Das Auto- und Uhren­mu­se­um Erfin­der­Zei­ten hat jetzt einen „Emo­ti­ons­ver­stär­ker“: Muse­ums­lei­ter Harald Bur­ger und Mat­thi­as Schnei­der von der Ten­nen­bron­ner Fir­ma Schnei­der haben das „blu­kii info“-Projekt am Don­ners­tag vor­ge­stellt. „Mit der neu­en Tech­no­lo­gie kön­nen wir zu aus­ge­wähl­ten Aus­stel­lungs­stü­cken digi­ta­le Inhal­te ver­füg­bar machen“, erläu­tert Bur­ger.

Wie geht’s? Im Inter­net sind zahl­lo­se Fil­me, Ton­do­ku­men­te und Bil­der zu fin­den, die sich jeder per Smart­pho­ne oder Tablet run­ter laden und anschau­en kann. An etwa 20 Objek­ten im Muse­um befin­den sich beson­de­re Auf­stel­ler, an denen ein klei­nes Käst­chen ange­bracht ist, ein blu­kii beacon. „Die­ser ‚Leucht­turm‘ sen­det eine ID-Num­mer an das Smart­pho­ne, wenn die­ses die blu­kii-App gespei­chert hat“, erläu­tert Schnei­der. Über WLAN fin­det das Smart­pho­ne dann auto­ma­tisch den dazu gehö­ri­gen Film oder Infor­ma­ti­ons­text im Netz. „Es ist wie ein elek­tro­ni­scher Fly­er.“

Digitalsparte von Schneider

Seit 2010 arbei­tet eine Toch­ter­fir­ma des Schreib­ge­rä­te­her­stel­lers Schnei­der an der blu­kii-Tech­no­lo­gie. Vor gut vier Jah­ren begann die Zusam­men­ar­beit mit dem Schram­ber­ger Muse­um für die­ses Pilot­pro­jekt. „Wir haben seit­her vie­le Erfah­rungs­schlei­fen mit­ge­macht“, erin­nert sich Schnei­der. „Es ist erstaun­lich, auf wie vie­le Hür­den man da stößt.“
Eine Hür­de ließ sich mit Hil­fe von Schnei­der über­win­den: Das gesam­te Muse­um ist mit WLAN aus­ge­stat­tet.

Mit dem blu­kii im Muse­um (von links): Bär­bel von Zep­pe­lin (ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­te­rin), Lenn­art Fleig, Mat­thi­as Schnei­der (bei­de Fir­ma Schnei­der) Muse­ums­lei­ter Harald Bur­ger und Ayline Liedt­ke (Stadt Schram­berg).
Foto: him

Ande­re Din­ge lern­ten die Muse­ums­leu­te aus Erfah­rung. Ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter um Bär­bel von Zep­pe­lin und Hart­mut Link bega­ben sich auf die Suche nach pas­sen­den Inhal­ten im Inter­net. Bei ers­ten Tests stell­te sich her­aus, dass vie­le Fil­me viel zu lang waren für die Nut­zer. Extrem­bei­spiel: Ein 40-Minu­ten-Film über die Nach­kriegs­zeit. Das woll­te kei­ner anschau­en. „Ein bis maxi­mal zwei Minu­ten lang sind die aus­ge­wähl­ten Fil­me heu­te“, berich­tet Lenn­art Fleig, der für die Fir­ma Schnei­der das Pro­jekt im Muse­um mit ent­wi­ckelt hat und betreut.

Infos auch auf englisch und französisch

Die Erklä­run­gen zu den Muse­ums­stü­cken kön­nen aus­län­di­sche Besu­cher sich auf eng­lisch oder fran­zö­sisch aufs Smart­pho­ne holen. „Wer ein fran­zö­si­sches Smart­pho­ne hat, bekommt die Infos und Fil­me auto­ma­tisch auf fran­zö­sisch“, weiß von Zep­pe­lin. Dass sich sein Muse­um an die­ses neue Ver­fah­ren gewagt hat, sei eigent­lich klar, so Bur­ger: „Wir sind ein Tech­nik­mu­se­um auf Blut, Schweiß und Trä­nen auf­ge­baut.“ Da gehö­re es dazu, selbst wie­der etwas Neu­es aus­zu­pro­bie­ren.

Ideal fürs Stadtmarketing

Schnei­der schwe­ben noch vie­le ande­re Mög­lich­kei­ten vor: Wenn die Leu­te durch die Stadt schlen­dern, könn­te sich die blu­kii-App mel­den und über eine Sehens­wür­dig­keit, an der man gera­de vor­bei kommt, infor­mie­ren. Oder Geschäf­te bie­ten Son­der­an­ge­bo­te an. „Oder die Spei­se­kar­te taucht auf Ihrem Han­dy auf, wenn Sie in ein Lokal gehen.“ Noch ist das Zukunfts­mu­sik, auch weil nicht über­all frei­es WLAN ver­füg­bar ist, aber für das Stadt­mar­ke­ting sicher eine pfif­fi­ge Idee, fin­det Ayline Liedt­ke, seit kur­zem für Tou­ris­mus und Stadt­mar­ke­ting im Schram­ber­ger Rat­haus ver­ant­wort­lich.

Mat­thi­as Schnei­der (rechts) zeigt dem Jour­na­lis­ten Johan­nes Frit­sche, wie blu­kii funk­tio­niert. Der blu­kii-Beacon befin­det sich auf der Rück­sei­te der Info­ta­fel. Foto: him

In Ten­nen­bronn ent­wi­ckelt sich der neue Geschäfts­be­reich „zur Digi­tal­spar­te von Schnei­der“, berich­tet Mat­thi­as Schnei­der. Er freut sich, dass in Schram­berg auch das Jung­hans-Ter­ras­sen­bau-Muse­um auf die neue blu­kii-Tech­nik setzt. Wei­te­re Pro­jek­te in Karls­ru­he ste­hen gra­de an: Unter ande­rem ein blu­kii-Spa­zier­gang zum The­ma Bau­haus-Archi­tek­tur.

Info: Wer kein Smart­pho­ne besitzt oder sich die App nicht auf sein Gerät laden möch­te, kann im Muse­um, auch ein Tablet aus­lei­hen. Über die blu­kii-Tech­nik mehr unter blukii.com.