Die Berthold Leibinger Stiftung fördert erneut die Restaurierung historischer Orgeln – und setzt dabei auch einen Schwerpunkt in der Region: In Zimmern-Horgen wird ein kulturgeschichtlich besonderes Instrument in der Kirche St. Martin saniert.
Zimmern-Horgen / Region. Die Berthold Leibinger Stiftung stellt in ihrer aktuellen Förderrunde insgesamt 110.000 Euro für die Restaurierung von sechs historischen Orgeln bereit. Unter den geförderten Projekten befindet sich auch die Braun-/Benz-Orgel in der katholischen Kirche St. Martin in Zimmern-Horgen.
Gerade dieses Instrument gilt unter Fachleuten als besonders bemerkenswert: Die Orgel geht ursprünglich auf den Orgelbauer Anton Braun zurück, der sie im Jahr 1830 errichtete. Rund 40 Jahre später wurde sie vom Rottweiler Orgelbauer Ferdinand Benz erweitert – ein Name, von dem heute nur noch ein weiteres Instrument erhalten ist.
Die Besonderheit liegt im Aufbau: Während das ursprüngliche erste Manual über eine sogenannte Schleiflade verfügt, sind das zweite Manual und das Pedalwerk mit einer Kegellade ausgestattet. Hinzu kommt ein möglicher noch älterer Bezug: Einzelne Register könnten aus der Chororgel des Villinger Münsters von 1583 stammen. Damit vereint das Instrument mehrere Epochen der Orgelbaukunst in sich.
„Es handelt sich um ein geschichtlich bedeutendes Orgelwerk, das aufwändig und denkmalgerecht behandelt werden soll“, begründet der zuständige Orgelsachverständige die Förderung.
Bedeutung für die Region
Für Zimmern-Horgen bedeutet die Förderung eine wichtige Unterstützung beim Erhalt eines kulturellen Kleinods. Viele Kirchengemeinden stehen angesichts steigender Kosten vor großen Herausforderungen, wenn es um die Restaurierung ihrer Instrumente geht. Die Stiftung will hier gezielt helfen, um wertvolle Orgeln langfristig zu sichern.
Insgesamt liegt der Förderschwerpunkt traditionell in Württemberg. Neben Zimmern-Horgen werden unter anderem Projekte in Bad Wimpfen, Dörzbach sowie im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen unterstützt.
Orgel als lebendiges Kulturerbe
„Die Orgel ist nicht nur ein Instrument, sondern ein lebendiges Stück Kulturgeschichte“, betont Markus Wener, Geschäftsführer der Stiftung. Gerade in Zeiten veränderter kirchlicher Nutzungskonzepte und wachsender finanzieller Belastungen sei die Unterstützung entscheidend, um dieses kulturelle Erbe zu bewahren.
Die Förderlinie „Historische Orgeln“ soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Neue Anträge können ab Herbst 2026 eingereicht werden.












