Christian Wegwerth ist ein echter Fan der Rottweiler Hängebrücke. Er und seine Partnerin Susanne Essers haben ihren Urlaub extra so gelegt, dass sie bei der Eröffnung dabei sein können.
Die beiden leben heute in Monheim in Nordrhein-Westfalen. Der gebürtige Rottweiler Wegwerth zog vor einigen Jahren der Liebe wegen dorthin. Keine leichte Entscheidung, wie er im Gespräch mit der NRWZ erzählt. In Rottweil ist er aufgewachsen, mit sechs Geschwistern und einer großen Familie. Hier besuchte er die Maximilian-Kolbe-Schule, absolvierte eine Ausbildung zum Elektriker und arbeitete viele Jahre bei Knauf in Deißlingen-Lauffen. Dennoch hielt er an seiner Entscheidung fest, Rottweil, seine Familie und die Fasnet zu verlassen.
In Monheim fühlt er sich wohl – mit einem guten Job bei den Stadtwerken Düsseldorf und in einer Stadt, die sich stark gewandelt hat. „Monheim war ausgestorben“, erzählt seine Partnerin. Doch ein junger Bürgermeister habe die Stadt grundlegend verändert: Kindergärten und öffentlicher Nahverkehr sind kostenlos, ebenso die Nutzung der Stadtbibliothek. Das zog viele junge Familien an, und heute gilt die Stadt wieder als lebendig.
Vieles fehlt Wegwerth dennoch. Die Landschaft rund um Rottweil, die Wälder, in denen man Pilze oder Bärlauch sammeln kann – dafür müssen die beiden nun weite Wege in Kauf nehmen, etwa bis in die Eifel. Auch die Fasnet vermisst er, wobei er sich auch im Rheinland inzwischen etwas eingelebt hat. Über seinen Arbeitgeber gewann er Karten für eine große Karnevalsveranstaltung in Köln. „Ich durfte hinter dem Prinzenpaar einlaufen“, erzählt er. Beeindruckt zeigt er sich auch von der Offenheit der Menschen im Rheinland.
Ein fleißiger Schwabe fällt dort allerdings auf – nicht immer nur im positiven Sinne. „Sie denken schon am Donnerstag ans Wochenende“, sagt er schmunzelnd. Seine Partnerin ergänzt: „Eigentlich braucht man sich hier den Freitag nicht freizunehmen.“ Sein neuer Chef ist ebenfalls Schwabe und wollte Wegwerth unbedingt in seinem Team haben. „Die Leute hier lieben Schwäbisch“, hat er festgestellt. Andersherum versteht er Kölsch nur eingeschränkt, gewöhnt sich aber zunehmend daran.
Ich bin im September 2024 nach Monheim am Rhein gezogen (der Liebe wegen). Bin nun 50 Jahre alt und habe nicht nur meine Kindheit mit Schule etc. in Rottweil verbracht, sondern fühle mich eh und je, egal wo man ist, als Rottweiler 😊. Man kann die alte Heimat einfach nie vergessen. Man kennt ja schließlich jeden Gassenwinkel. Es berührt mich jedes Mal so von Herzen, wenn ich ins Schwäbische komme.😊.
Christian Wegwerth in einer E-Mail an die NRWZ
Ich habe in den Medien alles mit dieser Neckarline verfolgt und bin echt sehr gespannt darauf. Ich habe nun extra eine Woche frei genommen in der Eröffnungswoche und Nähe Wasserturm eine Ferienwohnung gemietet, ich fahre 450 km eine Strecke für dieses Ereignis und das bei den Spritpreisen 🙈….. Aber ich freue mich sehr auf die Eröffnungsfeier, Rottweil wiederzusehen und in der alten Heimat zu sein. Das wollte ich Euch einfach mal schreiben.
So oft es geht, kehrt er nach Rottweil zurück – zur Familie, zu Freunden und auch zu seinen beiden Kindern, die hier bei ihrer Mutter leben. In der Phase seiner Entscheidung hatte er sie um Rat gefragt. Beide hätten zugestimmt, erzählt er.
Nun steht der Heimatbesuch zur Eröffnung der Hängebrücke an. Wegwerth ist überzeugt, dass sie Rottweil neuen Schwung bringen wird. Sein erster Gang über die Brücke soll zugleich ein Geschenk für seine Eltern werden: Sein Vater sitzt im Rollstuhl, dennoch wollen sie ihn über die Brücke schieben. Für ihn werde das etwas ganz Besonderes sein – und auch für ihn selbst. Denn jedes Mal, wenn bei der Anfahrt Rottweil in Sicht kommt, sagt er, bekomme er Tränen in den Augen.
Dem Wunsch vieler Freunde in Monheim, einem Karnevalsverein beizutreten, ist er bislang nicht nachgekommen. Ob ihm der Karneval eines Tages mehr bedeuten wird als die Rottweiler Fasnet, lässt er offen.
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