Rottweil. Bürokratie und Versorgungslücken im ländlichen Raum standen im Mittelpunkt eines Gesprächs zwischen dem SPD-Landtagskandidaten Ali Zarabi und der Leitung des Rottweiler Psychiatrie-Krankenhauses.
Im Rahmen seines Landtagswahlkampfs besuchte Ali Zarabi das Vinzenz-von-Paul-Hospital in Rottweil. Dabei sprach er mit Geschäftsführer Thomas Brobeil sowie Mitarbeitenden des Hauses über die Herausforderungen, vor denen das Krankenhaus steht. Das gemeinnützige Haus ist nach eigenen Angaben ein psychiatrisch-neurologisches Kompetenzzentrum mit rund 1600 Mitarbeitenden und versorgt ein Einzugsgebiet von rund 600.000 Menschen mit stationären, teilstationären und ambulanten Angeboten.
Brobeil, der zudem stellvertretender Vorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft ist, schilderte den wachsenden bürokratischen Aufwand: Dieselben Dokumente müssten teils an drei verschiedene Behörden übermittelt werden, Fristen der Krankenkassen seien häufig kaum einzuhalten. Zarabi sprach sich daraufhin für mehr Digitalisierung und eine zentrale, behördenübergreifende Datenbank aus.
Das Vinzenz-von-Paul-Hospital ist ein unverzichtbarer Pfeiler der Gesundheitsversorgung in unserer Region. Wer mit den Verantwortlichen und der Belegschaft spricht, merkt schnell: Die größte Belastung entsteht längst nicht nur durch steigende Patientenzahlen, sondern durch überbordende Bürokratie und strukturelle Versorgungsengpässe. Wir als SPD-Kreisverband stehen klar an der Seite der Beschäftigten und der Patientinnen und Patienten. Das Land muss dafür sorgen, dass Krankenhäuser und Praxen wieder mehr Zeit für Menschen haben – und weniger für Formulare.“
Mirko Witkowski, Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Rottweil
Thema des Besuchs vor Ort war auch die Versorgungslage bei niedergelassenen Psychotherapeuten. Kreisrätin Theresa Renz, selbst ausgebildete Psychotherapeutin, verwies auf die mehrjährige und kostspielige Ausbildung als Hürde für den Nachwuchs. Brobeil ergänzte, dass der ländliche Raum für viele Ärzte unattraktiv sei – was zu einer Unterversorgung bei niedergelassenen Psychiatern führe.
Zarabi äußerte die Erwartung, dass die Politik künftig stärker in die mentale Gesundheit und die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum investiere. Brobeil schloss sich dem an und wünschte sich parteiübergreifende Zusammenarbeit, „damit unsere Hauptaufgabe die Behandlung bleibt und nicht die Bürokratie.”
📰 Mehr aus Rottweil
NEU
Rottweil gehört zu den größten CBM-Spendern in Baden-Württemberg
vor 30 Minuten
NEU
Kräftiger Regen stört die Alpinisten nicht lang
vor 7 Stunden
NEU
Rottweiler nimmt mit 99 Jahre alter Imperia am 100. Gründungsjubiläum der Motorradmarke teil
vor 8 Stunden 🔥 Meistgelesen aus Rottweil
👁 14,6k
31-Jährige stirbt bei schwerem Verkehrsunfall auf der B 462 bei Sulgen
08. Juli 2026
👁 6,8k
Scheunenbrand bei Rottweil: 150.000 Euro Schaden – Polizei ermittelt zur Ursache
11. Juli 2026
👁 6,5k
Drei Schramberger Unternehmen stellen Insolvenzantrag – Amtsgericht ordnet vorläufige Insolvenzverwaltung an
06. Juli 2026 🚨 Blaulicht aus Rottweil
Rottweil: 20-Jähriger vor Supermarkt und im EDEKA angegriffen – Polizei sucht Zeugen
07. Juli 2026
Unfall auf der K5545 bei Rottweil: Auto überschlägt sich mehrfach – 24-Jährige leicht verletzt
07. Juli 2026
Versuchtes Tötungsdelikt in Rottweil: Tatverdächtiger nach Messerangriff in Villingendorf festgenommen
06. Juli 2026

Die neuesten Kommentare