Was kommt nach dem Tod? Was lässt man zurück? Was nimmt man mit? Und wohin überhaupt? Mit diesen und mehr Fragen um Leben und Tod haben sich acht Künstlerinnen in den letzten Monaten intensiv auseinandergesetzt. Auch mit dem Schmerz, dem Abschied und den unterschiedlichen Phasen der Trauer.
Rottweil – Auf kleinen, quadratischen Würfeln haben sie das getan, vielseitig und ausdrucksvoll, angeleitet zunächst von Rémy Trevisan und dann von Tobias Kammerer. Nun sind die Ergebnisse in der Einbildgalerie am Friedhof als gemeinsames Werk zu sehen, eröffnet wurde die Ausstellung am Sonntag in der Aussegnungshalle.
Matthias Graf-Hetzler übernahm die Einführung in diesen Bilderspaziergang: „Man kann sich verlieren im Betrachten.“ Die Würfel, so angeordnet, dass man das Kreuz erkennen kann, horizontale Ebenen „von Mensch zu Mensch“, vertikale, die zu Gott weisen. „Lebe ich? Und was macht das Leben aus?“ Eine Frage, die Petra Klein in ihrem Beitrag stellt, und auch die, ob der Tod die Erlösung ist – „sie platziert Worte, wo Worte oft fehlen“, so Graf-Hetzler. Gabi Zeller wiederum schenkt mit ihren grünen Quadraten Hoffnung auf das was nach dem Tod kommt: Trost gibt es in Gottes Liebe. Mit der Farbe Schwarz hat sich Gabi Klingseisen auseinandergesetzt, mit der Reduktion von Farbe in einem Stück schwarzen Samts, der alles Licht schluckt – und dennoch ist am Ende des Weges Helligkeit.
Eine wahre Explosion, ein Weg zum Licht, so lassen sich die Würfel von Christa Dilger interpretieren – mit Blick auf Pfingsten „weht hier ein besonderer Geist, der zu Neuem befähigt“, beschrieb es Matthias Graf-Hetzler.
Astrid Spang konnte nicht selbst dabei sein, ihre fünf Klötze spiegeln die verschiedenen Stationen der Trauer, vom Chaos einer Krebsdiagnose, dem Kampf ums Überleben, die Versuche des Umfelds, den Erkrankten aufzufangen und den schweren Weg mitzugehen bis zu dem Tunnel, an dessen Ende Licht ist – ein Bild, das bei Nahtoderfahrungen oft beschrieben wird. Und bis zur Erfahrung, dass sich Trauer auch mit Erleichterung mischen kann.
Beate Henzler-Mattes schuf ein schwarzes Loch, in dem alles verschwinden kann, eine Höhle, in der man sich verkriechen oder verlieren kann, aus der aber auch ein Seil hängt, das den Weg aus der Dunkelheit zeigt. Wie einst der Weg des Theseus, nachdem er den Minotaurus besiegt hatte – der berühmte Faden der Ariadne, mit dem er aus dem Labyrinth herausfand. Eindrucksvoll umrahmt wurde die Vernissage von Franziska Schey (Klarinette) und Michael Bayer (Piano), unter anderem mit einen Stück von Francis Poulenc, der damit seinem verstorbenen Freund Arthur Honegger gedachte, aber auch mit einem Kaddisch, einem jüdischen Gebet, das auch am Lager von Verstorbenen gebetet wird, als Klarinettensolo.
Die Ausstellung ist im kleinen Café am Rottweiler Friedhof ist von Mo.-Fr. von 8-16 Uhr zu sehen.
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