Viertklässler, neun, zehn Jahre alt. Sie stecken mitten in der Frage, wie aus LEGO Steinen, Programmiercode und Fantasie die Lösung für eine komplexe Aufgabe wird. Schon beim Betreten des Raumes ist klar: Hier wird nicht einfach nur „gebaut“. An den Tischen stehen Kinder, die konzentriert auf Tablets schauen, während neben ihnen Motoren surren und erste Testfahrten über die Matten rollen.
Kreis Rottweil – Insgesamt 14 vierte Klassen sind im Kreis Rottweil mit sogenannten LEGO Robotic Sets ausgestattet, die LEGO Bauwerke und Programmierung zusammenbringen. Für Schülerinnen und Schüler, die damit Erfahrung haben, gibt es landesweit Wettbewerbe – einen davon auch in Rottweil.
Dieser LEGO Robotic Wettbewerb Grundschule bringt Viertklässler aus dem ganzen Landkreis zusammen. Die Idee zum Wettbewerb hat Stefan Kaiser, Leiter des Kreismedienzentrums im Landkreis Rottweil, gerne aufgegriffen. Unterstützt wird er bei der Organisation nicht nur von seinem Team, sondern auch von der Hopp-Foundation, dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg sowie den Experimentierwelten in Rottweil, die den Raum für diesen Tag voller Technik, Tüftelei und Tempo zur Verfügung stellen.
Insgesamt treten sieben Schulteams gegeneinander an, jedes Team besteht aus vier Kindern. Die Nachwuchsprogrammierer kommen von der Konrad-Witz-Schule Rottweil, von der Römerschule Rottweil, von der Johanniterschule Rottweil, von der Grund- und Realschule Villingendorf, der Grundschule Bösingen, der Berneckschule Schramberg und der Grund- und Werkrealschule Zimmern ob Rottweil. Die Aufgaben haben es in sich: Ein Stadion-Szenario mit Einlasskontrolle, Licht- und Tonshow samt Countdown, dazu ein Fan-Fahrzeug für einen imaginären Autokorso, das sich über eine Strecke bewegen soll. Alles gebaut aus LEGO Steinen, alles programmiert am Tablet, alles in begrenzter Zeit.
Hier zeigt sich schnell: Die Kinder gehen sehr unterschiedlich an die Sache heran. Manche bauen aufwendig – mit Fahrzeugen, die fast Kunstwerke sind, mit viel Liebe zum Detail bei Ausstattung und Figuren. Andere Teams reduzieren den kreativen Aufwand, konzentrieren sich auf die Programmierung und die Funktion.
„Jetzt noch ein Stück vorfahren – und dann erst die Kurve.“ „Gib mal das Tablet.“ Besonders die Lichtshow sorgt für besondere Momente: Länderflaggen erscheinen in Lichtcodes, Japan etwa mit rotem Zentrum und weißem Rand, dazu Italien, Frankreich oder Spanien in farbigen Variationen. Und immer wieder ein Countdown, der das Startsignal für die Fahrzeuge gibt.
Die Aufgaben müssen unter Zeitdruck gelöst werden, anschließend folgt die Präsentation, in der die Teams ihre Ergebnisse vor allen Teilnehmerinnen und den Juroren zeigen, keine kleine Herausforderung für die Viertklässler. Manch ein Fahrzeug schafft nicht ganz die komplette Runde, beeindruckt aber durch seinen Aufbau. Und einmal kommt von den Zuschauern Hilfe, als ein Kind im Publikum erkennt, warum ein Auto seine Runden nicht sauber dreht. Zwei Räder werden auf der Achse zurechtgerückt, dann funktioniert alles. „Das ist echtes Teamwork“ lobt Stefan Kaiser, und es gibt lauten Beifall von Groß und Klein für so viel Fairness.
Bei der Siegerehrung landen die Schülerinnen und Schüler aus aus Villingendorf auf dem Siegertreppchen. Den zweiten Platz für Kreativität holt sich die Grundschule Bösingen; für Teamarbeit wird die Grund- und Werkrealschule Zimmern ausgezeichnet, der Preis für die Programmierung geht an das Team der Berneckschule Schramberg.
Danach und in den Pausen geht’s mit Begeisterung weiter: In den interaktiven Ausstellungsstationen der Experimentierwelten wird gedreht, ausprobiert, gestaunt. Optische Täuschungen, physikalische Effekte, kleine Aha-Momente – auch wenn der Robotic-Wettbewerb für die Kinder zu Ende ist, das Ausprobieren ist es noch lange nicht.
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