Um einen ähnlichen Strandkorb ging es im Prozess. Archiv-Foto: him

SCHRAMBERG – Der Schram­ber­ger Geschäfts­mann, der wegen eines nicht gelie­fer­ten Strand­korbs zu einer Geld­stra­fe von 70 Tages­sät­zen je 40 Euro ver­ur­teilt wur­de, ist nicht zufrie­den. Amts­ge­richts­di­rek­tor Wolf­gang Heu­er teilt auf Nach­fra­ge der NRWZ mit, „dass der Ange­klag­te L. gegen das Urteil des Amts­ge­richts Rechts­mit­tel ein­ge­legt“ habe.

Wie berich­tet, hat­te eine Dun­nin­ger Geschäfts­frau beim Ange­klag­ten im Febru­ar 2018  einen Strand­korb bestellt und in zwei Raten fast 1600 Euro ange­zahlt. Der Strand­korb wur­de aber nie gelie­fert, und des­halb hat die Dun­nin­ge­rin den Auf­trag im Juni stor­niert und ihre Anzah­lung zurück­ver­langt, aber nichts bekom­men.

Der Ange­klag­te war laut Heu­ers Urteil im Früh­jahr 2018 „völ­lig über­schul­det“. Als Zeu­ge gela­den, hat­te ein Gerichts­voll­zie­her von etwa 60 Voll­stre­ckungs­auf­trä­gen  in der Zeit vom 1. Janu­ar 2016 bis 31. März 2019 gegen den Ange­klag­ten berich­tet. Gesamt­sum­me: etwa 150.000 Euro. Ledig­lich zwei gerin­ge Beträ­ge habe er voll­stre­cken kön­nen. Bei der Ehe­frau sah es kaum bes­ser aus: 70 Voll­stre­ckungs­auf­trä­ge zähl­te hier der Zeu­ge. Im Lauf der Jah­re habe die Ehe­frau immer­hin etwa 5000 Euro abbe­zahlt, sodass noch etwa 155.000 Euro offen sei­en.

Am zwei­ten Ver­hand­lungs­tag Mit­te April mein­te der Ange­klag­te, er wis­se nicht mehr, ob er  die Anzah­lun­gen wei­ter­ge­lei­tet habe. Das wer­te­ten Heu­er und der Staats­an­walt als „halb­le­bi­ges“ Geständ­nis, ver­zich­te­ten dar­auf, die Lie­fe­ran­tin des Strand­korbs als Zeu­gin  aus Nord­deutsch­land anrei­sen zu las­sen. Die Geld­stra­fe sei maß­voll, hat­te Heu­er in sei­ner Urteils­be­grün­dung betont. Ange­sichts sei­ner ein­schlä­gi­gen Vor­stra­fen hät­te  er den Ange­klag­ten durch­aus auch zu einer kur­zen Haft­stra­fe ver­ur­tei­len kön­nen.

Die Mah­nung hat offen­bar kei­ne Wir­kung gezeigt. Weil der Ange­klag­te Rechts­mit­tel ein­ge­legt hat, sei „das Urteil daher nicht rechts­kräf­tig“, so Heu­er abschlie­ßend. Wie es wei­ter­geht bleibt offen.