Im Kindergarten St. Gallus beginnt im Mai wieder der reguläre Betrieb. Foto: him

Nach stür­mi­schen Mona­ten“ neh­me der Kin­der­gar­ten Hei­li­gen­bronn im Mai  den regu­lä­ren Betrieb wie­der auf. Das berich­tet Pfar­rer Chris­ti­an Albrecht auf der Inter­net-Sei­te der Seel­sor­ge­ein­heit Hei­li­gen­bronn-Win­zeln-Wald­mös­sin­gen-Aich­hal­den.

Zum einen sei­en die vier offe­nen Stel­len erfolg­reich wie­der besetzt wor­den, zum ande­ren sei „nun auch das Ermitt­lungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft Rott­weil wegen des Ver­dach­tes auf Kin­des­miss­hand­lung gegen die Ein­rich­tungs­lei­te­rin ein­ge­stellt“ wor­den. Albrecht: „Die Vor­wür­fe, die Lei­te­rin hät­te ein Kind geschla­gen, haben sich voll­um­fäng­lich nicht bestä­tigt.“

Der Trä­ger des Kin­der­gar­tens habe ver­ant­wor­tungs­voll nach Recht und Gesetz gehan­delt und ergän­zend zum Ermitt­lungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft eine umfas­sen­de inter­ne Unter­su­chung des Vor­falls durch­ge­führt.

Die Staats­an­walt­schaft Rott­weil bestä­ti­ge mit ihrer Ent­schei­dung vom 2. April 2019, dass sowohl die Beschul­dig­te als auch der Trä­ger „mit den Ermitt­lungs­be­hör­den voll­um­fäng­lich koope­rier­te“ und das Ver­fah­ren „nach Abschluss der auf­wän­dig und umfas­send geführ­ten Ermitt­lun­gen“ ein­zu­stel­len sei.

Strafrechtlich in der Schwebe

Der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft Frank Grund­ke bestä­tigt auf Nach­fra­ge der NRWZ, das Ver­fah­ren sei ein­ge­stellt wor­den, mit der Begrün­dung, „dass eine Tat nicht nach­weis­bar war”. Sol­che Ver­fah­rens­ein­stel­lun­gen sei­nen ein „vor­weg­ge­nom­me­ner Frei­spruch”, ent­we­der wegen erwie­se­ner Unschuld oder weil eine Tat nicht nach­weis­bar sei. Im letz­te­ren Fall blei­be „die Sache straf­recht­lich in der Schwe­be”, und es wer­de zu Guns­ten des Beschul­dig­ten ent­schie­den. Die etwa zwei­ein­halb Sei­ten lan­ge Begrün­dung, wes­halb das Ver­fah­ren ein­ge­stellt wur­de, ging an den Anzei­ge­n­er­stat­ter, die Seel­sor­ge­ein­heit.

Neue Strukturen auf der Leitungsebene

Von den Vor­wür­fen unab­hän­gig sei eine „unter­stüt­zen­de Lei­tungs­ebe­ne ein­ge­rich­tet“ wor­den, um das neue Team gut ein­zu­ar­bei­ten. Die kom­mis­sa­ri­sche Lei­tung nach Außen neh­me bis auf wei­te­res die Lei­te­rin des Kin­der­gar­tens in Wald­mös­sin­gen wahr. Die Ein­rich­tungs­lei­te­rin in Hei­li­gen­bronn lei­te nach Innen und sei „ver­stärkt in der Betreu­ung der Kin­der und der Ein­ar­bei­tung neu­er Mit­ar­bei­te­rin­nen ein­ge­setzt“, schreibt Albrecht.

Für die Eltern bedeu­te dies, dass ab dem 1. Mai ihre Kin­der wie­der wie gewohnt im Kin­der­gar­ten St. Gal­lus in Hei­li­gen­bronn betreut wer­den und auch die nor­ma­len Gebüh­ren erho­ben wer­den. Abschlie­ßend heißt es in der Mit­tei­lung: „Die katho­li­sche Kir­chen­ge­mei­ne St. Gal­lus arbei­tet nun kon­struk­tiv in Rich­tung Zukunft. Die mit der Eltern­schaft ver­ein­bar­ten Über­prü­fun­gen eini­ger päd­ago­gi­scher Pro­zes­se begin­nen, wie bereits mehr­fach bekannt­ge­ge­ben, nach den Oster­fe­ri­en.“

Wie berich­tet, hat­ten sich im Janu­ar bei einer Eltern­ver­samm­lung eini­ge Eltern über die im Hei­li­gen­bron­ner Kin­der­gar­ten ange­wand­ten Erzie­hungs­me­tho­den beklagt. Bei einem Pres­se­ge­spräch hat­ten fünf Eltern davon berich­tet, dass ihre Kin­der teil­wei­se Angst hat­ten, die Kita zu besu­chen. Nach einem län­ger anhal­ten­den Super­vi­si­ons­pro­zess hat­te die Super­vi­so­rin im Spät­herbst die­sen abge­bro­chen. Zum Jahres­sen­de hat­ten vier der fünf Erzie­he­rin­nen gekün­digt, bezie­hungs­wei­se ihre Ver­trä­ge nicht erneu­ert. In die­sem Zusam­men­hang war dann der Ver­dacht eines Groß­va­ters auf­ge­kom­men, sein Enkel­kind sei geschla­gen wor­den. Die­sen Ver­dacht haben die Ermitt­ler der Staats­an­walt­schaft nicht bewei­sen kön­nen.