Rottweil, 14. Mai – Zwischenbilanz beim Sponsorenempfang, das Jazzfest biegt auf die Zielgerade ein. Auf der Bühne in Rottweil erstmals Matt Bianco. Genau, die aus den Achtzigern, mit Jazzpop und großem Faible für Spionagefilme. Matt Bianco ist daher auch ein fiktiver Agentenname. Und Sänger Mark Reilly, von Anfang an dabei, präsentiert sich ganz Bond-like mit talentierten jungen Damen auf der Bühne.
Zur Präsentation greift aber erst mal Jazzfest-Vorstand Simon Busch, der geladenen Gästen im Foyer der Stadthalle ein paar Zahlen bietet. 2026 wird ein gutes Jazzfestjahr. Nach drei ausverkauften und weiteren gut besuchten Konzerten lässt sich das mehr als erahnen, und das Defizit des Vorjahres mit rund 40.000 Euro Minus will auch aufgefangen werden.
Die Bilanz 2025 verhagelte vornehmlich das schlecht besuchte Tocotronic-Konzert, ähnliche Ausreißer sind 2026 nicht zu erwarten. Dafür spendiert sich das Jazzfest dann auch einmal eine neue Gestaltung des Foyers für einen fünfstelligen Betrag.
Gut die Hälfte der Einnahmen erzielt das Rottweiler Jazzfest über Kartenverkäufe, rund ein Viertel immerhin über Sponsoring und etwa 15 Prozent über Zuschüsse, etwa der Stadt. So bewegt der Verein jährlich gut eine drittel- bis halbe Million Euro, 130 Ehrenamtliche sind im Einsatz, und wo früher im Wesentlichen persönliche Kontakte zu Musikern und Agenten gefordert waren, fragen heute die Agenturen beim Jazzfest an.


Am Mittwochabend gibt sich Matt Bianco mit acht Mitgliedern auf der Bühne die Ehre, einziger Deutschlandstopp ihrer Welttournee. Frontmann Mark Reilly tourt seit 1982 (mit der Vorgängerband Blue Rondo à la Turk noch ein Jährchen länger) mit lässiger Präsenz – wenn er auch im Originalvideo zu „Whose Side Are You On“ ein wenig jünger wirkt als über 40 Jahre später.
Ihm zur Seite stehen zwei stimmstarke Sängerinnen – Elisabeth Troy und Florence Rawlings können sich ebenso hören lassen wie ihre fünf Musikerkollegen Geoff Gascoyne (bass), Graham Harvey (piano), Dave O’Higgins (sax), Martin Shaw (trumpet) und Sebastian DeKrom (drums).
Ein schöner, wenn auch nicht übermäßig besuchter Abend also, mit gediegenem, fehlerlosen New Jazz, grenzverwischend irgendwo zwischen Pop, Rock und Latin angesiedelt. Darauf einen Martini bei der Aftershow Party. Geschüttelt, nicht gerührt natürlich. Am besten Bianco.
Mehr unter www.jazzfest-rottweil.de
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