Wohnmobilstellplatz: Debatte im Ausschuss

Stadt will rasche Lösung / Zweifel am Standort H.A.U.

Hier könnte sich die Stadt einen Wohnmobilstellplatz vorstellen. Archiv-Foto: him

Seit vie­len Jah­ren for­dern ins­be­son­de­re die CDU und die Freie Lis­te einen ange­mes­se­nen Stell­platz für Wohn­mo­bi­le in Schram­berg. Nun hat die Ver­wal­tung einen Stand­ort  auf dem H.A.U.-Gelände vor­ge­schla­gen, doch der schmeckt nicht allen.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog hat im Aus­schuss für Tech­nik betont, es gehe um einen Vor­ab­be­richt, eine Ent­schei­dung sol­le im Rah­men der Haus­halts­plan­be­ra­tun­gen dann fal­len. Und er beton­te: „Es gibt nicht so vie­le Plät­ze in der Tal­stadt als Stand­ort.“

Im Rah­men der Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung hat­te Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager als Wohn­mo­bil­ha­fen ein Gelän­de gegen­über der Majo­li­ka vor­ge­schla­gen. Das sei aber in Pri­vat­be­sitz. Eine Num­mer klei­ner wäre ein Wohn­mo­bil­stell­platz an der H.A.U. mög­lich – und nötig, denn der der­zei­ti­ge Platz an der Bahn­hof­stra­ße erhal­te zu recht schlech­te Bewer­tun­gen.

Wohnmobilisten im Gewerbepark H.A.U.

Der  Platz an der H.A.U. dient heu­te schon  als Wohn­mo­bil­platz, hat aber kei­ner­lei Aus­stat­tung. Er liegt unter­halb des Die­sel­baus. Auf einer Flä­che von 1700 Qua­drat­me­tern lie­ßen sich sie­ben bis acht Stell­plät­ze schaf­fen. Die Stadt sei zu Fuß gut erreich­bar und drei Muse­en in unmit­tel­ba­rer Nähe. Es gin­gen zwar Park­plät­ze ver­lo­ren, ins­ge­samt sei­en aber genü­gend Park­plät­ze auf dem Gelän­de vor­han­den.

Ein ers­ter Ent­wurf für den Wohn­mo­bil­platz bei der H.A.U. Gra­fik: Stadt

Auch das Okto­ber­fest der Stadt­mu­sik kön­ne wei­ter statt­fin­den. Dann müs­se der Platz eben drei Tage für die Wohn­mo­bi­le gesperrt wer­den. Um den Platz her­stel­len zu kön­nen, müss­te eine eh sanie­rungs­be­dürf­ti­ge Stütz­mau­er ver­setzt wer­den. Je nach Aus­stat­tung rech­ne er mit 120.000 bis 200.000 Euro Kos­ten. Anhand von Bei­spie­len aus Rott­weil und Tutt­lin­gen zeig­te Mager auf, dass sol­che Wohn­mo­bil­stell­plät­ze an Durch­gangs­stra­ßen durch­aus ange­nom­men wer­den. „Bis­her kamen von den Nut­zern an der H.A.U. auch kei­ne Beschwer­den.“ 

Rückert im Selbstversuch

Als „jahr­zehn­te­lan­ger Wohn­mo­bi­list“ mel­de­te sich Stadt­rat Ralf Rück­ert zu Wort. Es gebe zwei Arten von Plät­zen für Wohn­mo­bi­le: Stell­plät­ze, an denen man meh­re­re Tage bleibt, und Tran­sit­plät­ze für eine Nacht. „Was wol­len wir?“  Wenn der Stell­platz an der Bun­des­stra­ße lie­ge, wer­de er wie­der schlech­te Bewer­tun­gen erhal­ten, fürch­tet Rück­ert.

Um sich selbst ein Urteil zu bil­den, habe er eine Nacht im Wohn­mo­bil auf dem bis­he­ri­gen Platz an der H.A.U. ver­bracht. Das Ergeb­nis wenig erbau­lich: „Um 5.50 Uhr ging der Lärm von der Bun­des­stra­ße her los“, so Rück­ert. Als wei­te­re Lärm­quel­len benann­te er die Ret­tungs­sta­ti­on des DRK. Not­arzt und Ret­tungs­wa­gen müss­ten mit ein­ge­schal­te­tem Mar­tins­horn aus­fah­ren. Auch die Stadt­mu­sik und die Musi­ker-Initia­ti­ve, die Pro­be­räu­me im benach­bar­ten Ver­eins­haus  hät­ten, könn­ten die Wohn­mo­bi­lis­ten stö­ren, fürch­tet er. Ohne die Lärm­be­las­tung deut­lich zu redu­zie­ren, sei der Platz unge­eig­net.

Alternativen Mangelware

Als Alter­na­ti­ve brach­te er den kaum genutz­ten Park­platz für die Sze­ne 64 an der Geiß­hal­de oder den Ber­neck­strand ins Gespräch. Sein Antrag, das The­ma zu ver­ta­gen und wei­te­re Plät­ze zu prü­fen, schei­ter­te knapp. OB Her­zog sah an der Geiß­hal­de ähn­li­che Pro­ble­me wie bei der H.A.U.: Dort arbei­ten Indus­trie­be­trie­be und machen Lärm, im Kul­tur­be­sen und der Sze­ne 64 gibt es Kon­zer­te.

Uli Bauknecht (CDU) begrüß­te, dass die Stadt sich des The­mas anneh­me. Wohn­mo­bi­lis­ten bräch­ten „Geld in die Stadt“. Er emp­fahl zwei Stell­plät­ze für die unter­schied­li­chen Inter­es­sen der Wohn­mo­bi­lis­ten zu schaf­fen: einen in der Stadt und einen in der Natur.

Mir­ko Wit­kow­ski (SPD/Buntspecht) fand auch die Park­platz­si­tua­ti­on in der H.A.U pro­ble­ma­tisch und schlug als wei­te­re Alter­na­ti­ven den „Kal­ten Gra­ben“ oder das Schüt­zen­haus vor. Mager gab zu, dass Park­plät­ze an der H. A.U. ent­fal­len wer­den, im gesam­ten Gelän­de reich­ten sie aber aus. „Es sind sel­ten alle belegt.“

Mit sechs zu vier Stim­men hat der Aus­schuss die Ver­wal­tung beauf­tragt, die Pla­nung das Pro­jekt an der H.A.U. wei­ter zu ver­tie­fen. Ob es dann auch umge­setzt wird, soll bei den Haus­halt­plan­be­ra­tun­gen ent­schie­den wer­den.