Leserbrief zu den Wahlkampfplakaten an Laternenpfählen
Wieder einmal werden unschuldige Laternenpfähle geschändet: Porträt-Plakate, nicht selten beschmiert oder herabgerissen, schieben sich näher und näher an die Innenstadt heran. Sie werden weitgehend als Belästigung und Verhässlichung empfunden. Deshalb haben unsere weisen Stadteltern ja verfügen lassen, dass Straßen und Gassen im Zentrum davon frei zu halten sind.
Nun haben dieses Mal einige Parteien die Notwendigkeit gesehen, KanzlerInnenkandidierende aufzustellen. Und die müssen uns natürlich ins Hirn gehämmert werden, wenn auch diese Konkurrenz zwischen schütteren, gar keinen , silbergrau feingeschnittenen und voll dunkel hochgesteckten Haaren blitzschnell und eindeutig entschieden sein wird. Aber all die Gesichter lenken ab und schauen dabei hungrig nach Stimmen.
Da haben es die Parteien ohne Kandidierende doch besser. Sie brauchen natürlich auch Stimmen, können sich aber die Schönheitskonkurrenz ersparen und damit einen Beitrag zur Bewahrung unseres geliebten Stadtbildes leisten. Hier gewinnen die Konkurrenz Parteien, die ganz auf die Konterfeis ihrer Stimmenholer verzichten. Ihnen bleibt Raum für Dinge wie ‚sich mit den Reichen anlegen‘. Macht ja sonst doch keiner!
Bernhard Pahlmann
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