Hübsch gelegen: der Lehnhof bei Hausen. Foto: mm

Der Lehr­hof, eine alte Hof­stel­le bei Hau­sen, am Rand des Eschach­t­als gele­gen, sorgt der­zeit für erhitz­te Gemü­ter in Rott­weils Teil­ort. Der Hof stand zum Ver­kauf, nach­dem die Betrei­ber ver­stor­ben waren. Ein Hau­se­ner Bio­land­wirt hat­te sich nach eige­nen Anga­ben dar­um bewor­ben. Er braucht das Geländ, wie er erklärt, denn er möch­te sei­nen Betrieb erwei­tern. Außer­dem wer­den eini­ge sei­ner bestehen­den Flä­chen dem­nächst dem neu­en Bau­ge­biet „Bron­nen­kohl” zum Opfer fal­len. Doch offen­bar hat der Lehr­hof-Besit­zer bereits an einen Inves­tor ver­kauft, der auf dem Gelän­de den Gerüch­ten zufol­ge einen Rei­ter­hof errich­ten möch­te.

In Hau­sen regt sich der Wider­stand: Ein Rei­ter­hof wer­de viel Ver­kehr in das Land­schafts­schutz­ge­biet brin­gen, eine natur­na­he Nut­zung sei das nicht, und außer­dem brau­che man kei­nen wei­te­ren Rei­ter­hof, argu­men­tie­ren die Geg­ner. Auch recht­lich wäre die Nut­zung als Rei­ter­hof ein Pro­blem, denn nach dem Agrar­struk­tur­ver­bes­se­rungs­ge­setz (ASVG) steht das Gelän­de vor­ran­gig land­wirt­schaft­li­cher Nut­zung zu.

Das kann die Stadt Rott­weil aber ändern, indem sie den Bebau­ungs­plan ändert. Und das scheint sie zu wol­len. Der betrof­fe­ne Land­wirt erzählt im Gespräch mit der NRWZ, er habe beim Bau­amt nach­ge­fragt, und man habe ihm gesagt, er sol­le sich doch als fai­rer Ver­lie­rer geben.

Um den Bebau­ungs­plan zu ändern muss aller­dings der Ort­schafts­rat in Hau­sen und spä­ter der Gemein­de­rat zustim­men. Der Ort­schafts­rat habe, hört man, bereits bera­ten, aller­dings nicht öffent­lich. Einen Beschluss habe es nicht gege­ben, da Orts­vor­ste­her Her­bert Sau­ter den Punkt wie­der von der Tages­ord­nung genom­men habe.

Die­ser hält sich im Gespräch mit der NRWZ bedeckt: Es hand­le sich hier um eine nicht öffent­li­che Ange­le­gen­heit, und nein, ein Rei­ter­hof sei nicht geplant, „das ist total falsch!” Aller­dings sei der Lehr­hof tat­säch­lich nicht an den Hau­se­ner Bio­land­wirt ver­kauft wor­den. Dass ein Bebau­ungs­plan für die geplan­te zukünf­ti­ge Nut­zung nötig sei, gibt Sau­ter zu, es hand­le sich beim Käu­fer um einen Pri­vat­mann, der das Gelän­de spä­ter land­wirt­schaft­lich nut­zen wol­le.

Sei­tens der Stadt­ver­wal­tung hält man sich aus Daten­schutz­grün­den zurück, es hand­le sich hier auch um einen rein pri­vat­recht­li­chen Vor­gang, so Pres­se­spre­cher Tobi­as Her­mann. Auch er ver­weist auf den Vor­rang land­wirt­schaft­li­cher Nut­zung nach dem ASVG und die ansons­ten nöti­ge Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­plans. „Hier­für wäre ein ent­spre­chen­des Kon­zept des Vor­ha­ben­trä­gers vor­zu­le­gen, das dann im Rah­men der Bau­leit­pla­nung zu bewer­ten wäre. Im Rah­men ihrer Zustän­dig­kei­ten könn­te die Stadt Rott­weil dann auch die Kon­zep­ti­on über­prü­fen und bewer­ten und dem­entspre­chend das Bau­leit­plan­ver­fah­ren davon abhän­gig machen“, so Her­mann.

Eine Zustim­mung für den Ver­kauf der Hof­stel­le an einen Nicht-Land­wirt braucht es auch sei­tens des Land­wirt­schafts­amts. Die­se liegt bis­lang noch nicht vor, wie Bri­git­te Stein, Refe­ren­tin des Land­rats, betont.