Intensive Gespräche mit Rainer Bühler (Hauptzollamt Singen), IHK-Vizepräsident Dr. Steffen P. Würth undDaniel Schwarzentrub (Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, Zoll Nordost, Schaffhausen). Foto: Laura Csulits, IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

Unternehmen fordern einfachere Zollverfahren: IHK bringt Wirtschaft und Behörden an einen Tisch

Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg klagen über komplexe Zollverfahren und hohen Dokumentationsaufwand. Bei „Zoll trifft Wirtschaft“ diskutierten sie mit deutscher und Schweizer Zollverwaltung über Verbesserungen. Die IHK sieht effizientere Abläufe als wichtigen Standortfaktor für exportorientierte Betriebe.

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Region Komplexe Vorschriften, lange Bearbeitungszeiten und umfangreiche Dokumentationspflichten: Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg sehen bei der Zollabwicklung weiterhin erheblichen Verbesserungsbedarf. Bei der Veranstaltung „Zoll trifft Wirtschaft 2026“ diskutierten sie bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg mit Vertretern der deutschen und der Schweizer Zollverwaltung über Probleme und mögliche Lösungen.

Wie erleben Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg die Zollpraxis im internationalen Handel? Um diese Frage ging es bei der Veranstaltung „Zoll trifft Wirtschaft 2026“ im Haus der Wirtschaft der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg. Vertreter regionaler Betriebe tauschten sich dabei mit der deutschen Zollverwaltung und der eidgenössischen Zollbehörde über aktuelle Herausforderungen bei Ein- und Ausfuhrverfahren aus.

IHK-Vizepräsident Dr. Steffen P. Würth betonte im Rahmen der Veranstaltung die Bedeutung effizienter Abläufe: „Ein funktionierender Zoll ist ein wichtiger Standortfaktor. Entscheidend ist, dass Abläufe transparent, planbar und einheitlich sind.“

Eine im Vorfeld vorgenommene IHK-Umfrage unter regionalen Unternehmen zeigt jedoch, dass viele Betriebe weiterhin mit komplexen Regelungen und langwierigen Prozessen zu kämpfen haben. Besonders bei Präferenzregelungen, Ursprungsnachweisen und der Grenzabwicklung gebe es häufig Unsicherheiten und einen hohen Dokumentationsaufwand.

Bernd Seemann, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses, machte deutlich, dass die Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben grundsätzlich akzeptieren. „Viele Rückmeldungen zeigen ausdrücklich, dass die Ursachen oft nicht beim Zollamt selbst liegen, sondern in der hohen Komplexität der gesetzlichen Regelungen“, sagte er. Betriebe wünschten sich vor allem feste Ansprechpartner, optimierte Erreichbarkeit der Behörden und stärker abgestimmte Schulungsangebote.

Ein weiteres Anliegen der Unternehmen sei eine einheitlichere Anwendung der Vorgaben innerhalb eines Hauptzollamts. Unterschiedliche Anforderungen könnten Abläufe unnötig erschweren und Missverständnisse verursachen. Außerdem wünschen sich viele Betriebe eine frühzeitigere Information über neue Verfahren oder Änderungen.

Auch bei digitalen Lösungen sehen die Unternehmen noch Verbesserungsbedarf. So müsse etwa die Einführung elektronischer Systeme wie eCarnet besser abgestimmt werden, damit die Umstellung möglichst reibungslos verläuft.

An dem Austausch beteiligten sich neben regionalen Unternehmen auch Vertreter des Hauptzollamts Singen sowie der eidgenössischen Zollverwaltung. Sie stellten aktuelle Entwicklungen vor und beantworteten Fragen aus der Praxis.

Das Fazit von IHK-Vizepräsident Würth fiel entsprechend aus: Gerade angesichts immer komplexerer Regelungen sei der direkte Austausch zwischen Wirtschaft und Behörden wichtig. „Nur so können wir Prozesse verbessern und unseren Standort stärken.“

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