Handwerk in der Region Konstanz rutscht deutlich ins Minus

Die Konjunktur im Handwerk der Region Konstanz hat sich zum Jahresbeginn spürbar verschlechtert: Weniger Aufträge, sinkende Auslastung und deutlich gestiegene Kosten belasten viele Betriebe.

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Die Stimmung im Handwerk der Region Konstanz hat sich zu Jahresbeginn spürbar verschlechtert. Laut Konjunkturbericht der Handwerkskammer bewerten nur noch 41 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut – vor einem Jahr waren es noch 51 Prozent. Auch Auftragslage, Auslastung und Investitionsbereitschaft fallen schwächer aus. 

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Das Handwerk im Kammerbezirk Konstanz ist mit einem schwachen ersten Quartal in das Jahr 2026 gestartet. Wie aus dem ausführlichen Konjunkturbericht der Handwerkskammer Konstanz hervorgeht, bewerten 41 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 37 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. Im Vorjahresquartal lagen die Werte noch bei 51, 40 und 10 Prozent. Der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen sank damit von plus 41 auf plus 20 Punkte – der niedrigste Wert für ein erstes Quartal seit 2021. 

Auch bei den Aufträgen zeigt die Tendenz nach unten. 17 Prozent der Betriebe meldeten steigende Auftragseingänge, 44 Prozent eine gleichbleibende Nachfrage und 40 Prozent rückläufige Aufträge. Im Vorjahresquartal hatten noch 22 Prozent von einem Plus und nur 26 Prozent von einem Rückgang berichtet. Der Auftragssaldo verschlechterte sich damit von minus 4 auf minus 23 Punkte. Nach Angaben der Kammer war ein noch schwächerer Jahresauftakt zuletzt im ersten Quartal 2010 verzeichnet worden. 

Parallel dazu ist die Auslastung vieler Betriebe gesunken. 32 Prozent der Unternehmen sind derzeit nach Kammerangaben zu höchstens 60 Prozent ausgelastet; im Vorjahresquartal waren es 20 Prozent. Bei den Umsätzen berichten 12 Prozent von Zuwächsen, 47 Prozent hingegen von Rückgängen. Vor einem Jahr hatten ebenfalls 12 Prozent steigende, aber nur 42 Prozent sinkende Umsätze gemeldet. Der Umsatzsaldo fiel dadurch von minus 30 auf minus 35 Punkte. 

Belastend wirken laut Bericht vor allem deutlich gestiegene Einkaufspreise. Mehr als vier von fünf Betrieben – konkret 82 Prozent – meldeten höhere Einkaufspreise, im Vorjahresquartal waren es 66 Prozent. Zudem erhöhten 43 Prozent der Unternehmen ihre Verkaufspreise, nach 37 Prozent ein Jahr zuvor. Als zusätzliche Belastungen nennt die Handwerkskammer unter anderem steigende Energiepreise, höhere Bauzinsen sowie Kosten durch Mindestlohn, CO₂-Steuer und Sozialversicherungsbeiträge. 

Beim Personal bleibt das Bild vergleichsweise stabil, wenn auch mit negativer Tendenz. Sieben Prozent der Betriebe bauten Beschäftigung auf, 20 Prozent reduzierten ihre Belegschaft. Rund drei Viertel meldeten eine unveränderte Mitarbeiterzahl. Der Beschäftigungssaldo liegt damit bei minus 13 Punkten. Für das kommende Quartal planen zudem 13 Prozent der befragten Betriebe einen Personalabbau. 

Unterschiede zeigen sich je nach Branche. Am besten schneidet trotz deutlicher Einbußen weiterhin das Bauhauptgewerbe ab: Dort liegt der Lagesaldo bei plus 35 Punkten, nach plus 57 im Vorjahresquartal. Es folgen personenbezogene Dienstleistungen mit plus 26 Punkten und das Ausbaugewerbe mit plus 22 Punkten. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf sank der Saldo auf plus 15 Punkte. Das Kfz-Handwerk und das Gesundheitsgewerbe kommen jeweils nur noch auf einen ausgeglichenen Saldo von null Punkten. Am stärksten eingebrochen ist die Stimmung im Nahrungsmittelgewerbe: Dort fiel der Saldo von plus 53 auf minus 13 Punkte. 

Auch der Blick nach vorn bleibt vorsichtig. 28 Prozent der Betriebe erwarten im kommenden Quartal eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, 47 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung und 25 Prozent mit einer Verschlechterung. Daraus ergibt sich nur noch ein Erwartungssaldo von plus 4 Punkten. Bei den Investitionen gehen 51 Prozent von einem unveränderten Niveau aus, 31 Prozent von sinkenden und 18 Prozent von steigenden Investitionen. Der Investitionssaldo verschlechterte sich damit von plus 8 auf minus 13 Punkte. 

Die aktuelle Umfrage wurde laut Handwerkskammer vom 9. bis 22. März 2026 durchgeführt. Seit Anfang 2026 erfolgt die Erhebung als Online-Befragung; zuvor wurden die Betriebe telefonisch befragt. Eine konkrete Zahl der teilnehmenden Betriebe nennt der Bericht nicht. Er verweist lediglich darauf, dass die Ergebnisse nach Kammerbezirken und sieben Handwerksgruppen hochgerechnet werden, um ein repräsentatives Bild für das Handwerk in Baden-Württemberg zu erhalten.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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