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Freitag, 25. September 2020

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„OneCoin“: Ignatov muss weiter singen (NRWZ.de+)

Das Verfahren gegen "Konsti Keks" läuft weiter, seine Schwester Ruja bleibt verschwunden.

Am 8. Juli wird Konstantin Ignatov von einem geheimen Ort nach Manhattan kommen. Im Southern District Court will Richter Edgardo Ramos dann sein Urteil in seinem Strafverfahren verkünden. Ignatov war zuletzt Chef der OneCoin-Firmen, einer mutmaßlichen Schwindelorganisation gigantischen Ausmaßes, die viele Milliarden US-Dollar mit einer angeblichen Krypowährung, eben OneCoin, abgegriffen haben soll. (Die NRWZ hat mehrfach berichtet).

Die „OneCoin“-Firma hatte Ruja Ignatova 2014 gegründet. Sie war wie ihr Bruder in Schramberg zur Schule  gegangen und hatte am Gymnasium 1999 ihr Abitur gemacht.

Hier in der Marktstraße 11 wohnten die Ignatovs in den 1990er Jahren Foto: him

Sie war im Oktober 2017 von Sofia nach Athen geflogen und spurlos untergetaucht. Frank Schneider, einer ihrer Sicherheitsleute hatte ihr berichtet, dass das FBI die Wohnung ihres Geliebten und Helfers Gilbert Armenta in Florida verwanzt hatte. Das FBI hatte damals mitgeschnitten, wie Ruja daraufhin Armenta am Telefon als „rückgratloses Arschloch“ beschimpft hat.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft Konstantin Ignatov eine ganze Latte von Straftaten vorgeworfen, die ihm bis zu 90 Jahre Knast hätten einbringen können. Doch dann hat „Konsti Keks“, wie ihn seine Schramberger Kumpels nannten, einen Deal mit  den Anklägern ausgehandelt und er hat als Kronzeuge gegen einen der OneCoin-Geldwäscher ausgesagt.

Dieser noch nicht rechtskräftig verurteilte Geldwäscher, der Anwalt Mark Scott aus Florida, soll 400 Millionen Dollar für Ruja über verschiedene Banken unter anderem in Irland gewaschen und dafür 50 Millionen Dollar kassiert haben.

Mark Scott nach seiner Verhaftung auf einem Polizeifoto. Quelle: Inner City Press

Ihn hatte ein Geschworenengericht Ende 2019 schuldig gesprochen. Scott wartet unter Hausarrest in seiner Villa in Florida auf das Strafmaß. Es soll nun am 14. Juli verkündet werden, melden US-Medien. Gleichzeitig versuchen seine Anwälte eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen.

Konstantin Ignatov durfte am 13. März das Gefängnis verlassen (wir haben berichtet). Das jedenfalls zeigt ein Dokument. Ob er wirklich draußen ist, oder nur in einem besonderen, geheimen Teil eines Gefängnisses untergebracht ist, ist unklar.

Wo ist Konsti Keks wirklich?

Das US- Bundeszeugenschutzprogramm, kurz WITSEC  ist eine besondere Form des Schutzes für Häftlinge. Es unterscheide sich nur wenig vom normalen Knast, so ein Fachmann. Teil seines Deals war, dass Ignatov  mit seiner Verlobten und dem gemeinsamen Baby irgendwo in den USA in ein solches Programm aufgenommen wird.

Das ist die Bestätigung: Konsti Keks ist – offiziell – nicht mehr in einem US-Gefängnis. Screenshot: him

Nach der „Freilassung“ hatte der New Yorker Gerichtsreporter Mark Russel Lee sich in seinem Blog gewundert, dass über das Urteil nichts angekündigt wurde. Inzwischen ist klar: Es gab noch kein Urteil gegen Ignatov. Am 7. April hat Richter Ramos die Urteilsverkündung auf den 8. Juli festgelegt. Tags zuvor hatte die Staatsanwaltschaft um eine Verschiebung des eigentlich für den 8. April geplanten Urteilstermin gebeten.

Sebastian Greenwood soll mehr als eine Milliarde Dollar erschwindelt haben

Der Grund: Gegen einen weiteren OneCoin-Boss hat die Staatsanwaltschaft Anklage unter anderem wegen Überweisungsbetrugs („Wire fraud“), Verschwörung zum Überweisungsbetrug und Geldwäsche erhoben:

Auszug aus der Anklageschrift gegen Karl Sebastian Greenwood. Screenshot: him

Im Verfahren „United States v. Karl Sebastian Greenwood, S5 17 Cr. 630” wirft ihm  die Staatsanwaltschaft vor, er habe  zwischen 2014 und Januar  2018 Menschen mittels Vortäuschung und falscher Angaben „auf der ganzen Welt“ dazu verleitet, auch im südlichen Bezirk von New York, in OneCoin, eine angebliche Cryptowährung, zu investieren und ihnen gezeigt, wie sie ihr Geld auf OneCoin Konten überweisen können. Auf diese Weise seien „mehr als eine Milliarde US Dollar“ auf OneCoin-Konten gelangt, heißt es in der Anklage von Geoffrey S. Berman, United States Attorney im  Southern District von New York.

Außerdem habe Greenwood diese Gelder anschließend über Konten in und außerhalb der USA hin und her geschoben und so „gewaschen“. Greenwood war im November 2018 in Thailand verhaftet und später an die USA ausgeliefert worden. Der Schwede sitzt seither im Metropolitan Correctional Center in New York. Nun soll auch ihm der Prozess gemacht werden.

