Ein außergewöhnliches Projekt verbindet Rottweil mit Hamburg: Restaurator Paul Steinbock arbeitet derzeit an rund 190 historischen Fensterrahmen des denkmalgeschützten Klöpperhauses – mit dem Ziel, ein Stück Geschichte langfristig zu bewahren.
Prospekt der Woche
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Rottweil/Hamburg – Millimeterarbeit für ein Stück Baugeschichte: In der Holzmanufaktur in Rottweil widmet sich Restaurator Paul Steinbock aktuell einem Großprojekt mit bundesweiter Bedeutung. Insgesamt 190 historische Fensterrahmen mit mehr als 500 Flügeln aus Holz werden dort aufwendig geprüft, instand gesetzt und für die Zukunft vorbereitet. Die Bauteile stammen aus dem denkmalgeschützten Klöpperhaus in der Hamburger Mönckebergstraße, einem über 100 Jahre alten Kontorhaus, das derzeit umfassend saniert wird.
Steinbock ist auf die Restaurierung historischer Fenster spezialisiert – und hat damit seinen Traumberuf gefunden. „Ich mag es, an alten Objekten zu arbeiten und sie zu erhalten“, sagt er. Dabei geht es nicht nur um handwerkliche Präzision, sondern auch um ein tiefes Verständnis für historische Techniken. „Wie haben es die Schreiner damals geschafft, dass die Fenster über 120 Jahre halten?“, fragt er sich. Ziel sei es, die Fenster so zu restaurieren, dass sie auch die kommenden Jahrzehnte überdauern.
Die Leidenschaft für Holz wurde dem Restaurator praktisch in die Wiege gelegt. Seine Mutter betrieb eine Schreinerei, in der er früh mitarbeiten konnte. Bereits als Kind baute er eigene Projekte und entwickelte ein Gespür für das Material. Nach einem freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege absolvierte er eine Ausbildung zum Schreiner und spezialisierte sich zunehmend auf die Restaurierung historischer Bauteile.
Heute bringt Steinbock seine Expertise in ein eingespieltes Team ein. Rund 30 Baustellen hat er bislang begleitet, mehrfach auch in leitender Funktion. Besonders schätzt er die Kombination aus handwerklicher Arbeit, Verantwortung und Teamarbeit.
Der Weg zum Restaurator im Handwerk ist anspruchsvoll: Es handelt sich nicht um einen klassischen Ausbildungsberuf, sondern um eine Weiterbildung, die auf einer handwerklichen Qualifikation – meist mit Meistertitel – aufbaut. In speziellen Fortbildungen lernen angehende Restauratoren historische Techniken sowie den fachgerechten Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz.
Für interessierte Handwerker gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Spezialisierung. Die Fortbildung zum geprüften Restaurator im Handwerk kann in 19 Gewerken absolviert werden, darunter Schreiner-, Steinmetz- oder Stuckateurhandwerk. Unterstützt wird die Weiterbildung unter anderem durch Stipendien der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die jährlich vergeben werden.
Mit Projekten wie dem Klöpperhaus leistet das Handwerk einen wichtigen Beitrag zum Erhalt kulturellen Erbes – und zeigt zugleich, wie vielseitig und zukunftsorientiert traditionelle Berufe sein können.












