ROTTWEIL. Unter großer Anteilnahme vieler Bürgersleut‘ ist am Dreikönigstag in der alten Reichs- und Narrenstadt Rottweil die Fasnet 2023 eröffnet worden. Mit deutlich vernehmbarer Freude sagte Narrenmeister Bechtold: „S‘isch endlich wieder soweit, mir hend a neue Fasnetszeit!“ Er sprach den hunderten Anwesenden aus der Seele. Und entsandte zur Freude aller die Abstauber.
Der 6. Januar 2023 vor dem Café Schädle. Klepfer klepften mit viel Energie, die Tagwachtkapelle spielte Narrenmärsche – darunter den wahren, den Rottweiler Narrenmarsch, diesen gleich zweimal. Die Musikerinnen und Musiker zauberten den Menschen ein Strahlen in die Gesichter, brachten die Leute in Bewegung. Und manch einer der Musikanten, hauptsächlich im Bereich des tiefen Blechs, hatte selbst hörbaren, kaum zügelbaren Spaß an der Fasnetsfreude.

Narrenmeister Christoph Bechtold hat nach eigenen Angaben – und es blieb unwidersprochen, selbst der Amtsinhaber nahm das lächelnd hin – das Regiment in der Narrenstadt Rottweil von OB Dr. Christian Ruf übernommen. Dies mit einem hochqualifizierten Team aus seinen eigenen Reihen. Er wolle einen jeden nach dessen besonderen Qualitäten einsetzen, schwebte Bechtold vor. Darunter den Kassier der Rottweiler Zunft, Säckelmeister Stefan Roth, nicht etwa erwartungsgemäß in der Kämmerei, sondern als Beauftragten für die örtliche Gastronomie. Ihm stellte der Narrenmeister aber natürlich Unterstützer zur Seite, andernfalls hätte die Gefahr bestanden, dass die Menschen in den Gasthäusern künftig nur Wasser trinken dürften. Zum Hintergrund: Roth ist Abstinenzler, nimmt damit eine gewisse Sonderstellung in der Zunft ein.
Doch nach all der Postenvergabe kam Bechtold seinem eigentlichen Auftrag an diesem Tag nach: die Abstauber loszuschicken, die sich um die Narrenkleidle und Larven der Bürgersleut‘ zu kümmern, diese vom Staube zu befreien haben. „Ohne Maske, ohne Test zu den Bürgersleuten“, sagte Bechtold, was nach allzu langer Coronazeit schon erwähnenswert ist. Die Abstauberei, sie könne gegebenenfalls bis übermorgen gehen, denn manche Kleidle könnten mittlerweile „ranzig“ geworden sein, sagte Bechtold, „einige waren 2020 zuletzt in der Stadt.“
Der Narrenmeister erklärte aber, sich sicher zu sein, dass seine „Mannen“ den anstehenden Job gut erledigen würden, denn „trinkfest und arbeitsscheu“ seien sie alle.
Bildergalerie. Fotos: Ralf Graner










































Bildergalerie. Fotos: Thomas Decker





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