Greenwood, die „magische Verkaufsmaschine“

Festlich: Ruja Ignatova und Sebastian Greenwood. Screenshot. him

Greenwood gilt als Miterfinder des OneCoin-Projekts und rechte Hand von Ruja Ignatova. Im Durchsuchungsbefehl für Scotts Anwesen zitieren die Staatsanwälte aus einer Mail vom Sommer 2014 von Ruja an Greenwood. Darin entwirft sie das Konzept von OneCoin und nennt sie selbst eine „trashy coin“  – „Müllmünze“. Das Projekt sei „nicht richtig sauber“ und nicht etwas, woran sie normalerweise arbeite, bekennt Ruja, die unter anderem als Beraterin für McKinsey tätig war. Aber sie, die gut in solchen Grauzonen sei, und er als „magische Verkaufsmaschine“ könnten „die Sache zusammen richtig groß machen“.

Geplant war die Eröffnung des Verfahrens  gegen Greenwood Anfang April. Doch dann erhielt Richter Ramos Post von der Staatsanwaltschaft:  Die Staatsanwaltschaft habe kürzlich weiteres Belastungsmaterial gegen den Angeschuldigten vorgelegt. Der Verteidiger Greenwoods, Rechtsanwalt  Anthony Strazza, habe angedeutet, der Beschuldigte brauche mehr Zeit, um dieses Material  anzuschauen „und um dann in eine angemessene Diskussion mit der Staatsanwaltschaft zu kommen, um eine mögliche Lösung in dieser Angelegenheit zu finden”. Man bitte um 60 Tage  Aufschub. Die hat Richter Ramos gewährt und nun den 3. Juni als Prozessauftakt bestimmt.

Soll auch Greenwood umgedreht werden?

Die „mögliche Lösung in dieser Angelegenheit“: Auch Greenwood könnte zu einem Kronzeugen werden, spekulieren amerikanische Kenner der Szene. Das könnte ihm ähnlich wie Ignatov eine allzu harte Strafe ersparen. Wahrscheinlich wird „Konsti Keks“ nun auch gegen Greenwood singen müssen: Im Brief an Richter Ramos schreibt die Staatsanwaltschaft: „Weil die Zusammenarbeit des Angeklagten (Ignatov) noch nicht komplett“ sei, bitte die Staatsanwaltschaft, die Urteilsverkündung um drei Monate zu verschieben.  Er wird noch gebraucht…

In besseren Zeiten: Greenwood im OneCoin Jet. Screenshot: him

Im Prozess gegen Scott hatte Konstantin über Greenwood auch unschöne Dinge erzählt.  Er habe Ruja „mehr als 100 Millionen Euro“ gestohlen, aber „eine Menge zurückgegeben, nachdem Ruja ihm gedroht hat“.

Ein wegen allerlei Betrügereien vorbestrafter und früherer OneCoin-Verkäufer Tom McMurrain  erklärt vor wenigen Tagen in einem Youtube-Video, er bedaure sehr, dass er bei OneCoin mitgemacht habe. Er findet, es sei doch unmöglich von Ruja, vier Milliarden einzukassieren und dann einfach abzutauchen und den eigenen Bruder im Knast sitzen zu lassen.

Tom McMurrain bekennt sich als OneCoin Verkäufer. Video vom 21. April 2020. Screenshot. him

Es geht um Ruja

Dass Konstantin wirklich frei sei, das glaube er nicht. „Sie wollen Doktor Ruja. Die US-Regierung wird nicht aufgeben, bevor sie sie haben. Sie werden sie die nächsten zwanzig Jahre jagen.“  McMurrain selbst bleibt der Szene allerdings treu – und wirbt am Ende seines Videos für eine neue, nun ganz bestimmt wunderbar transparente Kryptowährung….

Für die US-Staatsanwälte ist das oberste Ziel, den Kopf der OneCoin-Pyramide, Ruja Ignatova, zu finden. Deshalb ist es ihnen auch so wichtig, Greenwood zum Reden zu bringen. Er war schließlich ein enger Vertrauter von Ruja. Möglicherweise kann er auch über andere wichtige OneCoin-Figuren wie Frank Schneider oder Frank Rickett berichten. Frank Schneider war derjenige, der Ruja warnte, dass das FBI ihr auf die Schliche gekommen war.

Wer ist Frank Schneider?

Und dieser Frank Schneider muss eine ziemlich große Nummer sein. Im Prozess gegen Mark Scott hat Konstantin ausgesagt, vor ihrem Untertauchen habe Ruja ihm erzählt, sie habe nun auch einen „großen“ Pass („big passport“) wie Sebastian Greenwood und Frank Schneider.

Im Internet kursiert nun die These, dieser Frank Schneider könnte der ehemalige Chef des Luxemburgischen Geheimdienstes sein, der 2008 zurückgetreten war und seither eine eigene Sicherheitsfirma in Luxemburg, die sandstone.lu betreibt. Eine Anfrage der NRWZ bei dieser Firma zu einer möglichen Verbindung zu OneCoin und Ruja Ignatova blieb bisher unbeantwortet.

Wenn Sebastian Greenwood, trotz „big passport“ seit November 2018 im Knast, auspackt, so hoffen die Ermittler, könnte er vielleicht sogar das ultimative Geheimnis lüften und verraten, wo Ruja Ignatova steckt. Wir sind gespannt.

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