Immer noch nicht gefunden ist ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für den geschäftsführenden Ortsvorsteher von Waldmössingen Reiner Ullrich. Auf der städtischen Homepage steht nun wieder ein Stellenangebot.
Schramberg. Nach der Kommunalwahl vor einem Jahr war fraglich, ob der Ortschaftsrat und später der Gemeinderat den bisherigen Amtsinhaber wieder wählen würde. Zwischen Ullrich und der Oberbürgermeisterin hatte es zahlreiche Konflikte gegeben, die beiden überzogen sich mit Vorwürfen (Eisenlohr) und drohten mit Dienstaufsichtsbeschwerden (Ullrich).
Um einer möglichen Abwahl zu entgehen, hatte Ullrich im September 2024 kurzerhand seine Kandidatur zurückgezogen und erklärt, er wolle ohne Wahl geschäftsführend im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei.

Da er eh mit 63 Jahren in Ruhestand zu gehen gedenke, könne er das Amt bis zu seinem 63. Geburtstag im August 2026 ausüben.
„Kurze Übergangszeit“ dehnt sich
Das allerdings wollte Eisenlohr so nicht stehen lassen. „Wir wollen die Übergangszeit nicht zu lange strecken“, versicherte Eisenlohr der NRWZ. Es könne aber schon ein halbes Jahr dauern, sagte sie im September 2024. Man werde für Ullrich eben eine andere Aufgabe in der Verwaltung suchen.
Eine erste Runde der Bewerbersuche blieb ohne Ergebnis. Nun startet die Stadt einen zweiten Anlauf. Auch weil vor wenigen Tagen der Waldmössinger Ortschaftsrat sich vehement gegen eine „Tennenbronner Lösung“ mit einem ehrenamtlichen Ortsvorsteher ausgesprochen hat. Dies hatte Eisenlohr als möglichen Einsparungsvorschlag ins Gespräch gebracht.
Nun sucht man also erneut nach einem oder einer Nachfolgerin für Ullrich, der sich „primär (als) Vorsitzender der örtlichen Volksvertretung“ versteht. Ein Amtsverständnis, das im Schramberger Gemeinderat und wohl auch in der Stadtverwaltung nicht unbedingt geteilt wird.
Gesucht wird…
Nicht ohne Grund sucht die Stadt nun ausdrücklich „eine dynamische und kontaktfreudige Persönlichkeit mit einem freundlichen, offenen und sicheren Auftreten“. Sie soll geistige und zeitliche Flexibilität haben und „die Fähigkeit und Bereitschaft zu ganzheitlichem Denken und kooperativer Zusammenarbeit mit der Oberbürgermeisterin und der städtischen Verwaltung“.
So jemand müsste sich doch finden lassen. Vielleicht sollte man lieber außerhalb des Kreises abgewählter Bürgermeister suchen.
Ullrich seinerseits, kann sich gemütlich in seinem „geschäftsführenden Ortsvorsteher-Sessel“ zurücklehnen. Bis die Stadt zu Potte kommt, rückt sein 63. Geburtstag immer näher. Allzu lange wird er wohl nicht im Stadtarchiv Akten sortieren müssen – beispielsweise.

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