SCHRAMBERG. Die Musikkneipe „Zodiak“ gehört seit Jahrzehnten zur Kulturszene in Schramberg. Nun geht das Team um Betreiber Ralf „Graben“ Weigold einen neuen Weg: Mit einem eigenen „Zodi-Club“ sollen regelmäßige Beiträge von Unterstützern helfen, den Fortbestand des Lokals zu sichern.
Seit 44 Jahren sei das „Zodi“ ein Ort für Gemeinschaft, heißt es in einem Aufruf an Gäste und Freunde. 26 Jahre davon unter der aktuellen Regie. Man habe stets auf eigenen Beinen gestanden, doch die vergangenen Jahre hätten Spuren hinterlassen. Verändertes Ausgehverhalten und eine allgemeine Unsicherheit machten es zunehmend schwieriger, die laufenden Kosten zu decken.
„Gerade in unsicheren Zeiten brauchen wir Orte, an denen man seine Sorgen für ein paar Stunden vergessen kann“, schreiben die Betreiber. Das „Zodi“ solle deshalb erhalten bleiben – für Stammgäste, Musikfans und die lokale Szene.
Mitgliedschaften mit kleinen Anreizen
Kern der Initiative ist eine freiwillige Clubmitgliedschaft mit drei Stufen:
- Gold (15 Euro monatlich): Mitglieder erhalten bei jedem Besuch einen Verzehrbonus
- Silber (10 Euro monatlich): Es gibt Rabatt auf Konzerttickets
- Bronze (5 Euro monatlich): reine Unterstützung ohne Gegenleistung
Die Beiträge sollen per Dauerauftrag oder SEPA-Lastschrift laufen, eine Kündigung ist laut Aufruf jederzeit formlos möglich. Zunächst handelt es sich um eine unverbindliche Interessensabfrage. Auch einmalige Spenden seien willkommen.
Rückmeldungen nimmt das Team per E-Mail sowie über soziale Netzwerke entgegen.
Szene-Ort mit langer Geschichte
Das „Zodiak“ gilt seit vielen Jahren als feste Größe im Schramberger Nachtleben. Konzerte, Partys und regelmäßige Treffen haben die Kneipe zu einem Treffpunkt für unterschiedliche Generationen gemacht. Gerade solche Orte stehen jedoch zunehmend unter Druck – nicht nur durch Kostensteigerungen, sondern auch durch strukturelle Veränderungen im Freizeitverhalten.
Warum es für Kneipen schwieriger wird
Verändertes Ausgehverhalten – mehrere Trends treffen zusammen:
- Weniger spontane Kneipenabende: Viele Menschen planen bewusster und gehen seltener, dafür gezielter aus
- Steigende Preise: Inflation, höhere Energie- und Getränkekosten dämpfen die Ausgabebereitschaft
- Konkurrenz durch Streaming & Social Media: Freizeit verlagert sich stärker ins Private
- Pandemie-Folgen: Gewohnheiten haben sich dauerhaft verändert, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen
- Personalprobleme: Gastronomie kämpft weiterhin mit Fachkräftemangel
- Regulatorische Auflagen: Lärm-, Sicherheits- und Hygieneregeln erhöhen Aufwand und Kosten
Folge: Viele kleine, unabhängige Locations sind wirtschaftlich stärker unter Druck – besonders außerhalb großer Städte.
Erste Reaktionen: breite Unterstützung aus der Community
Die Resonanz auf den Aufruf fällt bereits kurz nach Veröffentlichung deutlich positiv aus. Auf der Facebook-Seite der Kneipe melden sich zahlreiche Unterstützer zu Wort. „Bin auf jeden Fall auch dabei!“, schreibt etwa Hansjörg Fichter, während Sebastian Dracu die Initiative als „mega gute Idee“ bezeichnet. Mehrere Nutzer signalisieren nicht nur ihre Unterstützung, sondern entscheiden sich auch direkt für eine Mitgliedschaft: „Gold geht klar!“, kommentiert Bernhard Bühler, auch Georg Hauch kündigt an, die höchste Stufe wählen zu wollen.
Auffällig ist die breite Zustimmung quer durch die Community – von langjährigen „Top-Fans“ bis hin zu regelmäßigen Gästen. Kommentare wie „Ich bin natürlich auch dabei!!“ (Mike Boom), „Ich würde euch unterstützen!“ (HP Walter) oder „Super Idee. Ich bin dabei“ (Jo Glaser) zeigen: Das „Zodiak“ kann offenbar auf einen festen Rückhalt bauen.
Der Aufruf

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