Enor­me Erd­mas­sen sind am Vor­mit­tag einen Hang her­un­ter gerutscht und haben den Ein­gangs­be­reich des Tho­mas-Phil­ipps-Mark­tes (frü­her Han­dels­hof) in Schram­berg  blo­ckiert. Ein Park­platz ist jetzt mit Geröll, Baum­stäm­men und Erd­mas­sen bedeckt. Die Feu­er­wehr ist im Groß­ein­satz. Es wur­de nie­mand ver­letzt. Der Markt wird bis auf wei­te­res geschlos­sen sein, ein Feu­er­wehr­ex­per­te hält ihn für ein­sturz­ge­fähr­det.

OB Tho­mas Her­zog lässt sich von Abtei­lungs­kom­man­dant Patrick Wöhr­le infor­mie­ren. Foto: him

Fotos: Sven Mau­rer

Als er kurz nach 7 Uhr zum Markt gekom­men sei, sei­en schon Schlamm und Baum­stäm­me auf dem Park­platz­ge­län­de gele­gen, berich­tet Markt­lei­ter Chris­toph Moos­mann. Er habe sich des­halb ent­schlos­sen, den Markt nicht zu öff­nen. „Ich habe dann gleich die Behör­den infor­miert.“ Außer­dem hat er eine Bau­fir­ma geholt, damit die das Geröll bei­sei­te schaf­fen. „Das war soweit ok“.

Doch dann kamen meh­re­re Nach­rut­schun­gen den Hang hin­un­ter, zer­stör­ten ein Neben­ge­bäu­de und blo­ckier­ten den Markt­ein­gang kom­plett. Die Hel­fer muss­ten sich aus dem Gefah­ren­be­reich in Sicher­heit brin­gen.

Was­ser floss in den Markt und ein Brand­mel­der alar­mier­te  gegen 9.30 Uhr die Feu­er­wehr.  Die Bau­leu­te und die Feu­er­wehr­män­ner ver­such­ten, dem Was­ser einen Weg zu bah­nen, damit es nicht noch zu wei­te­ren Schä­den kommt. So etwa, indem sie ein Gelän­der weg­mon­tier­ten.

Laut Tief­bau­amts­lei­ter Klaus Dezem­ber sind das geo­lo­gi­sche Lan­des­amt, das Regie­rungs­prä­si­di­um und die Gewäs­ser­di­rek­ti­on infor­miert und wer­den Ver­tre­ter an  die Kata­stro­phen­stel­le schi­cken.

Fotos: Sven Mau­rer

Die Nach­rut­schun­gen sei­en gesche­hen, wäh­rend die Bau­ar­bei­ter ver­such­ten, mit dem Rad­la­der das Gelän­de zu räu­men. „Wir haben immer noch Sor­ge, es kommt noch mehr”, erzählt Dezem­ber.

Poli­zist Moos­mann kann über die Scha­dens­hö­he noch nichts sagen, der Ein­satz läuft der­zeit (12.15 Uhr) noch. Der Scha­den wer­de sich aber bestimmt im sechs­stel­li­gen Bereich bewe­gen. Auch Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog war zum Markt­ge­län­de gekom­men, um sich aus ers­ter Hand zu infor­mie­ren.

Im Moment kom­men immer mehr Ein­satz­kräf­te, auch vom tech­ni­schen Hilfs­werk, an die Kata­stro­phen­stel­le.

Das Land­rats­amt hat den stell­ver­tre­ten­den Kreis­brand­meis­ter, den Rott­wei­ler Kom­man­dan­ten Frank Mül­ler, an die Ein­satz­stel­le beor­dert. Er soll sich im Auf­trag der Behör­de ein Bild von der Lage vor Ort machen. Auch im Ein­satz, hier als Bau-Sach­ver­stän­di­ger, der Rott­wei­ler stell­ver­tre­ten­de Stadt­brand­meis­ter Joa­chim Woll­städt. 

Auch an ande­ren Stel­len näm­lich am Schwa­ben­hof und bei der Schö­nen Aus­sicht habe es Pro­ble­me­mit dem Was­ser gege­ben, so Revier­lei­ter Jür­gen Lede­rer, „aber das hier …”

Update um 13.15 Uhr

Um die Mit­tags­zeit waren Fach­leu­te von ver­schie­de­nen Behör­den vor Ort, um sich einen Ein­druck von der Lage zu machen. Für den Lei­ter des Lan­des­am­tes für Geo­lo­gie in Frei­burg, Dr. Cle­mens Ruch, war dies nicht der ers­te Besuch in Schram­berg. Schon beim Erd­rutsch hin­ter der Schö­nen Aus­sicht war er als Fach­mann vor Ort gefragt. Nun woll­te er sich aber noch nicht spon­tan äußern. Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog berich­tet, Anwoh­ner erin­ner­ten sich, dass in den 50er oder 60er Jah­ren die Rin­ne auf­ge­füllt wor­den sei. Es sei aber kein Müll gewe­sen.

Ein Exper­te der Feu­er­wehr ver­mu­tet, dass das Haupt­ge­bäu­de des Mark­tes ein­sturz­ge­fähr­det sein könn­te. Markt­lei­ter Moos­mann  ist über­zeugt, die mas­si­ven Beton­stütz­pfei­ler müss­ten das aus­hal­ten.

Aller­dings könn­te der Was­ser­druck hin­ter dem Gebäu­de eine der Außen­wän­de ein­drü­cken. Eines sei klar: „Die­se Woche geht im Markt nichts.” Das Was­ser, das durch den Markt floss und teil­wei­se am Mit­tag noch fließt, habe doch gro­ße Schä­den ange­rich­tet. Nun wür­den Siche­rungs­maß­nah­men ergrif­fen. OB Her­zog meint: „Haupt­sa­che, es ist nie­man­dem was pas­siert.”

Der­weil räumt Bau­un­ter­neh­mer Mar­tin Kopp Bäu­me und Geröll bei­sei­te. Forst­leu­te sägen die Stäm­me in trans­por­ta­ble Stü­cke.