Feuerwehr Rottweil mit Einsatzrekord: 724 Einsätze im Jahr 2023 

Jahreshauptversammlung in der Göllsdorfer Mehrzweckhalle / Hochkarätige Ehrungen / Stadtbrandmeister Frank Müller gibt Einblick in die Arbeit der Wehr

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Ein aufreibendes Jahr liegt hinter der Feuerwehr Rottweil. Die Zahl der Einsätze ging sprunghaft nach oben – erreichte damit einen neuen Rekord. Das wurde bei der Hauptversammlung der fast vollständig ehrenamtlich organisierten Wehr bekannt. Eine der Schattenseiten: Das Material wird, neben den Einsatzkräften, ebenfalls stark belastet. Für die Kernstadt drohe gar ein Fahrzeugkollaps, hieß es.

(Rottweil). 724 Einsätze im Jahr 2023 – das sind fast zwei pro Tag. Und zwar inklusive aller Sonn- und Feiertage. Die erstaunliche Zahl nannte Stadtbrandmeister Frank Müller im Rahmen der Hauptversammlung der Wehr, die in der Göllsdorfer Mehrzweckhalle stattfand (weil sich die AfD in der eigentlich bevorzugten Stadthalle versammelte). So habe die Rottweiler Wehr in den Jahren 2020 bis 2022 schon mehr als 400 Einsätzen pro Jahr abgearbeitet, berichtete Müller. „2023 stieg die Einsatzzahl massiv auf 724 Einsätze an“, heißt es in seinem Bericht (hier weiterlesen).

Ehrungen

Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber für Bernd Bechtold

Ihm wurde eine besondere Ehrung zuteil: Bernd Bechtold. Er ist seit …

  • 30 Jahren eingesetzter Löschzugführer des sogenannten Löschzugs drei in der Einsatzabteilung Rottweil,
  • 30 Jahren Kreisausbilder für Grundausbildung und Truppführer
  • und war mehr als 30 Jahre lang Ausschussmitglied sowohl im Abteilungsausschuss als auch im Feuerwehrausschuss der Gesamtfeuerwehr.
  • Am 26.01.2023 wurde Bernd zum Hauptbrandmeister befördert.
  • 2016 erhielt er bereits das Verdienstabzeichen des Landkreises Rottweil in Gold für die lange Ausbildertätigkeit.

Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf, Stadtbrandmeister Frank Müller, die besonders ausgezeichneten Feuerwehrkameraden Udo Blust, Bernd Bechtold, und Heiner Maute sowie Bürgermeisterin Ines Gaehn und Fachbereichsleiter Bernd Pfaff (v.l.n.r.). Foto: Feuerwehr Rottweil

Kreisbrandmeister Nicos Laetsch (1. v.l.), Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf, (2. v.l.), Stadtbrandmeister Frank Müller (3. v.r.), Bürgermeisterin Ines Gaehn (3. v.r.) und Fachbereichsleiter Bernd Pfaff mit den für 15, 25 und 40 Jahre Einsatzdienst ausgezeichneten Kameradinnen und Kameraden. Foto: Feuerwehr Rottweil

Die Einsätze – aufgeschlüsselt

Aufgeschlüsselt waren das laut dem Kommandanten 142 Brandeinsätze, 383 Hilfeleistungen – von der einfachen Türöffnung bis zum schweren Verkehrsunfall, bei dem eine verletzte Person aus einem Wagen befreit werden muss – und vier Einsätze zur Rettung von Tieren. Außerdem waren es 212 sonstige Einsätze – davon 113 sogenannte First Responder-Einsätze, bei denen ein Mitglied der Feuerwehr zur Unterstützung des Rettungsdienstes als Erstes an den Einsatzort geschickt wird und 16 Brandsicherheitswachdienste – etwa, wenn im Kraftwerk das Partyvolk tanzt.

