vier Jah­re Zeit, den Stand­ort Am Rap­pen­fel­sen zu räu­men. Fer­ner hat­te die Fir­ma Matt aus­rei­chend Zeit eine ent­spre­chen­de BImSch-Geneh­mi­gung für einen Alter­na­tiv­stand­ort ein­zu­ho­len. Laut Zei­tungs­be­rich­ten war sie aber nicht bereit im Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren not­wen­di­ge Gut­ach­ten vor­zu­le­gen. Zustän­di­ge Behör­de für die­se Geneh­mi­gung ist das Land­rats­amt Rott­weil.
  • Bezüg­lich einer wei­te­ren Alter­na­tiv­flä­che im Indus­trie­park See­dorf-Wald­mös­si­gen wur­de der Fir­ma Matt immer kom­mu­ni­ziert, dass die mög­li­che Flä­che für ein ande­res Unter­neh­men reser­viert sei und die Ver­hand­lun­gen sich noch hin­zö­gen.
  • Die Stadt Schram­berg, respek­ti­ve der Städ­ti­sche Bau­hof, ent­sorgt ihren anfal­len­den Müll nun­mehr bei ande­ren geeig­ne­ten Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men.
Anlass für die Stel­lung­nah­me der Stadt­ver­wal­tung.

Die NRWZ berich­tet in der Wochen­end­aus­ga­be noch aus­führ­lich, auch über ein – recht kur­zes – Gespräch mit der Con­tai­ner-Matt Geschäfts­füh­re­rin Susan­ne Stes­ter.