Bange Blicke in die Höhe: Ein Flammen und Funken sprühender Kamin hat in Wellendingen die Einsatzkräfte der Feuerwehr auf den Plan gerufen. Sie sorgten dafür, dass sich der Kamin- nicht zu einem Gebäudebrand auswächst. Angesichts der Minustemperaturen gab es heißen Tee von einer Nachbarin.
Die Bewohner, darunter Kinder, hatten das Gebäude verlassen und harrten draußen bei bitterkalten minus 6 Grad der Dinge. Auf dem Dach des älteren, ausladenden Gebäudes in der Wellendinger Ortsmitte sprühten unterdessen Funken und vereinzelt Flammen aus dem Kamin. Wie der Einsatzleiter, der Wellendinger Feuerwehrkommandant Daniel Bettinger, der NRWZ erklärte, halte der Kamin selbst einen solchen Brand und die damit einhergehenden hohen Temperaturen schon aus. Auch, wenn es in ihm über mehrere Stockwerke hinweg brenne. Die Gefahr bestehe vielmehr darin, dass das Feuer nicht etwa durch eine Verstopfung des Kamins eingeschränkt werde. Deshalb entschied der Kommandant, die Pelletheizung, die in dem Gebäude installiert ist, auszuräumen, auch, um eventuelle Glutnester zu finden. „Sonst stehen wir in zwei, drei Stunden wieder hier und haben es mit einem Gebäudebrand zu tun.“ Und zudem reinigte ein Schornsteinfeger, der mit der Drehleiter der Rottweiler Feuerwehr auf Höhe des Kamins gebracht wurde, diesen von oben ganz klassisch mit Kette und Kugel. Damit die Hitze ihren Weg ins Freie findet, wo ihre Wirkung verpufft.
Für Wellendingen bedeutete der Einsatz Vollalarm, auch die Kräfte der Abteilung Wilflingen rückten an. Kreisbrandmeister Philipp Glunz war ebenfalls vor Ort, zudem eine Streife der Polizei. Einsatzkräfte der Feuerwehr regelten auch den Verkehr, der einspurig an der Einsatzstelle vorbeikam.
Ein Kaminbrand entsteht typischerweise durch die Entzündung von Ablagerungen im Schornstein. Bei der Verbrennung von Holz, insbesondere von feuchtem oder harzreichem Material, setzen sich Ruß und Teer an den Innenwänden des Kamins ab. Diese sogenannten Glanzrußschichten sind hochentzündlich und können sich bei hohen Temperaturen – etwa wenn besonders stark geheizt wird – selbst entzünden. Dabei können Temperaturen von über 1000 Grad Celsius entstehen. Auch eine unzureichende Luftzufuhr beim Heizen begünstigt die Bildung solcher gefährlichen Ablagerungen.
Experten der Feuerwehr raten daher zu regelmäßiger Wartung und Reinigung durch den Schornsteinfeger sowie zur Verwendung von gut abgelagertem, trockenem Brennholz. Wer einen Kaminbrand bemerkt – erkennbar an ungewöhnlich starkem Feuer, Funkenflug aus dem Schornstein oder einem brummenden Geräusch – sollte umgehend die Feuerwehr unter 112 alarmieren und keinesfalls versuchen, den Brand selbst zu löschen.
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