Die Außenstelle Kirchplatz des Kindergartens Eckenhof. Foto: him

Schram­berg. Ein­mal im Jahr haben die Gemein­de- und Ort­schafts­rä­te in Schram­berg das The­ma ”Anpas­sung der Eltern­bei­trä­ge für die Kin­der­gär­ten und Kin­der­krip­pen” auf dem Tisch. Mit ”Anpas­sung” ist die Ver­teue­rung für die Eltern gemeint.

In der Vor­la­ge für die Ort­schafts­rä­te Wald­möss­sin­gen und Ten­nen­bronn sowie den Ver­wal­tungs­aus­schuss und den Gemein­de­rat schreibt Abtei­lungs­lei­te­rin Kers­tin Flaig: ”Vor dem Hin­ter­grund des Gute-Kita-Gesetz­tes und der Dis­kus­si­on um eine mög­li­che Bei­trags­frei­heit haben sich die vier Kir­chen mit ihren Ver­bän­den und die kom­mu­na­len Lan­des­ver­bän­de auf eine Emp­feh­lung für zunächst ein Jahr ver­stän­digt und sich für eine Stei­ge­rung im übli­chen Rah­men in Höhe von drei Pro­zent aus­ge­spro­chen. Somit hal­ten alle Betei­lig­ten an der Eini­gung fest, in Baden-Würt­tem­berg einen Kos­ten­de­ckungs­grad von 20 Pro­zent der Betriebs­aus­ga­ben von Kin­der­ta­ges­sät­ten durch Eltern­be­tei­li­gung anzu­stre­ben.”

Und wei­ter: ”In unse­ren Kin­der­gar­ten­ver­trä­gen mit den Kir­chen­ge­mein­den ist fest­ge­schrie­ben, dass der Eltern­bei­trag grund­sätz­lich min­des­tens in der Höhe eines even­tu­ell bestehen­den Lan­des­richt­sat­zes ange­passt wird.” Der Kos­ten­de­ckungs­grad von 20 Pro­zent wird, wie Kers­tin Flaig, in den Gre­mi­en berich­te­te in Schram­berg nicht erreicht. Laut ihren Zah­len beträgt der Deckungs­satz mit den neu­en Sät­zen im Jahr 2019 rund 16,5 Pro­zent und im Jahr 2020 rund 17,5 Pro­zent. Eine Erhö­hung um drei Pro­zent bedeu­tet in Schram­berg Mehr­ein­nah­men von 40.000 Euro.

Wäh­rend Roland Wei­ßer (UBL) im Ort­schafts­rat Wald­mös­sin­gen auf die zuneh­men­de finan­zi­el­le Belas­tung der Eltern – auch im Ver­gleich zur Lohn­ent­wick­lung – hin­wies, gab es dort eine Ent­hal­tung. In Ten­nen­bronn stimm­ten die bei­den BDU-Ort­schafts­rä­te Moni­ka Kal­ten­ba­cher und Rein­hard Gün­ter gegen die Erhö­hung, die ande­ren Ten­nen­bron­ner Ort­schafts­rä­te stimm­ten zu. Gün­ter erin­ner­te dar­an, dass SPD/Buntspecht bereits im ver­gan­ge­nen Jahr im Gemein­de­rat gegen die dama­li­ge Erhö­hung um drei Pro­zent gestimmt habe. Er begrün­de­te dies damit, dass man eine gene­rel­le Bei­trags­frei­heit anstre­be.

Gleich argu­men­tier­te im Ver­wal­tungs­aus­schuss auch die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de von SPD/Buntspecht, Tan­ja Wit­kow­ski: ”Es wird von Fami­li­en­freund­lich­keit gere­det und den­noch wer­den jedes Jahr die Gebüh­ren erhöht.” Sie mach­te deut­lich, dass SPD/Buntspecht hin­ter der For­de­rung der Lan­des-SPD nach einer gene­rel­len Gebüh­ren­frei­heit bei den Kitas steht, die durch das Land zu finan­zie­ren ist. Die Kitas sei­en Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und wich­tig für die früh­kind­li­che Bil­dung. Eben­falls abge­lehnt wur­de die neu­er­li­che Gebüh­ren­er­hö­hung von Bernd Rich­ter (ÖDP). Tho­mas Brant­ner (CDU) nahm die sozia­le Kom­po­nen­te bei den Gering­ver­die­nern in den Blick und for­der­te, die­se zu über­prü­fen, da sie in der aktu­el­len Form nicht grei­fe.

Am Ende stimm­te der Ver­wal­tungs­aus­schuss mit sie­ben zu drei Stim­men für die Gebüh­ren­er­hö­hung. Das letz­te Wort hat am Don­ners­tag, 25. Juli, der Gemein­de­rat.