B 462 Querungshilfe an der HAU kommt

Ausschuss für Umwelt und Technik berät und beschließt

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Nach jahrzehntelangen Diskussionen könnte es nun doch noch etwas werden mit der Querungshilfe an der Bundesstraße 462 bei der H.A.U. Die Stadtverwaltung at dem Ausschuss für Umwelt nun einen Plan vorgelegt, wie eine Mittelinsel dort bei der Bushaltestelle angelegt werden könnte. Zugleich sollen die Haltestellen auf beiden Seiten barrierefrei umgebaut werden.

Schramberg. Tiefbauamtsleiter Konrad Ginter führt in seiner Vorlage aus, „seit mehreren Jahren“ bestehe der Wunsch der Bevölkerung, „die Möglichkeiten zur Querung der Bundesstraße 462 im Bereich der H.A.U. zu verbessern“. Nun, der Autor dieser Zeilen erhielt von Elke Brezger 2006 als ihr Nachfolger im Rat den Auftrag, die Querungshilfe voranzutreiben. Die Buntspechtstadträtin hatte sich damals schon jahrelang vergebens darum bemüht.

Auch verschiedenen Vorschläge und Anträge in den Folgejahren scheiterten, weil die Experten bei Verkehrsschauen dagegensprachen. Auch Vorschriften über die Mindestbreite von Verkehrsinseln und nicht zuletzt die Kosten führe die damalige Stadtverwaltung gegen die Insellösung an.

Sinneswandel ermöglicht Verkehrsinsel

Nun also ein allgemeiner Sinneswandel, den wohl auch eine Bürgerinitiative aus dem Bereich Hagenwinkel / Roßwald in Gang gebracht hat. Diese habe auf die Idee der Querungshilfe „nochmals verstärkt hingewiesen“, wie Ginter schreibt.

Am 5. Oktober habe es ein Gespräch mit dem Fußverkehrsbeauftragten des Regierungspräsidiums Freiburg gegeben, um eine geeignete Lösung zu erörtern. Das Ingenieurbüro Breinlinger habe im Auftrag der Stadt den Bereich der Haltestellen neu geplant.

Die Idee: die beiden bestehenden Verkehrsinseln an den Busbuchten entfallen. So entsteht genügend Platz, um die neue Verkehrsinsel in der Straßenmitte zu platzieren. Den Plan habe die Stadt mit dem RP als dem Straßenbaulastträger, der Verkehrsbehörde und der Polizei abgestimmt. Er wäre grundsätzlich umsetzbar.

Ampel geht wegen hoher Verkehrsbelastung nicht

Ginter berichtet man habe auch eine Lösung mit Fußgängerbedarfsampel geprüft. „Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung und der Gefahr einer Rückstaubildung zum Paradiesplatz“ habe man diese Lösung allerdings nicht weiterverfolgt.

Mit Blick auf sehbehinderte Menschen wäre sie zwar besser, aber wegen der derzeitigen Verkehrsbelastung auf absehbare Zeit nicht umsetzbar. Bei einem Verkehrsversuch hatte sich außerdem herausgestellt, dass die Bedarfsampel so gut wie nicht genutzt worden war.

Nach Ansicht der Stadtverwaltung werde mit der Mittelinsel die Situation für Fußgänger deutlich verbessert. Autofahrer würden durch die Fahrspurentrennung auf querende Fußgänger hingewiesen. „Der Fußgänger selbst hat zwar keinen Vorrang, muss sich aber nur auf eine Fahrbahnseite konzentrieren und kann so Lücken in der jeweiligen Fahrtrichtung optimal ausnutzen“, argumentiert Ginter.

So stellen sich die Planer die neue Querungshilfe vor. Grafik: Stadt

Barrierefreiheit herstellen

Wenn schon an den Haltestellen gearbeitet werde, möchte die Stadt auch gleich die Barrierefreiheit herstellen. Dafür habe die Stadt einen Förderantrag beim Regierungspräsidium eingereicht. Allerdings sei die Förderantragsfrist für 2024 abgelaufen und ein Antrag werde voraussichtlich erst für das Jahr 2025 in Frage kommen. Die Stadt rechnet mit maximal 25.000 Euro Förderung je Haltestelle.

Die Außenstelle Donaueschingen des RP habe mitgeteilt, dass das RP die Kosten im Bereich der Bundesstraße, also die Insel und den Rückbau der gepflasterten Trennungen zur Bushaltestelle, übernehme. Gleichzeitig würde man die Fahrbahndecke in diesem Bereich sanieren.

Bund und Stadt teilen sich die Kosten

Ginter rechnet damit, dass Schramberg 191.000 Euro, der Bund 118.000 Euro zahlen wird. Vom städtischen teil könnte man den Zuschuss von 50.000 Euro abziehen. Im Haushalt 2024 stehen für Querungshilfe H.A.U. 150.000 Euro bereit.

Der Ausschuss wird sich am Donnerstag mit dem Thema befassen und soll der Planung zur Umgestaltung der Bushaltestellen „H.A.U.“ und dem Bau einer Mittelinsel zustimmen und die Arbeiten beschließen. Um den möglichen Zuschuss nicht zu verwirken, könnten die Bauarbeiten erst im Jahr 2025 umgesetzt werden.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.