Start Schram­berg Magnet­fa­brik Sul­gen: Schwer­last­kran kracht auf Fir­men­dach +++ Poli­zei gibt Unglücks­ur­sa­che bekannt

Magnetfabrik Sulgen: Schwerlastkran kracht auf Firmendach +++ Polizei gibt Unglücksursache bekannt

Kei­ne Ver­letz­ten / Enor­mer Scha­den / Ber­gung schwie­rig

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Wie durch ein Wun­der hat ein spek­ta­ku­lä­rer Unfall am Frei­tag­mor­gen in Schram­berg-Sul­gen kei­ne Ver­letz­ten gefor­dert. Bei Arbei­ten an  einem Fabrik­ge­bäu­de im Indus­trie­ge­biet Lien­berg war gegen 10.20 Uhr ein Schwer­last­kran ein­fach abge­knickt. Im Video schil­dert der Lei­ter des Poli­zei­re­viers Schram­berg, Jür­gen Lede­rer, was pas­siert ist.

Der Kran­füh­rer im Korb am Aus­le­ger des Krans blieb unver­letzt. Auch in der Hal­le gab es kei­ne Ver­letz­ten, obwohl der umstür­zen­de Kran auch Tei­le der Decke beschä­digt hat. Die Poli­zei spricht von einem 30-Meter-Auto­kran.

Die Werk­lei­tung hat den betrof­fe­nen Teil der Magnet­fa­brik Schram­berg eva­ku­iert. Es besteht mög­li­cher­wei­se Ein­sturz­ge­fahr. Nie­mand darf das Gebäu­de der­zeit betre­ten.

Der Kran­füh­rer ist nicht ver­letzt wor­den. Augen­zeu­gen sind zunächst davon aus­ge­gan­gen, alar­mier­ten die Ret­tungs­kräf­te. Die Leit­stel­le mel­de­te eine ein­ge­klemm­te Per­son.

Aus dem Leit­stand oben auf dem Dach konn­te sich der Kran­füh­rer unver­letzt in Sicher­heit brin­gen. Foto: him

Mar­tin Bur­wig von der Magnet­fa­brik hat unmit­tel­bar nach dem Unfall alle Mit­ar­bei­ter aus dem betrof­fe­nen Teil der Fabrik aus der Hal­le geschickt. Einer von ihnen, Richard Lau­fer, berich­tet: ”Ich bin unter der Decke gestan­den, erst habe ich komi­sche Schlä­ge gehört. Dann hat es einen Rie­­sen-Krach gege­ben und etwas hat die Decke durch­schla­gen.”

Revier­lei­ter Lede­rer hat ange­ord­net, dass nie­mand die Werks­hal­le mehr betre­ten darf, bis ein Sta­ti­ker die Stand­fes­tig­keit des Gebäu­des über­prüft und wie­der frei gege­ben hat.

Wie es zu dem Unglück kom­men kon­ne, ist der­zeit noch völ­lig unklar. Auch wie man den abge­knick­ten Kran ber­gen kann, müs­sen Fach­leu­te erst noch prü­fen.

Die Ret­tungs­kräf­te von Rotem Kreuz und Feu­er­wehr waren im Ein­satz, konn­ten aber teil­wei­se wie­der abzie­hen. Die Poli­zei ist wei­ter­hin vor Ort.

Am späten Nachmittag hat die Polizei dann berichtet,wie es zu dem Unfall gekommen ist:

”Beim Heben eines schwe­ren Stahl­trä­gers auf ein Fir­men­dach ist am Frei­tag­mor­gen in der Chris­­toph-Schwei­­zer-Stra­­ße ein Auto­kran umge­kippt und auf dem Dach einer Fir­ma auf­ge­schla­gen. Der Kran­füh­rer und ein Mit­ar­bei­ter hat­ten gro­ßes Glück – sie blie­ben unver­letzt.” Der zwei­te Mit­ar­bei­ter stand nur etwa einen Meter von der Stel­le ent­fernt, an der der Kran auf das Dach krach­te, so Revier­lei­ter Lede­rer zur NRWZ.  

Gegen 10.20 Uhr habe der Kran­füh­rer mit sei­nem Auto­kran einen schwe­ren Stahl­trä­ger von einem LKW auf das Dach der Fir­ma in der Chris­­toph-Schwei­­zer-Stra­­ße geho­ben, heißt es im Poliz­rei­be­richt wei­ter. ”Die Last, die am 52 Meter lan­gen Aus­la­ge­arm des Auto­krans hing, hat­te er über den Dach bereits so weit abge­senkt, dass ein dort ste­hen­der Mit­ar­bei­ter zugrei­fen konn­te, um ein unkon­trol­lier­tes Schwen­ken des frei hän­gen­den Trä­gers zu ver­hin­dern. Aus der Füh­rer­ka­bi­ne, die meh­re­re Meter über das Gebäu­de­dach hin­aus­rag­te, steu­er­te der Kran­füh­rer den Stahl­trä­ger in Rich­tung Ziel­ort.”

”Der Hauptturm krachte gegen das Dach und knickte ab”

Als die Last sich etwa in der Mit­te des Aus­le­gers befun­den habe, sei der Kran plötz­lich nach vor­ne gekippt. ”Der Haupt­turm krach­te gegen die Dach­kan­te und knick­te ab. In der Fol­ge schlug der Turm auf dem Gebäu­de­dach auf, das an der Stel­le durch­schla­gen wur­de.” b Dar­auf­hin sei­en stürz­ten Dach­tei­le in die Pro­duk­ti­ons­hal­le gestürzt. Auch dort gab es wie durch ein Wun­der kei­ne Ver­letz­ten.

Die mas­si­ve Aus­füh­rung der Kran­ka­bi­ne habe den Kran­füh­rer geschütz und ver­hin­dert, dass er ver­letzt wur­de. Auch der Mit­ar­bei­ter am Stahl­trä­ger hat­te Glück: Er wur­de weder vom stür­zen­den Kran noch vom Trä­ger getrof­fen.

Der hava­rier­te Kran liegt in Tei­le zer­legt auf dem Park­platz vor der Magnet­fa­brik Foto: him

Laut Poli­zei­be­richt ist ein Mil­lio­nen­scha­den ent­stan­den. Grund für das ”Über­ge­wicht” des Auto­krans waren, nach bis­he­ri­gem Ermitt­lungs­stand der Poli­zei, ”zwei gebäu­de­sei­tig nicht voll­stän­dig aus­ge­fah­re­ne Stüt­zen am Kran­wa­gen”.

 

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