Tödlicher Unfall bei Dunningen: Warum die Retter kein zweites Kind im Wagen vermutet hatten

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Die Ermittlungen nach dem Unfall, bei dem am Montag nahe Dunningen ein Vater und eine seiner beiden Töchter starben, gehen weiter. Die zweite kleine Tochter, eine Dreijährige, war lebensgefährlich verletzt aus dem Wrack gerettet worden. Ihr geht es nach Informationen der Polizei besser. „Sie ist stabil, aber noch nicht über den Berg“, sagte ein Polizeisprecher der NRWZ am Dienstag, das Kind schwebe damit weiter in Lebensgefahr. Er und seine Kollegen haben derweil keinen Hinweis auf einen erweiterten Suizid. Allerdings haben sie eine Begründung dafür, warum die Retter keinen dritten Menschen im verunfallten Fahrzeug vermutet hatten. Am Mittwoch wurde zudem bekannt,  dass der Unfallfahrer keinen gültigen Führerschein besaß. 

Bei dem Unfall ist am gestrigen späten Vormittag ein 26-jähriger BMW-Fahrer mit seinem wagen ungebremst auf der Gegenspur in einen entgegen kommenden LKW geprallt. Die Wucht des Aufpralls war massiv. Der Motor des BMW – ein Modell der 7-er-Reihe, so die Polizei am Dienstag – wurde zerfetzt, der Wagen selbst zusammen gestaucht. 

Tragisch: Die Retter hatten in dem Wrack nach dem Unfall den bereits verstorbenen Fahrer und ein lebensgefährlich verletztes Kind ausgemacht. Dass sich im Wagen ein zweites Mädchen befunden hatte, wussten sie lange nicht. Eine Erklärung lieferte Polizeisprecher Thomas Kalmbach am Morgen danach im Gespräch mit der NRWZ: „In dem BMW hat sich nur ein Kindersitz befunden.“ 

Es habe zudem keines der beiden Kinder in diesem Sitz gesessen. Dennoch hat die Polizei nach Angaben Kalmbachs keinen Hinweis auf einen möglichen erweiterten Suizid gefunden. „Das haben wir abgeklärt, die Möglichkeit hatte bald in unseren Köpfen herumgespukt“, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen, Kalmbach. 

Wie die Unfallermittler zwischenzeitlich festgestellt haben, war zwar der Vater, die beiden Kinder aber nicht angeschnallt, so der Polizeisprecher.

Der Kommandant der Dunninger Feuerwehr, Volker Hils, erklärte bereits am Montagnachmittag auf Nachfrage der NRWZ klar, der Wagen sei von den Einsatzkräften — von seinen Kameraden wie auch von der Polizei — durchsucht worden (wir haben berichtet). 

Die Polizei will nun zum Einen die Unfallursache klären. Der BMW war auf der Gegenspur frontal in den LKW geprallt, von beiden Fahrzeugen gibt es keine Bremsspuren. Die gefahrenen Geschwindigkeiten stehen noch nicht fest, sie dürften sich aber auf einen dreistelligen Bereich aufsummieren. 

Die zweite Ermittlungsebene betrifft den Todeszeitpunkt des zweiten Kindes, eines vierjährigen Mädchens. Dieses hatten die Retter im Wrack gefunden, während sie den Leichnam des Fahrers bargen.

Wie die Polizei am Mittwoch bestätigte, besaß der Unfallfahrer keinen gültigen Führerschein.

Die kleine Tochter des getöteten Fahrers, die in eine Klinik in Freiburg gebracht worden war, ist gestern noch notoperiert worden, so Polizeisprecher Kalmbach. „Die Verletzungen waren sehr schwer“, sagte er, die OP sei aber geglückt. Das Mädchen sei stabil, wenn auch noch nicht aus der Gefahrenzone.

Die Körper der beiden weiteren Menschen, die in dem BMW gesessen hatten, des Vaters und der zweiten Tochter, sollen nun obduziert werden. 

Den entstandenen Sachschaden an dem 7-er BMW und dem neuwertigen Lastwagen schätzt die Polizei auf zirka 120.000 Euro (100.000 Euro LKW, 20.000 Euro PKW).

Neben Notarzt und 14 Rettungskräften waren die Feuerwehren aus Dunningen und Schramberg mit 9 Fahrzeugen und 26 Mann im Einsatz.

Wegen der unfallbedingten Ölverschmutzung musste die Straßenmeisterei im Umfeld des Unglücksortes teilweise Erdreich abtragen.

Die Unfallermittlungen sind noch im Gange. Da die genaue Unfallursache nach wie vor unklar ist, sucht die Verkehrspolizei dringend nach weiteren Zeugen. Insbesondere hat sich bisher noch niemand gemeldet, der hinter dem BMW hergefahren ist. Wer den Unfall gesehen hat wird eindringlich gebeten, sich bei der Verkehrspolizei in Zimmern ob Rottweil, Telefon 0741 34879 0, zu melden.

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