40x Überland ausgerückt

83 Fehlalarme waren laut Müller dabei, davon viele sogenannte Täuschungsalarme durch Brandmeldeanlagen und private Rauchwarnmelder. „In den oben genannten Zahlen sind in Summe 40 Überlandhilfeeinsätze enthalten, beinahe eine Verdopplung zu den Überlandhilfen im Jahr 2022“, erklärte der Kommandant weiter. „Überland ist, wenn die Drehleiter nach Wellendingen oder Dunningen oder, wie auch schon vorgekommen, nach Tuttlingen ausrückt, zur Unterstützung dortiger Kräfte.

Klassische Aufgaben – und darüber hinaus

„Auch bei sogenannten Flächenlagen wie etwa Hochwassern und Sturmereignissen stehen unsere Mitglieder der insgesamt sieben Einsatzabteilungen 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr bereit“, erklärte Müller. So sei die Wehr „ein fester Bestandteil der Sicherheitsarchitektur der Stadt Rottweil mit ihren über 25.000 Einwohnern“.

Es ist wie in jeder Feuerwehr, aber es darf ja einmal im Jahr ausführlich erwähnt werden: Neben den klassischen Aufgaben der Brandbekämpfung und des Brandschutzes leisten die 250 Einsatzkräfte der Feuerwehr Rottweil auch bei Verkehrsunfällen, Unglücken, Notfällen oder Umweltschäden technische Hilfe „und damit einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit der Bürgerinnen, Bürger und Gäste in unserer Stadt“, so Müller.

Hierfür sei die Feuerwehr Rottweil flächendeckend mit neun Standorten im gesamten Stadtgebiet und allen Teilorten präsent. Auch für die Bürgerinnen und Bürger der Teilorte ist somit der Grundschutz rund um die Uhr gewährleistet. So verfüge jede Abteilung über mindestens ein Löschfahrzeug mit Atemschutzgeräten, um etwa bei Bränden sofort die Menschenrettung vornehmen zu können. „Neben der urbanen Bebauung mit der besonders wertvollen historischen Bausubstanz Rottweils stellen dabei die Bundesautobahn A 81, die Bundesstraßen B 27, B 14 und B 462 besondere Einsatzschwerpunkte dar“, sagte Müller weiter.

Ebenso sei für die Sicherheit der stetig wachsenden Anzahl von (pendelnden) Schülerinnen und Schülern an den Rottweiler Schulen zu sorgen. Die Feuerwehr Rottweil als Stützpunktfeuerwehr leiste mit ihren Spezialfähigkeiten aber auch Überlandhilfe in allen umliegenden Gemeinden, im ganzen Landkreis Rottweil und bei Bedarf sogar darüber hinaus.

95 Einsatzstellen bei Unwetter

Bei den Technischen Hilfeleistungen hätten sich zwei Unwetter mit allein 95 registrierten Einsatzstellen bemerkbar gemacht – wobei die Zahl noch höher liege, weil nicht jede Einsatzstelle oder noch schnell entfernte Äste oder Bäume ihren Weg zur erfassenden Führungsgruppe im Führungshaus gefunden hatte.

„Bei den teilweise sehr belastenden Einsätzen bei der Technischen Hilfe, bei den Türöffnungen, Personenrettungen für den Rettungsdienst, Aufzugsrettungen sowie gegen Ende des Jahres bei zwei Personenschäden im Bereich der Deutschen Bahn seien insgesamt 37 Personen
gerettet worden, berichtete Müller weiter. „18 Personen konnten nur noch tot geborgen werden“, musste er konstatieren. Auch bei diesen Zahlen sei ein „signifikanter Anstieg fast um das Doppelte festzustellen“.

