Beim Pressegespräch zur Kriminalstatistik: Ordnungsamtsleiter Bernd Pfaff, OB Ralf Broß, Bürgermeister Dr. Christian Ruf, die stellvertretende Revierleiterin Jasmin Vetter und Revierleiter Markus Haug (von links). Foto: wede

His­to­ri­scher Tief­stand bei Straf­ta­ten in Rott­weil. „Das zeigt, dass wir in der Stadt sicher leben und uns wohl­füh­len kön­nen“ – Rott­weils Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß nahm die Poli­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik (PKS) für die Stadt erfreut zur Kennt­nis.

Von den bekannt gewor­de­nen Straf­ta­ten ver­mel­de­te Revier­lei­ter Mar­kus Haug Posi­ti­ves, näm­lich eben jenen „his­to­ri­schen Tief­stand“: Die Gesamt­zahl der Fäl­le ist 2018 auf 1065 zurück­ge­gan­gen – das waren 149 weni­ger als 2017. 2014 muss­te die Poli­zei noch 1523 Fäl­le auf­klä­ren. Die Auf­klä­rungs­quo­te ist auf 65,6 Pro­zent gestie­gen (+ 1,1 Pro­zent). Sie „bewegt sich daher auf einem sehr hohen Niveau und liegt deut­lich über der Auf­klä­rungs­quo­te des Lan­des“, sag­te Haug. Nur 2017 lag sie höher. „Alles über 60 Pro­zent ist ein her­vor­ra­gen­der Wert“, führ­te er an.

Die „Häu­fig­keits­zahl“, also die Zahl bekannt gewor­de­ner Fäl­le auf 100.000 Ein­woh­ner, beträgt 4226 und somit deut­lich weni­ger als im Jahr zuvor. Zum Ver­gleich: In Schram­berg liegt sie bei 2689, in Obern­dorf bei 4026, in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen bei 5792 und in Tutt­lin­gen bei 7127.

Ganz erfreu­lich ist die Ent­wick­lung bei Woh­nungs­ein­brü­chen: 2018 gab es im Bereich der Kreis­stadt gera­de sechs, und davon wur­den vier auf­ge­klärt. 2014 waren es 32 gewe­sen. Den­noch: „Jede Straf­tat ist eine zu viel“, beton­te Haug. Auch die Zahl der gemel­de­ten Laden­dieb­stäh­le ist deut­lich zurück­ge­gan­gen, von 140 (2016) über 77 (2017) auf 53 (2018). Dabei mag aber eine Rol­le gespielt haben, dass in den bei­den Jah­ren der Ein­kaufs­markt auf der Sali­ne umge­baut wur­de.

Die Fall­zah­len der Rausch­gift­kri­mi­na­li­tät sind zurück­ge­gan­gen. Das liegt nach Mit­tei­lung von Haug vor allem dar­an, dass ver­stärkt gegen die „nächs­te Ebe­ne“ der Dea­ler vor­ge­gan­gen wird. Die Men­ge des beschlag­nahm­ten Rausch­gifts ist nicht zurück­ge­gan­gen.

Opfer einer Straf­tat wur­den 259 Per­so­nen (2917: 235), wobei das vor allem Män­ner waren (167 zu 92). Noch kras­ser ist das Miss­ver­hält­nis bei den Tat­ver­däch­ti­gen: 475 waren männ­lich (Vor­jahr 527), 99 weib­lich (125). Die Zahl der tat­ver­däch­ti­gen Kin­der und Jugend­li­chen ist deut­lich zurück­ge­gan­gen, was einer­seits am Ein­satz der Jugend­sach­be­ar­bei­ter lie­ge, zum ande­ren dar­an, dass jugend­li­che Inten­siv­tä­ter aus dem Ver­kehr gezo­gen wor­den sei­en, berich­te­te Haug.

Ein biss­chen Was­ser hat­te Revier­lei­ter Mar­kus Haug, der die Zah­len fürs abge­lau­fe­ne Jahr prä­sen­tier­te, in den guten Wein geschüt­tet: „Die PKS ist kein Abbild des tat­säch­li­chen Kri­mi­na­li­täts­ge­sche­hens.“ Denn nicht alle Taten wer­den ange­zeigt und kön­nen somit auch nicht in der Sta­tis­tik erschei­nen.