Friedrichsplatz in Rottweil: Neues Konzept bringt mehr Grün, Tempo 20 – und eine Blitzersäule

Mehr Grün, Tempo 20 – und ein Blitzer: So könnte sich der Friedrichsplatz in Rottweil bald verändern.

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Der Friedrichsplatz in Rottweil soll grundlegend umgestaltet werden. Ein jetzt vorliegender Entwurf setzt auf mehr Aufenthaltsqualität, neue Verkehrsführung – und sorgt mit einer geplanten Blitzersäule sowie einem möglichen Wasserspiel für Diskussionen. 

Die Neugestaltung des Friedrichsplatzes geht in die entscheidende Phase. Wie aus einer aktuellen Vorlage für den Gemeinderat hervorgeht, liegt nun ein konkreter Entwurf samt Material- und Nutzungskonzept vor. Ziel ist es, den zentralen Platz stärker als Aufenthaltsort zu gestalten – mit klarer Struktur, mehr Grün und weniger Dominanz des Verkehrs. 

Künftig soll der Bereich in drei Zonen gegliedert werden: eine Fahrbahn mit 6,5 Metern Breite, angrenzende Aufenthaltsbereiche mit Baumbeeten und sogenannten „Logen“ sowie breite Gehwege entlang der Gebäude. Gerade diese multifunktionalen Flächen sollen auch Gastronomie und Veranstaltungen mehr Raum bieten.

Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts bleibt die Verkehrsberuhigung. Der Friedrichsplatz wird auch künftig als „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ mit Tempo 20 ausgewiesen. Damit sollen die Sicherheit für Fußgänger erhöht und der Platzcharakter gestärkt werden. Aktuell ist er freilich eine Baustelle.

Blitzersäule soll Tempo sichern

Besonders deutlich sticht eine geplante stationäre Geschwindigkeitsüberwachung hervor. Die sogenannte City-Blitzersäule soll sicherstellen, dass die neue Tempo-20-Regel auch tatsächlich eingehalten wird. Gleichzeitig könnte sie helfen, unerlaubten Durchgangsverkehr zu kontrollieren. Die Kosten dafür liegen bei rund 100.000 Euro. 

Die Verwaltung sieht die Maßnahme als essenziellen Baustein, um die neue Nutzung des Platzes konsequent durchzusetzen – denn nur bei niedrigen Geschwindigkeiten könne sich die Aufenthaltsqualität entfalten.

Wasserspiel als zusätzlicher Anziehungspunkt

Ein weiterer Punkt, der den Friedrichsplatz verändern könnte: ein kleines Wasserspiel. Anders als ursprünglich geplant, prüfen die Planer nun eine kompakte Lösung mit drei bis fünf Düsen im Bereich von Forum Kunst und Bücherei.

Das Wasserspiel soll vor allem an heißen Tagen für Abkühlung sorgen und die Attraktivität des Platzes erhöhen. Im Gespräch ist eine Kombination aus Wasser- und Nebeldüsen mit vergleichsweise geringem Verbrauch. Die Baukosten werden auf etwa 90.000 Euro geschätzt, die laufenden Kosten auf rund 5.000 Euro jährlich. 

Allerdings ist die Umsetzung an Bedingungen geknüpft: Eine spätere Nachrüstung gilt laut Stadtverwaltung als kaum möglich – deshalb müsste der Gemeinderat frühzeitig entscheiden.

Mehr Grün und neues Pflaster

Neben Verkehr und Ausstattung spielt auch das Thema Stadtklima eine zentrale Rolle. Geplant sind neue Baumstandorte mit insgesamt 14 Bäumen, die Schatten spenden und zur Kühlung beitragen sollen. Ergänzt wird das durch ein Entwässerungssystem nach dem sogenannten „Schwammstadtprinzip“, bei dem Regenwasser gespeichert und den Pflanzen zugeführt wird. 

Auch beim Bodenbelag setzt die Planung auf eine deutliche Veränderung: Statt Asphalt soll im zentralen Bereich Granitpflaster verlegt werden. Das gilt als langlebig und passt besser zum historischen Charakter der Innenstadt.

Kosten steigen – Entscheidung steht an

Die Gesamtkosten für die Umgestaltung liegen aktuell bei rund 2,55 Millionen Euro. Damit übersteigt das Projekt das ursprünglich eingeplante Budget leicht. Durch Fördermittel reduziert sich jedoch der städtische Eigenanteil. 

Blitzersäule und Wasserspiel sind dabei noch nicht fest eingeplant: Sie sollen nur umgesetzt werden, wenn zusätzliche Fördermittel zur Verfügung stehen und der Kostenrahmen eingehalten werden kann.

Der Gemeinderat soll in den kommenden Wochen über das Gesamtpaket entscheiden. Ziel bleibt, den Friedrichsplatz bis spätestens 2027 zu einem modernen Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität umzubauen.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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