Sechs Dienstunfälle

Die gestiegene Einsatzzahl habe leider auch auf die Anzahl der Dienstunfälle niedergeschlagen. Sechs Einsatzkräfte der Feuerwehr Rottweil kamen in Ausübung der ehrenamtlichen Tätigkeit laut dem Kommandanten zu Schaden, „jedoch zum Glück nicht schwer und ohne erhebliche bleibende Schäden“. Die Zahlen zeigten aber, dass das Ehrenamt Feuerwehr eine gefährliche Tätigkeit darstellt und in
keiner Weise mit irgendwelchen sonstigen Vereinstätigkeiten verglichen werden dürfe. Deswegen habe die Wehr im vergangenen Jahr ein großes Augenmerk auf die Aus- und Fortbildung gelegt. Die Vielzahl der absolvierten Ausbildungen, Lehrgänge und Seminare, teilweise als Webinar, würde seinen Bericht allerdings sprengen, so Müller. „Ich kann nur sagen, Hut ab, was in diesem Bereich von allen Abteilungen geleistet wurde. Die hierfür aufgewendeten Finanzmittel sind absolut sinnvoll angelegt und es findet dadurch auch ein Wissenstransfer in die gesamte Mannschaft statt. Der Kommandant kündigte an, weiterhin auf Aus- und Weiterbildung zu setzen.

Eine Bugwelle, die die Feuerwehr nach Corona im Bereich der Gruppen- und Zugführerausbildung vor sich hergeschoben hatte, habe „doch wider Erwarten etwas abgebaut werden“ können, sagte Müller weiter. Doch er stieß hier offenbar auch auf Probleme: „Leider vergeblich warten wir aber seit vielen Jahren auf zwei Lehrgangsplätze für die Ausbildung zum Verbandsführer“, stellte Müller fest. „! „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie die vorhandenen Lehrgangsplätze vergeben werden. Hierzu sind wir uns im Kreise der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehren mit hauptamtlichen Kräften (AGHF) einig: Die komplette Vergabe der Lehrgangsplätze gehört wieder wie früher in die Hände der Landesfeuerwehrschule.

Nicht vergessen werden dürften auch die normalen Einsatztrainings, die in jeder einzelnen Einsatzabteilung nach festen Dienstplänen fast im Wochenrhythmus organisiert werden. Dabei werden die einzelnen Handlungsabläufe trainiert, damit diese in der stressigen Einsatzsituation automatisiert ablaufen können, erklärte der Stadtbrandmeister. Teilweise werde auch abteilungsübergreifend trainiert, „was ich sehr begrüße, und euch ermuntere, dies auch weiterhin so zu praktizieren und noch weiter auszubauen“. Durch den Austausch werde nicht nur der Wissenshorizont jedes Einzelnen erweitert, sondern auch die Kameradschaft untereinander gestärkt.

„Imposante Leistungsschau“: der Blaulichttag

Er freue sich sehr darüber, erklärte Müller weiter, dass auch mit der Einsatzabteilung Zimmern vermehrt gemeinsam trainiert wird. „Beim letzten größeren Brandeinsatz in Zimmern hat sich das gemeinsame Trainieren absolut bewährt und es ist mittlerweile ein schönes Miteinander und eine effiziente Ressourcennutzung der beiden benachbarten Kommunen entstanden“, sagte der Stadtbrandmeister, der zuletzt auch oft als stellvertretender Kreisbrandmeister in Nachbargemeinden ausgerückt ist. Die Kameradschaft unter den einzelnen Blaulichtorganisationen habe beim Blaulichttag im vergangenen Jahr ebenfalls gepflegt und weiter gestärkt werden können. „In einer imposanten Leistungsschau mitten in der autofreien Innenstadt konnten wir alle zeigen, was in uns steckt und wie gut wir untereinander
vernetzt sind.“

„Und weil einigen besonders sportlichen Einsatzkräften die ohnehin schon vielen Termine nicht genug sind, haben diese noch sehr erfolgreich am Treppenlauf in Köln und als Lokalmatadoren beim TKE Towerrun teilgenommen“, ergänzte Müller. Auch beim Rottweiler Volksbanklauf hätten die Einsatzkräfte enormen sportlichen Ehrgeiz gezeigt, indem sie die Laufstrecke mit angeschlossenen Atemschutzgeräten bewältigten.

