OneCoin: Frank-Schneider-Anklage veröffentlicht

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Keine gute Nachricht für Frank Schneider: Gestern hat ein Gericht in New York die Anklage gegen den früheren Sicherheitsberater von Ruja Ignatova veröffentlicht. Die Anklage stammt aus dem Jahr 2019 und war seither unter Verschluss. Die Vorwürfe lauten auf Verschwörung zum Betrug und zur Geldwäsche.

Der Luxemburger Staatsbürger und frühere Operationschef des Luxemburgr Geheimdiensts sitzt derzeit in Frankreich im Hausarrest und wartet darauf, ob die französischen Behörden ihn an die USA ausliefern.

Betrug und Geldwäsche

Die Anklage hält nun fest, dass Schneider geholfen habe „bei der Durchführung eines internationalen Betrugsprogramms, das den Verkauf einer angeblichen Kryptowährung namens „OneCoin“ beinhaltete – unter anderem durch die Verwaltung der Erlöse aus dem Programm und die Umgehung von Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden zu dem Programm -, in dessen Rahmen falsche Angaben und falsche Darstellungen gemacht wurden, um Einzelpersonen in der ganzen Welt, einschließlich des südlichen Distrikts von New York, dazu zu bewegen, in OneCoin zu investieren, wodurch Einzelpersonen veranlasst wurden, zwischenstaatliche und internationale Überweisungen zu tätigen, die ihre OneCoin-Investitionen repräsentierten“. (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator)

Außerdem habe er Geldwäsche begangen und Finanztransaktionen durchgeführt, um die illegalen Gewinne aus OneCoin-Geschäften zu verschleiern. Die Anklage sieht schließlich vor, dass Schneider sämtliche Einnahmen, die er aus diesen Geschäften erzielt hat, an den US-Staat abgeben muss.

Die Titelseite der bis gestern unter Verschluss gehaltene Anklage gegen Frank Schneider.

Droht die Auslieferung jetzt?

Im Blog „Behind MLM“ vermutet man, die Veröffentlichung der Anklage sei eine indirekte Bestätigung, dass Schneider an die USA ausgeliefert wird. Vor einigen Wochen hatte ein französisches Gericht seinen Widerspruch dagegen abgelehnt. Die Luxemburger Regierung will ihm ebenfalls nicht helfen (wir haben berichtet.) Nun drohen ihm bis zu 40 Jahre Haft in den USA, sollte er dort verurteilt werden.

Schneiders Rolle für Ruja Ignatova hat er selbst immer wieder geschildert. Auch im jüngst auf Arte und in der ARD ausgestrahlten Film „Die Kryptoqueen“: Er sei ihr Vertrauter in allen Sicherheitsfragen gewesen. Schneider behauptet auch, er habe als letzter vor ihrem Abtauchen mit ihr kommuniziert.

Nach ihrem Flug am 25. Oktober 2017 habe Ignatova von Athen und später von Thessaloniki aus noch mit ihm telefoniert. Nach einer Fahrt mit unbekannten Männern über die “Grüne Grenze“ nach Bulgarien sei ihre letzte Botschaft an ihn zwei Wörter gewesen: „Home safe“. Sicher zu hause.

Schneider als Quelle

Wie sicher Schneider in seinem Lothringer Zuhause nun ist? Die US-Behörden möchten ihn lieber heute als morgen befragen. Dank seiner Verbindungen in Geheimdienstkreise soll Schneider Ruja Ignatova über alle Ermittlungen, die gegen sie liefen, auf dem Laufenden gehalten haben. Schneider wusste von der „Operation Satellite“.

Da hatten Vertreter von Europol, FBI, anderen US-Behörden und Polizeidienststellen aus den Niederlanden, Großbritannien, Deutschland, Dubai und Bulgarien zusammen gearbeitet und wegen OneCoin ermittelt. Schneider allerdings behauptet, die Bulgaren hätten Ruja informiert, was dort beraten wurde. Nach wenigen Stunden habe sie eine Zusammenfassung erhalten. Sie kannte “viele einflussreiche Persönlichkeiten“ in Bulgarien, zitiert ein online Magazin Schneider.

Er soll bekanntlich auch zwei seiner Leute nach Florida geschickt haben, damit sie die Wohnung von Gilbert Armenta verwanzen. Armenta, damals sowohl Geldwäscher als auch Geliebter von Ruja hatte damals bereits mit dem FBI zusammen gearbeitet. Dank Schneiders Abhöraktion wusste Ruja vom Doppelspiel ihres Geliebten und schalt ihn in einem – wiederum vom FBI abgehörten -Telefonat ein „rückgratloses A.. loch“.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.

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