7.4 C
Rottweil
Samstag, 7. Dezember 2019
Start Schram­berg Schram­berg: Die Stadt will auf Kri­sen vor­be­rei­tet sein

Schramberg: Die Stadt will auf Krisen vorbereitet sein

Im Ernst­fall sol­len alle wis­sen, was zu tun ist

-

Schram­berg. Anschlä­ge, Amokla­gen, Stark­re­gen, Hit­ze­wel­len, Wald­brän­de und län­ge­re groß­flä­chi­ge Strom­aus­fäl­le: Kei­ner wünscht sich die­se Ereig­nis­se. Soll­ten sie aber ein­tre­ten, will die Stadt Schram­berg vor­be­rei­tet sein. Am Don­ners­tag stell­te Fach­be­reichs­lei­ter Mat­thi­as Reh­fuß dem Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik vor, wie die Ver­wal­tung sich auf Kri­sen und Not­fäl­le vor­be­rei­ten will.

„Es gibt immer mehr Kri­sen und Kon­flik­te“, blick­te Mat­thi­as Reh­fuß auf die inter­na­tio­na­le Lage. In Deutsch­land sind die Anschlä­ge und Amokla­gen gestie­gen, wie er sag­te. Aus einem Papier des wis­sen­schaft­li­chen Diensts des Deut­schen Bun­des­tags geht her­vor, dass es einen Trend zu mehr Natur­ka­ta­stro­phen gibt.

„Wir haben bis­her kei­ne Plä­ne, wir sind nicht vor­be­rei­tet“, mach­te der erst vor weni­gen Mona­ten in sei­ne neue Auf­ga­be gestar­te­te Fach­be­reichs­lei­ter deut­lich. Froh ist Reh­fuß, dass Poli­zei, THW, Feu­er­wehr und Rotes Kreuz sehr pro­fes­sio­nell auf­ge­stellt sind. Bei der Stadt­ver­wal­tung sei dies aber nicht der Fall: „Die Ver­wal­tung ist schlicht­weg nicht vor­be­rei­tet“, so Reh­fuß. Aus­ge­ar­bei­te­te Plä­ne, mit denen grö­ße­re Scha­dens­er­eig­nis­se, Kri­sen und Kata­stro­phen bear­bei­tet und bewäl­tigt wer­den kön­nen, feh­len im Gesam­ten.
„Im Ernst­fall ist die Bevöl­ke­rung auf eine funk­tio­nie­ren­de und schlag­kräf­ti­ge Stadt­ver­wal­tung ange­wie­sen“, wie Reh­fuß beton­te. Andern­falls, so sei­ne Befürch­tung, wer­de das Aus­maß des Scha­dens­er­eig­nis­ses noch wesent­lich grö­ßer. Auch die Lan­des­re­gie­rung drängt laut Reh­fuß dar­auf, dass die Kom­mu­nen sol­che Ereig­nis­se bewäl­ti­gen könn­ten.

Seit Mai die­ses Jah­res wird nun an dem The­ma gear­bei­tet. Es wur­de ein Ver­wal­tungs­stab ins Leben geru­fen, der so geschult wer­den soll, dass alle Betei­lig­ten wis­sen, wie sie mit Kri­sen umge­hen müs­sen. Außer­dem wer­den Alarm- und Ein­satz­plä­ne aus­ge­ar­bei­tet sowie eine Alar­mie­rungs­lis­te für Stab und Orga­ni­sa­ti­on erstellt. Vor­be­rei­tet wird nun ein Not­fall­plan Strom­aus­fall; der Bedarfs­plan hier­zu soll bis Ende Okto­ber ste­hen. Ein ers­tes Zusam­men­tref­fen des Kri­sen­stabs hat es am 15. Okto­ber gege­ben.

Geschult wer­den sol­len die städ­ti­schen Mit­ar­bei­ter inklu­si­ve des Stadt­brand­meis­ters bei einem Work­shop, den die EnBW anbie­tet. Den Vor­teil eines Work­shops sieht Reh­fuß dar­in, dass die not­wen­di­gen Maß­nah­men hier gemein­sam erar­bei­tet wer­den und prak­tisch geübt wer­den. Dies in Schram­berg und mit den hier vor­han­de­nen Mit­teln. Hier­von ver­spricht sich Reh­fuß mehr, als von Unter­la­gen, die nur zum Durch­le­sen wei­ter­ge­ge­ben wer­den, da im Work­shop die Abläu­fe ein­ge­übt wer­den. Die drei Work­shops sind in der Zeit von Febru­ar 2020 bis Juni 2020 geplant. Das Not­­fall- und Kri­sen­ma­nage­ment­hand­buch soll bis Herbst 2020 fer­tig sein. Die Ergeb­nis­se wer­den dann dem Gemein­de­rat vor­ge­stellt.

Mar­tin Him­mel­he­ber (SPD/Buntspecht) mein­te, das ist „tat­säch­lich eine wich­ti­ge Geschich­te“. Er erin­ner­te an den Amo­kalarm am Gym­na­si­um, das Hoch­was­ser in Ten­nen­bronn, den Angriff im Rat­haus und den Erd­rutsch bei Tho­mas Phil­ipps. Auch Edgar Reut­ter (SPD/Buntspecht) hob her­vor, dass es „unwahr­schein­lich wich­tig ist, vor­be­rei­tet zu sein“.

Reh­fuß infor­mier­te, dass man vom Sprit­be­darf der Behör­den im Kri­sen­fall bis zu den Metz­ge­rei­en alles abfragt: „Es geht dar­um, es ein­ma­lig zu erstel­len.“ Damit im Ernst­fall alles klappt, soll es jähr­li­che Übun­gen geben, damit sich das Wis­sen fes­tigt und neue Mit­ar­bei­ter wis­sen, was zu tun ist.

Die tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen sind am Gym­na­si­um vor­be­rei­tet, wie Uwe Weis­ser infor­mier­te. Dies gel­te für EDV, Not­strom, Die­sel und ande­res mehr. Auch habe man dort eine Hal­le: „Wir sind bereits in der Umset­zungs­pha­se.“

Emil Rho­de (Freie Lis­te) hak­te nach, ob es nicht aus­rei­che, mit weni­ger Teil­neh­mern bei der Schu­lung zu sein und das Wis­sen dann wei­ter­zu­ge­ben. Hier erin­ner­te Reh­fuß an sei­ne bereits gemach­ten Aus­füh­run­gen, wonach es dar­auf ankom­me, die Abläu­fe nicht zu nach­zu­le­sen, son­dern auch ein­zu­üben.

„Es ist ganz wich­tig, dass die Bevöl­ke­rung weiß, man ist vor­be­rei­tet“, beton­te Vol­ker Lie­ber­mann (ÖDP).

Der Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik nahm die Aus­füh­run­gen zur Kennt­nis und beschloss ein­stim­mig, dass die Kos­ten für die Basis­schu­lun­gen der Mit­ar­bei­ter und die anschlie­ßen­de Kri­sen­übung über 13.000 Euro net­to im Haus­halt 2020 bereit­ge­stellt wer­den sol­len.

 

- Adver­tis­ment -