Aichhalder Werkrealschule: Das war’s

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Die Schließung der Werkrealschule innerhalb der Grund-und Werkrealschule Aichhalden ist beschlossene Sache. Am Dienstagabend hat der Aichhalder Gemeinderat laut Amtsblatt die Aufhebung beschlossen.

Zuvor hatte Bürgermeister Michael Lehrer berichtet, dass das Regierungspräsidium Freiburg  (RP) mit Schreiben vom 15. Februar mitgeteilt habe, dass die Werkrealschule Aichhalden zum zweiten Mal in Folge die erforderliche Mindestschülerzahl von 16 Schülern in der Eingangsklasse 5 unterschritten habe. Damit seit die Schule nach Paragraf 30 b Absatz 2, Satz 2 Schulgesetz aufzuheben.

Die Werkrealschule habe seit vielen Jahren Probleme eine ausreichende Anzahl von Schülern in der Eingangsklasse 5 auszuweisen, so Lehrer. Schon im Jahr 2014 habe das RP die Gemeinde darauf hingewiesen. Trotz vieler Bemühungen die Attraktivität der Schule zu steigern, war der Trend in den letzten Jahren rückläufig. „Die gute Ausstattung mit Sachmitteln, ein Mittagessenangebot, die Einstellung eines Schulsozialarbeiters, die Teilnahme an mehreren Wettbewerben, die Installation einer Buslinie und weitere Maßnahmen konnten nicht verhindern, dass die Schülerzahl in den letzten beiden Jahren mit acht Schülern (2019) und elf Schülern (2020) deutlich unter den geforderten 16 Schülern zurückblieb.“

Abstimmung mit den Füßen

Ursächlich sei dafür auch gewesen,  dass Eltern aus Aichhalden und Rötenberg ihre Kinder mit Werkrealschulempfehlung bewusst auf anderen Werkrealschulen im Umland angemeldet hätten, merkte Lehrer an. „Die Gemeinde Aichhalden bedauert den Verlust der Schule außerordentlich. Die pädagogische Arbeit an der Schule war hervorragend und konnte stets mit den Angeboten der Umlandschulen mithalten.“

Durch den starken Praxisbezug, durch die diversen Praktika sowie der Kooperation mit dem Gewerbeverein Aichhalden habe die Schule die die Schüler auf das Leben bestens vorbereitet. „Leider zählen diese weichen Faktoren in diesem Verfahren nicht.“

Qualität würde leiden

Die Gemeinde habe die Eltern über die Aufhebung der Schule schriftlich informiert. Bei einem Elternabend am 17. März mit  Schulamtsdirektorin Sabine Rösner erfuhren die Eltern dass im kommenden Schuljahr aus 42 Schüler, zwei Klassen (Klasse 6/7 und Klasse 8/9) gebildet würden. Die Lehrerversorgung würde immer mehr abnehmen. Bei einer Klasse wären rechnerisch nur noch 1,5 Lehrer an der Schule, die dann das gesamte Fächerspektrum abdecken müssten.

Die andere Möglichkeit wäre die Schule bereits zum Schuljahresende aufzuheben. Dann müssten die Schüler bereits ab September eine neue Schule besuchen.

Aus Sicht der Verwaltung sei es äußerst bedauerlich, „dass hier keine Übergangsalternativen bestehen, die den Schülern auf der Schule einen ordnungsgemäßen, pädagogisch sinnvoll betreuten Abschluss ermöglicht.“

Klares Votum der Eltern

Am Elternabend, bei dem auch die Bürgermeisterstellvertreter zugegen waren, entschieden sich 27 Eltern der 43 Schüler dafür, die Schule zum Schuljahresende zu schließen. Drei befürworteten ein Auslaufen der Schule und ein Elternteil eine Übergangszeit. Zwei der insgesamt 43 Schüler wurden bereits zum 12. April auf eine andere Schule angemeldet.

Der Aichhalder Gemeinderat habe sich nach eingehender Diskussion dem Votum der Eltern angeschlossen, so das Amtsblatt. Der Rat beschloss,  die Verwaltung zu beauftragen, in einer Stellungnahme das Bedauern über die Schulschließung und das fehlende Aufhebungskonzept zum Ausdruck zu bringen. Außerdem soll die Verwaltung das Schulamt bitten, die Schule zum Schuljahresende 2021 aufzuheben.

NRWZ-Redaktion Schramberg
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