Landkreis Rottweil. Ein Bericht für den Kreistag zeigt Fortschritte bei Online-Diensten, E-Akte und IT-Infrastruktur – zugleich bestehen weiterhin Medienbrüche und personelle Engpässe.
Der Landkreis Rottweil treibt die Digitalisierung seiner Verwaltung weiter voran. Das zeigt ein aktueller Bericht der Kreisverwaltung, der sich mit dem Stand der digitalen Transformation im Landratsamt befasst. Er wird dem Kreisrat am Montag vorgelegt. Demnach wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte angestoßen – von Online-Bürgerdiensten über elektronische Akten bis hin zum Ausbau der IT-Infrastruktur. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich: Der Weg zu einer vollständig digital arbeitenden Verwaltung ist noch lang.
Zahlreiche Projekte in Arbeit
Die Digitalisierung der Verwaltung erfolgt schrittweise und umfasst mehrere Bereiche. Dazu gehören unter anderem die Einführung digitaler Fachverfahren, der Ausbau elektronischer Akten sowie neue Online-Angebote für Bürgerinnen und Bürger.
Zunehmend können Verwaltungsleistungen über digitale Serviceportale beantragt werden. Auch intern wird an der Umstellung auf elektronische Arbeitsabläufe gearbeitet. Ziel ist es, Papierakten schrittweise zu ersetzen und Prozesse effizienter zu gestalten.
Parallel dazu investiert der Landkreis in seine technische Infrastruktur sowie in IT-Sicherheit. Gerade angesichts zunehmender Cyber-Risiken gewinnt dieser Bereich in der öffentlichen Verwaltung an Bedeutung.
Online-Dienste wachsen – aber nicht überall
Ein wichtiger Treiber der Digitalisierung ist das bundesweite Onlinezugangsgesetz (OZG). Es verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, Verwaltungsleistungen auch digital anzubieten.
Im Landkreis Rottweil werden entsprechende Dienste nach und nach umgesetzt. Allerdings zeigt der Bericht auch, dass viele Angebote bislang nur teilweise digital sind. In manchen Fällen können Anträge zwar online gestellt werden, müssen intern aber weiterhin manuell bearbeitet werden. Solche sogenannten Medienbrüche sind in vielen Verwaltungen noch üblich.
Fachkräftemangel bremst Tempo
Eine zentrale Herausforderung bleibt der Fachkräftemangel im IT-Bereich. Digitale Projekte erfordern spezialisiertes Personal – sowohl für die technische Umsetzung als auch für den laufenden Betrieb.
Zugleich sind Landkreise bei vielen Lösungen auf Vorgaben und Plattformen von Land und Bund angewiesen. Dadurch lassen sich Projekte nicht immer so schnell umsetzen, wie es vor Ort gewünscht wäre.
Landkreis im landesweiten Mittelfeld
Insgesamt zeigt der Bericht ein gemischtes Bild: Der Landkreis Rottweil hat wichtige Grundlagen der Verwaltungsdigitalisierung geschaffen und mehrere Projekte auf den Weg gebracht. Gleichzeitig steht ein großer Teil der Transformation noch bevor. Im Vergleich mit anderen Landkreisen in Baden-Württemberg bewegt sich die Region damit im Mittelfeld. Viele Verwaltungen stehen vor ähnlichen Herausforderungen – etwa bei der Umstellung interner Abläufe oder bei der vollständigen Umsetzung digitaler Bürgerdienste.
Digitalisierung bleibt Daueraufgabe
Klar ist: Die Digitalisierung der Verwaltung ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langfristiger Veränderungsprozess. Neue Fachverfahren, elektronische Akten und Online-Services werden in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden müssen. Ziel bleibt eine Verwaltung, bei der Bürgerinnen und Bürger möglichst viele Leistungen vollständig digital erledigen können – ohne Papier, ohne persönliche Vorsprache und ohne Medienbrüche.