„Ein echter Gewinn“

Neues Gemeindehaus in Dietingen findet rege Nutzung / 1,18 Mio. Euro Baukosten

Autor / Quelle: Pressemitteilung (pm)
Lesezeit 5 Min.
Das Gemeindehaus befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche und ist in den Hang hineingebaut. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart /Gregor Moser

Zum Ende des vergangenen Jahres konnten die rund 900 Mitglieder der Kirchengemeinde St. Nikolaus in Dietingen die Eröffnung ihres neuen Gemeindehauses feiern. „Dieses entwickelte sich seither zur festen und gerne genutzten Anlaufstelle im Ort“, heißt es in einer Pressemitteilung der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Schon zu Beginn hatten die Macher aus dem Kirchengemeinderat pfiffige Ideen, um die Nutzung anzuschieben: Ein selbstgemachter Adventskalender informierte über die ersten anstehenden 24 Veranstaltungen im neuen Haus und auch eigens gestaltete Bierdeckel fanden in der Vorweihnachtszeit viele dankbare Abnehmer, berichten Marlies Hirt, die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats, und Stefan Török, der ebenfalls in diesem Gremium von St. Nikolaus aktiv ist. So fand erstmals ein Treff mit den Tauffamilien des vergangenen Jahres statt, Eine-Welt-Verkaufsnachmittage, Zusammenkünfte der Firm- und Kommuniongruppe sowie der Krabbelgruppe, Frühstückstreffen nach der Roratemesse und Seniorennachmittage der Sozialgemeinschaft. Der Kirchenchor wie auch andere Gruppen fanden – teils zum ersten Mal – unter dem neuen Dach ein eigenes Zuhause. Hirt sagt: „Die rege Nutzung zeigt uns, dass das Gemeindehaus ein echter Gewinn ist.“

Török berichtet, wie es dazu kam: Auf dem Grundstück neben der Kirche, auf dem dann gebaut wurde, stand 200 Jahre lang ein großes Bauernhaus, in dem früher ein von Vinzentinerinnen geführtes Seniorenwohnheim untergebracht war. 20 Jahre stand das Gebäude dann seit dem Auszug des Seniorenheimes leer. Das Gebäude gehörte der Kirchengemeinde, das umliegende Grundstück der politischen Gemeinde.

Durch einen Flächentausch und den Zukauf einiger Quadratmeter seien die Voraussetzungen für den Neubau geschaffen worden. Dieser bietet nun einen Saal mit 65 Quadratmetern zur vielfältigen Nutzung, einen Jugendraum mit Teeküche auf 25 Quadratmetern, eine Küche mit Lagerraum und im Sommer lädt ein Balkon dazu ein, die großen Fenster zu öffnen, um draußen zu verweilen. Insgesamt umfasst das Gebäude rund 150 Quadratmeter Nutzfläche. Das in einen Hang gebaute Haus wurde aus vorgefertigten Holzelementen errichtet, bietet durch die verwendeten Materialien ein fühlbar angenehmes Raumklima, ausreichend Lagerplatz und eine Garage im Keller. Nahebei konnten zudem Parkplätze in ausreichender Zahl geschaffen werden, sagt Török. Eine Brachfläche zwischen Kirche und Gemeindehaus soll von der bürgerlichen Gemeinde noch zu einem Festplatz hergerichtet werden.

Die Baukosten beliefen sich auf rund 1,18 Millionen Euro, finanziert überwiegend durch Mittel der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Rund 700.000 Euro steuerte die Kirchengemeinde bei. Hinzu kommt Spendengeld in Höhe von 50.000 Euro, das diese zur Realisierung des Projekts sammeln musste – ein Großteil davon sei durch vielfältige Aktionen bereits in der Kasse, berichten Török und Hirt.

Im Rückblick sei die Begleitung des Baus genauso fordernd gewesen, wie wenn man selbst ein Haus baut, erinnert sich Hirt und verweist auch auf das große Engagement des Kirchengemeinderats. Sie selbst hatte die Baubegleitung federführend inne und stand im laufenden Austausch mit Architekten, Bauleitung und Handwerkern. Das habe viel Energie gekostet. „Anfangs gab es auch kritische Stimmen, etwa zur Dachform oder zur Raumaufteilung. Doch diese Anliegen konnten schon in den Architektenwettbewerb eingebracht und berücksichtigt werden und heute sind sich daher alle einig, dass sich das Gemeindehaus harmonisch ins Ortsbild einfügt“ berichtet Török. Besonders gelobt werden von vielen Besucherinnen und Besuchern die Helligkeit, das angenehme Raumklima und der schöne Ausblick, setzt Hirt hinzu und verweist darauf, dass farblich auch Elemente der nebenliegenden Kirchen- und Rathausgebäude mit in die Gestaltung des Neubaus aufgenommen wurden. Stolz verweisen die beiden Ratsmitglieder auch darauf, dass eingelassen in die Außenwand in Richtung des künftigen Festplatzes, sich ein eingelassener Kasten mit Strom- und Wasseranschlüssen verbirgt und für die Teilnehmenden künftiger Veranstaltungen dort gebe es einen abgetrennten Sanitärbereich im Gemeindehaus mit einem eigenen Eingang.

„Wir sind sehr dankbar und froh, dass wir dieses Projekt angepackt haben“, lautet das gemeinsame Fazit von Hirt und Török. Die Freude der Gemeindemitglieder bestätigte ihnen, dass sich der große Einsatz gelohnt hat. „Hier ist ein echter Meilenstein entstanden für unsere Gemeinde.“

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