Alles ist ausgezählt. Der Bauhof transportiert die Wahlurnen aus dem Rathaus ab. Schon bald, nämlich am 7. Juli bei der Oberbürgermeisterwahl, werden sie wieder gebraucht. Foto: him

SCHRAMBERG – Die „Gro­ßen“ ver­lie­ren deut­lich, die „Klei­nen“ legen zu, so lässt sich das Ergeb­nis der Schram­ber­ger Kom­mu­nal­wahl zusam­men­fas­sen. Ent­spre­chend haben sich auch die Wahl­sie­ger und Wahl­ver­lie­rer geäu­ßert.

Die CDU, mit vier ver­lo­re­nen Sit­zen am stärks­ten gebeu­telt, sieht einen Teil der Ursa­che in der „poli­ti­schen Groß­wet­ter­la­ge“, so der Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­de Tho­mas Brant­ner: „Es war klar, dass wir zur Ader gelas­sen wer­den.“ Aller­dings sei­en die Christ­de­mo­kra­ten nicht davon aus­ge­gan­gen, vier Sit­ze zu ver­lie­ren. „Wir haben eine gute und aus­ge­wo­ge­ne Lis­te prä­sen­tiert“, ist Brant­ner wei­ter­hin über­zeugt. Sei­ne Frak­ti­on wer­de im neu­en Rat wie bis­her ”die Sach­ar­beit in den Vor­der­grund stel­len”.

Die bis­he­ri­ge Spre­che­rin von SPD-Bunt­specht, SPD-Stadt­rä­tin Tan­ja Wit­kow­ski nennt das SPD-Ergeb­nis „in vie­ler­lei Hin­sicht ent­täu­schend und unver­ständ­lich.“ Es sei ihrer Par­tei „offen­bar nicht gelun­gen, die Schram­ber­ge­rin­nen und Schram­ber­ger von unse­rer Arbeit zu über­zeu­gen“. Dies zu ver­bes­sern, sehe sie als ihre Auf­ga­be als Frak­ti­ons­spre­che­rin.

Die Freie Lis­te hat zwar etwas schwä­cher abge­schnit­ten als 2014, den­noch freut sich Frak­ti­ons­spre­cher Udo Neu­deck, dass sei­ne Lis­te annä­hernd das glei­che Ergeb­nis wie bei der letz­ten Wahl erreicht habe. „Ich bedan­ke mich bei allen Wäh­lern, und bei allen, die ihren guten Namen für unse­re Lis­te her­ge­ge­ben haben.“ Sei­ne Frak­ti­on wer­de „in gewohn­ter Wei­se, unse­re Arbeit im Gre­mi­um fort­set­zen und mit gro­ßer Moti­va­ti­on an die neue Auf­ga­be her­an­ge­hen.“

Bei der Poli­ti­schen Ver­ei­ni­gung Bunt­specht, die dies­mal mit den Grü­nen ange­tre­ten war, ist Stadt­rat Rein­hard Gün­ter aus Ten­nen­bronn vom „Super-Ergeb­nis“ über­rascht. Er wie auch der Bunt­specht-Vor­sit­zen­de Peter Schi­mak freu­en sich über den drit­ten Sitz, und dass „mit Lara Kiol­bassa eine sehr jun­ge Frau dazu gewon­nen“ wur­de. Schi­mak glaubt, man habe „vom Grü­nen-Hype“ auf Bun­des­ebe­ne „nicht so pro­fi­tiert“. Gün­ter fin­det es „scha­de, dass unser Frak­ti­ons­part­ner SPD trotz guter Arbeit zwei Sit­ze ver­lo­ren hat“.

Bernd Rich­ter, ÖDP, ist mit dem Aus­gang der Wahl und einem drit­ten Sitz für sei­ne Par­tei sehr zufrie­den. „Es ist schön, wie­der Frak­ti­ons­sta­tus im Rat zu haben, weil wir so wie­der vol­le Mit­wir­kungs­mög­lich­kei­ten haben.“ Zusam­men mit Vol­ker Lie­ber­mann und Tho­mas Koch wer­de er ein gutes Team im Rat bil­den, ist Rich­ter über­zeugt.

Die „Akti­ven Bür­ger Schram­berg“ haben auf eine Anfra­ge der NRWZ nicht reagiert. Jür­gen Reu­ter meint gegen­über einer in Schram­berg erschei­nen­den Tages­zei­tung, Durch­re­gie­ren von oben nach unten sei nicht mehr zeit­ge­mäß. Die „akti­ven Bür­ger“ sei­en bereit, „einen kon­struk­ti­ven Bei­trag zu leis­ten, um Schram­berg auf die Füße zu stel­len“.

Frauen sehr schwach vertreten

All­ge­mein auf Unver­ständ­nis stößt bei den Par­tei­en­ver­tre­tern das schwa­che Abschnei­den der Frau­en. Nur drei Stadt­rä­tin­nen wer­den dem 27-köp­fi­gen Gemein­de­rat künf­tig ange­hö­ren. Für Tho­mas Brant­ner (CDU) ist die­ses Ergeb­nis „außer­or­dent­lich scha­de und nicht nach zu voll­zie­hen“. Die CDU habe bekann­te und sehr qua­li­fi­zier­te Frau­en auf ihrer Lis­te gehabt.

Udo Neu­deck weist dar­auf hin, das bei der Frei­en Lis­te sie­ben Frau­en auf der Lis­te stan­den „und zwar auf den ers­ten sie­ben Plät­zen.“ War­um Frau­en kei­ne Frau­en wäh­len, sei für ihn nicht erklär­bar. „Aber zwin­gen kann man ja auch nie­mand.“

SPD-Rätin Tan­ja Wit­kow­ski fin­det es „beschä­mend“, dass nur drei Frau­en gewählt wur­den: „Alle Lis­ten hat­ten fähi­ge Frau­en auf­ge­stellt, die mit­ten im Leben ste­hen und täg­lich bewei­sen, dass sie etwas drauf haben.“ War­um die­se fast nicht gewählt wur­den, sei ihr unver­ständ­lich. Es sei ein schwa­cher Trost, dass bei der SPD 50 Pro­zent Frau­en gewählt wur­den.

Für Rein­hard Gün­ter (Bunt­specht) ist es „schön, dass wir dazu bei­tra­gen konn­ten, dass über­haupt Frau­en im Gemein­de­rat ver­tre­ten sind“. Schi­mak wünscht sich, dass in der nächs­ten Wahl­pe­ri­ode frau­en­spe­zi­fi­sche The­men stär­ker in den Vor­der­grund gerückt wer­den. Er hofft, so den Frau­en­an­teil zu erhö­hen.

Bernd Rich­ter, ÖDP, kann sich das schlech­te Abschnei­den der Kan­di­da­tin­nen nicht erklä­ren und meint: „Es ist scha­de, dass es bei uns nicht auch eine Frau geschafft hat.“