Tödliches Feuer in Villingendorf: Die Polizei ermittelt auch in Richtung Brandstiftung. Foto: Peter Arnegger

Gibt es in Vil­lin­gen­dorf einen Brand­stif­ter? Einen, der zunächst für klei­ne­re Feu­er ver­ant­wort­lich gewe­sen ist – aber am Ende auch für einen töd­li­chen Brand? In der Gemein­de macht genau die­ses Gerücht die Run­de. Die NRWZ hat bei den Ermitt­lungs­be­hör­den nach­ge­hakt. 

Bei die­sem Brand starb ein 77-Jäh­ri­ger. Foto: gg

Am 11. Okto­ber war in einem Gebäu­de in Vil­lin­gen­dorf ein Feu­er aus­ge­bro­chen. In dem Wohn­haus befan­den sich zunächst zwei Men­schen, ein 57-jäh­ri­ger Bewoh­ner konn­te sich noch aus dem Gebäu­de ret­ten. Die Ein­satz­kräf­te haben dann alles dar­an gesetzt, den 77-Jäh­ri­gen zu ret­ten. Doch für die­sen Bewoh­ner kam jede Hil­fe zu spät. Der Mann starb.

Glei­cher Ein­satz­ort, nur auf der gegen­über­lie­gen­den Stra­ßen­sei­te: Brand einer Hecke, weni­ge Tage vor dem töd­li­chen Feu­er. Foto: gg

Eini­ge Tage zuvor, am 20. Sep­tem­ber, hat­te es in direk­ter Nach­bar­schaft die­ses Gebäu­des bereits gebrannt. Gleich über die Stra­ße. „Am Nach­mit­tag ist es aus bis­lang unbe­kann­ten Grün­den zu einem Hecken­brand gekom­men“, hieß es damals im Ein­satz­be­richt. Als die Vil­lin­gen­dor­fer Feu­er­wehr ein­ge­trof­fen ist, sei das Feu­er bereits durch auf­merk­sa­me Nach­barn gelöscht gewe­sen. Die Feu­er­wehr habe den Bereich dann noch­mals groß­flä­chig gewäs­sert. Ver­letzt wur­de nie­mand.

Wie die NRWZ erfah­ren hat, gab es zwei wei­te­re Klein­brän­de. Bei­de sei­en aber von den Anwoh­nern direkt gelöscht wor­den. 

Meh­re­re Brän­de inner­halb weni­ger Wochen, alle in einem Radi­us von viel­leicht 150 Metern um das Unglücks­haus – geht hier ein Feu­er­teu­fel um? „Bei die­ser Sach­la­ge ermit­teln wir natür­lich in die­se Rich­tung“, bestä­tigt Staats­an­walt Mar­kus Wag­ner auf Nach­fra­ge der NRWZ. Aller­dings wer­de „in jede Rich­tung ermit­telt.“

Also auch tech­ni­scher Defekt, bei­spiels­wei­se. Dass sich aber eine Hecke ent­zün­det hat­te, haben die Wehr­leu­te damals schon als unge­wöhn­lich emp­fun­den. Einen Grund für das Feu­er fan­den sie näm­lich nicht. So sei kei­ne Glas­scher­be vor­han­den gewe­sen, die wie ein Brenn­glas habe wir­ken kön­nen, hieß es an der Ein­satz­stel­le

Tho­mas Kalm­bach, Spre­cher des Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen, möch­te die Theo­rie vom Brand­stif­ter nicht bestä­ti­gen. Es wer­de in jede Rich­tung ermit­telt, sag­te er. Er wol­le aber auch nicht von sich wei­sen, dass die Poli­zei einen Ver­däch­ti­gen im Auge habe, erklärt er viel­sa­gend. 

Im Dorf hält sich das Gerücht, es habe bereits eine Fest­nah­me gege­ben. Eines Tat­ver­däch­ti­gen. Staats­an­walt Wag­ner: „Im Moment ist in die­ser Sache nie­mand in Haft.“ Im Moment? Die NRWZ hakt nach – und Wag­ner schweigt dazu. 

Die Ermitt­lun­gen sei­en noch nicht abge­schlos­sen, ergänzt der Staats­an­walt aller­dings. Das Lan­des­kri­mi­nal­amt unter­su­che Spu­ren vom Brand­ort. DNA, auch. Die Ergeb­nis­se lägen noch nicht vor, das daue­re immer ein paar Mona­te. 

Zu gege­be­ner Zeit wür­den die Behör­den, Staats­an­walt­schaft und Poli­zei, an die Öffent­lich­keit gehen, erklärt Wag­ner. Es sei jetzt zu früh. Auch, um den Ermitt­lungs­er­folg nicht zu gefähr­den. 

Eine deut­li­che Spra­che spricht dage­gen der Aus­bruchsort des Feu­ers. „Die­ser war an einem Holz­sta­pel“, also außer­halb des Gebäu­des, so Poli­zei­spre­cher Kalm­bach. 

Das Feu­er bei den Cave­men. Foto: gg

Das Feu­er, das Mit­te Novem­ber 2017 das Ver­eins­heim der Vil­lin­gen­dor­fer „Cave­men” ver­nich­tet hat, hat­te dage­gen offen­bar einen tech­ni­schen Defekt als Ursa­che. Davon ging der Brand­er­mitt­ler der Kri­mi­nal­po­li­zei Rott­weil zuletzt aus, wie ein Spre­cher des Prä­si­di­ums Tutt­lin­gen auf Nach­fra­ge der NRWZ erklär­te. Brand­stif­tung kön­ne aller­dings noch nicht end­gül­tig aus­ge­schlos­sen wer­den. Aktu­ell sehen die Ermitt­ler nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ aber kei­nen Zusam­men­hang mit der  Brand­se­rie ein Jahr spä­ter.

Bei dem Feu­er war am 15. Novem­ber 2017 das Base­ball-Club­heim bin­nen kur­zer Zeit nie­der­ge­brannt. Zur Zeit des Aus­bruchs des Feu­ers befan­den sich kei­ne Men­schen in dem Gebäu­de. Es brann­te voll­stän­dig aus. Wäh­rend der Lösch­ar­bei­ten erlitt ein Feu­er­wehr­mann eine Rauch­gas­ver­gif­tung, wes­halb er von Ret­tungs­kräf­ten des DRK medi­zi­nisch ver­sorgt wur­de.