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Montag, 9. Dezember 2019
Start Schram­berg Ber­neck­schu­le: Modul­lö­sung mit grü­nem Dach?

Berneckschule: Modullösung mit grünem Dach?

Die Kos­ten stei­gen auf fast zwei Mil­lio­nen Euro

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SCHRAMBERG –  Nach län­ge­ren Dis­kus­sio­nen hat der Gemein­de­rat eine Erwei­te­rung der Ber­neck­schu­le beschlos­sen. Auf dem Park­platz vor der Schu­le lässt die Stadt ein Inte­rims­ge­bäu­de errich­ten: In Modu­len wer­den sie­ben zusätz­li­che Klas­sen­zim­mer und Neben­räu­me ent­ste­hen. Wegen der anhal­ten­den Hoch­kon­junk­tur auf dem Bau­sek­tor stieg der Preis von Anfangs knapp 1,5 Mil­lio­nen Euro auf inzwi­schen 1,8 Mil­lio­nen. Die zusätz­li­chen 290.000 Euro hat­te der Gemein­de­rat  im Juli beschlos­sen. Nun möch­te die Ver­wal­tung einen wei­te­ren Nach­schlag in Höhe von 190.000 Euro:

Bei der Vor­be­rei­tung des Unter­grunds für die Modu­le sind unvor­her­ge­se­he­ne Pro­ble­me auf­ge­tre­ten. Die Ver­wal­tung schlägt aber auch vor, das Dach des neu­en Gebäu­des zu begrü­nen.

Schlechter Untergrund

Anfang Sep­tem­ber hat­te die Bau­fir­ma mit den Erd­bau­ar­bei­ten auf dem Gelän­de des Ber­neck­park­plat­zes begon­nen. Im Novem­ber wer­den die Modu­le auf­ge­baut. Weil die Ver­sor­gungs­lei­tun­gen nicht – wie ursprüng­lich geplant – auf dem Gelän­de selbst ange­schlos­sen wer­den konn­ten, muss­te die Bau­fir­ma den Fuß- und Rad­weg und die Ber­neck­stra­ße auf­gra­ben. Mehr­kos­ten etwa  5000 Euro.

Teu­rer aller­dings kom­men die Sün­den der Ver­gan­gen­heit: „Beim Aus­hub einer Teil­flä­che unter dem bis­he­ri­gen Park­platz­be­lag muss­te teer­hal­ti­ges Mate­ri­al sepa­riert und ent­sorgt wer­den“, heißt es in einer Vor­la­ge für den Ver­wal­tungs­aus­schuss. Außer­dem sei­en in Teil­be­rei­chen noch die alten Fun­da­men­te der Ber­neck­schu­le vor­han­den, die die Arbei­ten erschwer­ten. Bei­des wer­de etwa 30.000 Euro zusätz­li­che Kos­ten ver­ur­sa­chen.

Schließ­lich soll das Aus­hub­ma­te­ri­al an Ort und Stel­le wie­der ein­ge­baut wer­den, um Fahr­be­we­gun­gen und Ent­sor­gungs­kos­ten zu redu­zie­ren, wie es wei­ter heißt. Dafür muss es aber  teil­wei­se mit einem Bin­de­mit­tel ver­bes­sert wer­den. Auch müs­se die Bau­fir­ma etwa 160 Kubik­me­ter mehr Mate­ri­al abgra­ben, um in allen Berei­chen die gefor­der­ten Ver­dich­tungs­wer­te zu errei­chen. Dafür wer­den wei­te­re 25.000 Euro fäl­lig.

Dachbegrünung hätte viele Vorteile

Anders als in der ursprüng­li­chen Aus­schrei­bung vor­ge­se­hen, schla­gen die Bau­fach­leu­te nun vor, das Dach des neu­en  Pro­vi­so­ri­ums exten­siv zu begrü­nen. Dadurch wür­den die Abwas­ser­ka­nä­le und Klär­an­la­ge ent­las­tet und die Abwas­­ser-/Nie­­der­­schlags­­­was­­ser­­kos­­ten um etwa  600  Euro pro Jahr gesenkt.

Die Dach­be­grün­dung sei auch ein Bei­trag zum Hoch­was­ser­schutz und Stark­re­gen­ri­si­ko­ma­nage­ment. Eine Dach­be­grü­nung ver­bes­se­re das Mikro­kli­ma im direk­ten Umfeld und auf dem Pau­sen­hof, iso­lie­re das Dach bes­ser und sor­ge auch für ein bes­se­res Raum­kli­ma  in den Klas­sen­räu­men. Außer­dem leis­te ein begrün­tes Dach einen Bei­trag zum Stadt­kli­ma auf einer Dach­flä­che von immer­hin 860 Qua­drat­me­tern.

Schließ­lich heißt es in der Vor­la­ge: „Dach­be­grü­nun­gen sind ein­fa­che und bewähr­te Bau­stei­ne von Kli­ma­schutz­pro­jek­ten, für Insek­ten Nah­rung und Schutz­raum, CO²-Ver­­brauch, Fil­te­rung von Fein­staub, Was­ser­ver­duns­tung, Dämp­fung von Lärm.“ Sie  stell­ten einen zusätz­li­chen Schutz der Dach­haut vor Alte­rung und mecha­ni­scher Beschä­di­gung dar und trü­gen so zum Wert­erhalt bei. Die Stadt will das Gebäu­de wie­der ver­wen­den bezie­hungs­wei­se ver­kau­fen, sobald die neue Ber­neck­schu­le auf dem Schul­cam­pus fer­tig ist.

80.000 Euro zusätzlich?

Aller­dings  kos­tet das Pro­jekt Dach­be­grü­nung  kom­plett etwa 80.000 Euro. Davon wer­den 15.000 Euro für eine ver­bes­ser­te Sta­tik und 65.000 Euro für die eigent­li­che Begrü­nung der Dach­flä­che fäl­lig. Die Stadt­ver­wal­tung hat die stär­ke­re Dach­sta­tik bereits im Zuge der Frei­ga­be der Werk­statt­plä­ne in Auf­trag gege­ben. Die  ver­bes­ser­te Dach­sta­tik muss näm­lich ”bereits in der Modul­fer­ti­gung berück­sich­tigt wer­den, um mög­li­che Auf­las­ten für eine Begrü­nung zu einem spä­te­ren Zeit­punkt oder für eine spä­te­re Nut­zungs­än­de­rung des Gebäu­des zu ermög­li­chen“.

Da die Stadt die Schul­mö­bel schon in die­sem Jahr bestel­len muss, wer­den wei­te­re 50.000 Euro in die­sem Haus­halts­jahr nach­fi­nan­ziert wer­den, auch wenn das Geld erst im kom­men­den Jahr tat­säch­lich aus­ge­ge­ben wird.

Wenn der Gemein­de­rat den zusätz­li­chen Aus­ga­ben zustimmt, wird der Ber­neck­schul­an­bau  ins­ge­samt fast zwei Mil­lio­nen Euro kos­ten.

 

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