Ein neues Fahrzeug im vergangenen Jahr

Der Bestand der Feuerwehr Rottweil hat sich laut dem Kommandanten im vergangenen Jahr um ein Fahrzeug erhöht, da das neue Mittlere Löschfahrzeug (MLF) in Feckenhausen „nach langer Durststrecke wegen diverser Mängelbeseitigungen“ (Müller) in Betrieb genommen werden konnte. „Wir freuen uns schon alle auf die feierliche Fahrzeugweihe am 16. März in Feckenhausen“, sagte er. Das über 30 Jahre alte Löschfahrzeug (LF) 8/6 der Einsatzabteilung Feckenhausen werde nun demnächst noch benötigt, da das LF 10/6 der Einsatzabteilung Göllsdorf für Reparaturarbeiten am Löschwassertank in eine Werkstatt komme.

Der Personalbestand zum 31.12.2023

Die insgesamt 448 Mitglieder der Feuerwehr Rottweil, neun mehr als im Vorjahr, gliedern sich auf in 251 aktive Einsatzkräfte, 113 Jugendfeuerwehrmitglieder und 84 Alterswehrmitglieder. Dies stellt laut dem Kommandanten einen „absolut stabilen Personalbestand dar, der sicherlich in der weiteren Umgebung seinesgleichen sucht“. Einzig in den Ortsteilen Neukirch und Zepfenhan könnte die Wehr bei den Aktiven noch weitere Verstärkung gebrauchen. Zurzeit unterstützen hier sogenannte Tagesausrücker, dies sind Feuerwehrleute aus anderen Einsatzabteilungen oder Nachbarfeuerwehren, die dort vor Ort arbeiten.

Hilfsfrist wird eingehalten – auch in höher gelegenen Stadtteilen

Aufgrund der jetzt verbesserten Fahrzeugausstattung und der derzeit im Optimierungsprozess befindlichen „AAO Berg“ – der Alarm- und Ausrückeordnung für die höher gelegenen Stadtteile – könne die Hilfsfrist aus den Hinweisen zur Leistungsfähigkeit der Feuerwehren in Baden-Württemberg jederzeit gewährleistet werden, erklärte Müller.

Hohe Einsatzzahl verursacht Kosten – Fahrzeugkollaps droht

Die hohe Einsatzzahl hat eine weitere Schattenseite neben der starken Belastung für die Einsatzkräfte der Wehr: Sie schlägt sich laut Müller „deutlich bei den immensen Unterhaltskosten für die Fahrzeuge, Maschinen und Geräte nieder“. Der ohnehin schon überalterte Fuhrpark sei bei der gestiegenen Einsatzhäufigkeit noch mehr beansprucht worden. Gerätewart Rainer Knoblauch hatte und hat bis dato laut Müller alle Hände voll zu tun, um die Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge und Geräte zu gewährleisten. „Vor allem in der Kernstadt stehen wir seit Jahren kurz vor dem Fahrzeugkollaps. Ich hatte dies in den letzten Versammlungen bereits stets angemahnt“, erinnerte der Stadtbrandmeister.

Es war im vergangenen Jahr notwendig geworden, ein Leihfahrzeug für knapp 38.000 Euro zu ordern, während noch über 10.000 Euro für Reparaturarbeiten in das nun 26 Jahre alte Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 investiert wurden. Auch bei der über 30 Jahre alten Drehleiter musste die Wehr gegen Ende des Jahres 2023 aufgrund eines technischen Defekts die Reißleine ziehen. Seither fährt sie mit einem Leihfahrzeug zu den Einsätzen, ein Fahrzeug des Herstellers der neuen Drehleiter. Müller mahnte: „Wir müssen uns endgültig vom Gedanken verabschieden, dass ein Feuerwehrfahrzeug erst nach 30 Jahren ersatzbeschafft werden muss. Unser Bedarfsplan bezüglich der Fahrzeugersatzbeschaffungen muss nun entsprechend angepasst werden. Realistisch ist eine Nutzungsdauer von maximal 25 Jahren.“

Die Jugendfeuerwehr: Freund- und Kameradschaft

Die Jugendfeuerwehr mit ihren 113 Mitgliedern gliedert sich auf in die einzelnen Jugendgruppen sowie den Kindergruppen. Im vergangenen Jahr wurde Verena Broghammer auf ein Jahr als Stellvertreterin von Stadtjugendwart Christoph Ulmschneider gewählt. Erst vor kurzem wurden diese beiden wieder auf fünf Jahre gewählt.

