Immer mehr Menschen im Landkreis Rottweil müssen wegen eines Kreuzbandrisses behandelt werden. Besonders häufig trifft es sportlich aktive Frauen. Das zeigen aktuelle Auswertungen der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Im Jahr 2024 wurden im Landkreis Rottweil 244 Versicherte der AOK wegen eines Kreuzbandrisses ärztlich behandelt. Zwischen 2020 und 2024 ist die Zahl der Betroffenen nach Angaben der Krankenkasse im Schnitt um rund 6,2 Prozent pro Jahr gestiegen.
Kreuzbandverletzungen betreffen vor allem sportlich aktive Menschen. Typische Situationen sind schnelle Richtungswechsel, abrupte Stopps oder Drehbewegungen – etwa beim Fußball oder Basketball, aber auch beim Ski- und Snowboardfahren. In den meisten Fällen reißt das vordere Kreuzband, das eine zentrale Rolle für die Stabilität des Kniegelenks spielt.
Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Frauen erleiden je nach Sportart zwei- bis achtmal häufiger einen Kreuzbandriss als Männer. Gründe dafür liegen unter anderem in anatomischen Unterschieden, der Muskelkraft sowie in hormonellen Einflüssen, die die Stabilität der Bänder beeinflussen können.
Ein Kreuzbandriss macht sich häufig durch plötzlich auftretende Schmerzen bemerkbar. Viele Betroffene berichten von einem hörbaren Knacken im Knie. Das Gelenk schwillt meist schnell an, die Beweglichkeit ist eingeschränkt. Oft entsteht zudem ein Gefühl von Instabilität beim Gehen oder Belasten.
Die Behandlung hängt vom Einzelfall ab. Wie die AOK mitteilt, kommen sowohl konservative Therapien als auch Operationen infrage. Bei weniger aktiven oder älteren Patienten sowie bei Teilrissen kann eine Behandlung mit Physiotherapie ausreichen. Bei jüngeren und sportlich aktiven Menschen wird dagegen häufig operiert. Dabei wird das gerissene Band in der Regel durch körpereigenes Sehnengewebe ersetzt.
Unabhängig von der Therapie ist eine konsequente Rehabilitation entscheidend. Die Rückkehr zum Sport dauert oft mehrere Monate, in manchen Fällen bis zu einem Jahr. Ohne ausreichende Stabilisierung drohen langfristige Folgen wie erneute Instabilität oder Arthrose.
Um Verletzungen vorzubeugen, empfehlen Experten gezielte Trainingsprogramme. Dazu zählen Kraft-, Koordinations- und Gleichgewichtsübungen sowie Sprungtraining. Diese Maßnahmen können das Risiko eines Kreuzbandrisses deutlich reduzieren.
