Die Rottweiler Fußgänger-Hängebrücke „Neckar Line“ ist dem Ziel ein entscheidendes Stück nähergekommen: Heute Mittag wurde die letzte Trittplatte montiert, der Laufweg über das Neckartal ist geschlossen – die spektakuläre Fußgängerbrücke steht nun erstmals als durchgehende Querung.
Aktueller Baufortschritt
Mit dem Einbau der letzten Laufflächen-Elemente ist der Steg nun von Ufer zu Ufer komplett, alle rund 3,5 Meter langen Stegteile sind eingehängt und verschraubt. Für die Monteure markiert dieser Schritt den Abschluss eines der sichtbarsten Bauabschnitte. Künftig folgen vor allem Detailarbeiten wie Geländer‑, Belags‑ und Sicherheitstechnik. Die Eröffnung der Brücke ist weiterhin für das Frühjahr 2026 mit einem großen Festwochenende Ende April geplant.
Das Bauwerk „Neckar Line“
Die „Neckar Line“ überspannt das Neckartal auf einer Länge von 606 Metern und wird damit die längste Fußgänger‑Hängebrücke in Süddeutschland. In bis zu rund 60 Metern Höhe verbindet sie künftig die historische Rottweiler Altstadt am Bockshof mit dem Berner Feld und dem TK‑Elevator‑Testturm. Getragen wird der Steg von einem rund 60 Meter hohen Stahlpylon auf der Berner‑Feld‑Seite, von massiven Widerlagern an beiden Talflanken und einem System aus Tragseilen und senkrechten Hängeseilen.
Kennzahlen und Technik
Die Brücke bringt es allein mit ihrem Stahlbau auf fast 80 Tonnen, hinzu kommen rund 95 Tonnen Seilgewicht. Insgesamt 172 Stegteile bilden den Laufweg, der sich in leichter Krümmung über das Tal spannt und bei Wind durch das Hängesystem elastisch reagieren kann. Die Investitionssumme liegt bei rund zwölf Millionen Euro, die Bauzeit ist mit etwa 13 Monaten veranschlagt – einschließlich der archäologischen Grabungen am Bockshof.
Entstehung und Projektgeschichte
Der Weg zur Hängebrücke begann politisch bereits 2017, als sich die Rottweiler Bevölkerung bei einem Bürgerentscheid klar für das Projekt aussprach („Mut zur Brücke“). Nach Planungs‑ und Genehmigungsphase wurden 2025 Bebauungsplan und Baugenehmigung beschlossen, im Februar 2025 erfolgte der offizielle Spatenstich. Im Laufe des Jahres wurden zunächst am Bockshof archäologische Funde gesichert, dann Pylonfundamente und Widerlager gebaut und schließlich die Tragseile mit spektakulären Aktionen – teilweise per Helikopter – ins Tal eingezogen.
Bedeutung für Stadt und Tourismus
Als neue Landmarke soll die „Neckar Line“ Altstadt, Testturm und Berner Feld touristisch enger zusammenführen und Rottweil als Ausflugsziel im Schwarzwald deutlich aufwerten. Die Stadt rechnet mit Tausenden zusätzlichen Besucherinnen und Besuchern, die die Aussicht über das Neckartal, den Blick auf Testturm und Altstadtsilhouette sowie ein ergänzendes Besucherzentrum auf dem Berner Feld nutzen werden. Mit dem nun geschlossenen Laufweg wird sichtbar, was lange auf Plänen und Visualisierungen stand: Der „Mut zur Brücke“ ist zu einem greifbaren Bauwerk geworden, das Geschichte und Zukunft Rottweils wortwörtlich verbindet.