Die Kinder und Jugendlichen trafen sich 2023 wieder regelmäßig zu den Dienstabenden, um zu basteln oder die Feuerwehrwelt etwas näher zu erkunden. „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Dienstpläne von den einzelnen Kinder- und Jugendgruppen erhalte, um eine grobe Übersicht zu haben, was gemacht wird“, sagte Müller. Stand vor 30 Jahren noch fast ausschließlich feuerwehrtechnische Ausbildung auf dem Dienstplan, so habe sich dies im Laufe der Jahre erheblich geändert. „Jugendfeuerwehr bedeutet heute Technik, sprich Umgang mit modernen Geräten, Wettbewerbe, wie der Kinderfunke für die Kleinsten und die Jugendflamme in verschiedenen Stufen, Leistungsspange, die man auch nach der Übernahme in die Einsatzabteilung an seiner Uniform tragen darf, Zeltlager, drei tolle Tage mit der gesamten Jugendfeuerwehr aus dem Kreisgebiet, praktizierten Umweltschutz etwa bei der Stadt- und Dorfputzete, Spiel und Sport, vor allem in den
Sommermonaten mit vielen Outdoorspielen und Gemeinschaft“, so Müller. Die Aktivitäten und Erlebnisse innerhalb der Gruppe sorgten dafür, dass die Stärkeren die Schwächeren unterstützen – also beste Voraussetzungen, um Freundschaften und eine gute Kameradschaft zu entwickeln.

Im vergangenen Jahr konnte hierbei eine gemischte Gruppe aus den Jugendfeuerwehrwehren Rottweil und Zimmern die sogenannte „Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr“ erwerben. Diese stellt die höchste Auszeichnung für ein Mitglied der Deutschen
Jugendfeuerwehr dar. Dafür gab es den Glückwunsch des Kommandanten.

Die Alterswehr: Unterstützung und Ausflüge

Die 84 Alterswehrmitglieder trafen sich wieder monatlich bei den einzelnen Abteilungen im Wechsel. Dorthin wurden sie von den Aktiven gebracht und auch wieder abgeholt, berichtete Müller. Beim Ausflug der Alterswehr nach Überlingen an den Bodensee seien ebenfalls viele Mitglieder mit Partner mit dabei gewesen. Alterswehrleiter Rainer Müller – der ehemalige Stadtbrabdmeister – und sein Stellvertreter Wolfgang Mack unterstützten die Aktiven unter dem Jahr fast wöchentlich bei diversen Führungen für Schulen und Kindergärten durch die Feuerwache Rottweil. „Das Gebäude ist nach wie vor ein Besuchermagnet für das junge Publikum“, so Müller, aber gelegentlich sei auch
Fachpublikum im Haus, das nicht selten erstaunt sei über die Funktionalität des Gebäudes.

Der Ausblick: Neue Drehleiter kommt wohl in wenigen Wochen

Die neue Drehleiter der Einsatzabteilung Rottweil soll nach jetzigem Stand am 27.03.2024 vom TÜV bei der Firma Rosenbauer abgenommen werden. In der darauffolgenden Woche sollen dann die Multiplikatoren der Einsatzabteilung Rottweil unterwiesen werden – die dann weitere Kräfte einweisen können. Bereits jetzt finden laut Müller vorbereitende Schulungen der Maschinisten statt, um das Ziel, die Ausbildung als
Drehleitermaschinist nach den AGBF-Richtlinien (AGBF =  Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland) zu absolvieren, zu erreichen. Im Anschluss bestehe dann die Möglichkeit, dass die interessierten Atemschutzträger eine zwölfstündige Ausbildung zum Korbmaschinisten machen. „Wir sind schon sehr gespannt auf das neue Fahrzeug und freuen uns bereits riesig auf die Abholung und die Inbetriebnahme.

