Am Feldberg setzt das Regierungspräsidium Freiburg den Ausbau der naturnahen Beweidung fort. Mit einer zweiten großen Naturschutzweide grasen nun auf insgesamt rund 100 Hektar Rinder und Pferde, um bedrohte Tier- und Pflanzenarten im Hochschwarzwald zu fördern.
Der Feldberg gilt als einer der wichtigsten Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten im Schwarzwald. Um diese Artenvielfalt zu erhalten, erweitert das Regierungspräsidium Freiburg die naturnahe Beweidung auf dem höchsten Berg Baden-Württembergs.
Wie die Behörde mitteilt, ist in dieser Woche eine weitere rund 50 Hektar große Naturschutzweide auf der Südseite des Feldbergs zwischen Gipfel und Todtnauer Hütte in Betrieb gegangen. Bereits seit dem vergangenen Jahr besteht im Bereich des Zastler Kars eine erste Fläche in vergleichbarer Größe. Damit wächst das Projekt auf insgesamt rund 100 Hektar.
Auf der neuen Fläche übernehmen sieben Hinterwälder Rinder und drei Pferde die Landschaftspflege. Die Rinder wurden bereits auf die Weide gebracht, die Pferde sollen in den kommenden Tagen folgen. Ziel ist es, durch eine möglichst naturnahe Beweidung offene Landschaften zu erhalten und so Lebensräume für gefährdete Arten zu sichern.
Nach Angaben des Regierungspräsidiums profitieren davon insbesondere Vogelarten wie Ringdrossel, Auerhuhn und Zitronenzeisig, die auf offene oder strukturreiche Lebensräume angewiesen sind. Anders als bei einer klassischen Beweidung sollen die Tiere weitgehend frei in einem größeren Gebiet mit Offenland- und Waldbereichen unterwegs sein.
Hintergrund des Projekts ist ein seit Jahren beobachteter Rückgang charakteristischer Arten im Feldberggebiet. Nach Einschätzung der Naturschutzverwaltung reichte die bisherige Pflege durch Wanderschäferei allein nicht aus, um diesen Trend aufzuhalten.
Die neue Form der Landschaftspflege orientiert sich nach Angaben der Verantwortlichen an historischen Nutzungsformen des Feldbergs. Über Jahrhunderte seien die Hochlagen durch unterschiedliche Weidetiere geprägt worden. Die Kombination verschiedener Pflanzenfresser und die Nutzung über die gesamte Weidesaison hinweg solle wieder vielfältigere Lebensräume schaffen.
Unterstützt wird das Projekt mit Landesmitteln, unter anderem für die Absicherung des teils steilen Geländes mit Zäunen. Partner des Regierungspräsidiums ist ein Landwirt aus Görwihl, der bereits Erfahrungen mit der ersten Naturweide am Feldberg gesammelt hat.
Der Feldberg ist nicht nur touristisch ein Anziehungspunkt, sondern aus Sicht des Naturschutzes auch ein besonders sensibles Gebiet. Viele Arten der Mittelgebirge kommen im Schwarzwald nur noch in den Hochlagen rund um den Feldberg vor.