Digitale Probleme

Die Umrüstung vom bisher analogen Sprechfunk zum Digitalfunk gehe unterdessen sehr schleppend voran, „das nervt“, so Müller. Kurz vor Weihnachten 2023 seien alle benötigten Geräte und Bauteile angeliefert worden. „Seitdem herrscht leider Ruhe und wir warten sehnsüchtig auf die Firma, die die Geräte in die Fahrzeuge einbauen soll“. Man sei aber bereit und könne spätestens im vierten Quartal 2024 digital funken.

Die digitale Alarmierung laufe ebenfalls „noch immer nicht ganz zufriedenstellend“. Man sei weiterhin im Kontakt mit dem IuK-Beauftragten (dem für Information und Kommunikation) des Landkreises und suche nach Lösungsmöglichkeiten. Es bestünden im innerstädtischen Bereich, primär im Bereich der Mittelstadt, Kaiserstraße, Königstraße und Umgebung immer noch Empfangsprobleme, die weitergemeldet würden. Eine Rückmeldung auf die Fehlermeldungen habe man noch keine erhalten. Hier sehe er eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, so Müller.

Wahlen

Nach den Berichten des Schriftführers André Wendel, der Kassiererin Corina Daute und der Kassenprüferin Manuela Hermann fand die Wahl des Schriftführers statt.  Der amtierende Schriftführer André Wendel wurde einstimmig wieder gewählt. 

Dank

Wie es sich auf einer Jahreshauptversammlung gehört, bedankte sich Stadtbrandmeister Müller. So etwa bei den Partnern und Angehörigen hinter den Einsatzkräften. Zudem den Arbeitgebern, die ihre Beschäftigten für das Ehrenamt Feuerwehr, egal ob für den Einsatzdienst oder für Aus- und Fortbildungen freistellen. Aus den Reihen der Stadtverwaltung bedankte er sich bei OB Dr. Christian Ruf, bei Bürgermeisterin Ines Gaehn, Fachbereichsleiter Bernd Pfaff „und allen anderen Beschäftigten, die uns und mich stets unterstützen und mit denen wir täglich sehr vertrauensvoll zusammenarbeiten.“ Zudem galt der Dank des Kommandanten „jedem einzelnen Gemeinderat und den sechs Ortsvorstehern für die Unterstützung in allen Belangen der Feuerwehr Rottweil und des städtischen Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes zum Wohle aller Einwohner der Stadt Rottweil und des Umlands, sowie für die Bereitstellung der immensen Finanzmittel für diese wichtigen Themengebiete.

„Wir haben unsere Hausaufgaben nun gemacht, um die Feuerwehr Rottweil zukunftsfähig aufzustellen, nun warten wir gespannt darauf, ob die Fahrzeuge nach all unseren Mühen und Gesprächen den Weg auf die Prioritätenliste finden und warten auf die Förderbescheide des Landes, um entsprechend ausschreiben zu können. Allen Behörden, die uns über das Jahr hinweg unterstützen und schauen, dass wir als Feuerwehr Rottweil vorankommen, danke ich zum Abschluss ebenfalls ganz herzlich“, schloss Müller.

Im Rahmen der Entlastung bedankte sich Oberbürgermeister Dr. Ruf bei allen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für deren Engagement und Einsatzbereitschaft, insbesondere im vergangenen Jahr. Sein Dank galt – genauso wie der von Stadtbrandmeister Frank Müller – aber auch den Familien, Ehepartnerinnen und -partnern, Partnerinnen und Partnern für deren Verständnis und den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern für deren Bereitschaft, im Einsatzfall die Einsatzkräfte während der Arbeitszeit freizustellen.

Stadtkapelle mit Rahmenprogramm

Neben Gästen aus der Lokalpolitik und der Blaulichtfamilie wurden die sieben Einsatzabteilungen, die Jugendfeuerwehr und die Alterswehr im Rahmen der Hauptversammlung von einem unterhaltsamen Programm der Stadtkapelle Rottweil begleitet. 

NRWZ-Redaktion
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