Rottweil. Wer derzeit über die Stadionstraße nach Rottweil einfährt, wird am Parkplatz beim Freibad von meterhohen Haufen aus Grüngut, Bauschutt und vermeintlichem Pferdemist begrüßt. Der Eindruck täuscht jedoch teilweise: Die Stadt nutzt die Fläche bewusst als Zwischenlager – vor allem wegen der Sanierung des Münsterplatzes.
Mehrere Meter hohe Haufen aus Grünabfällen, Bauschutt und einem dampfenden Material, das auf den ersten Blick wie Pferdemist wirkt: Der Parkplatz am Freibad Rottweil sorgt derzeit bei manchen Verkehrsteilnehmern für Verwunderung. Was dort wie eine improvisierte Deponie wirkt, ist nach Angaben der Stadtverwaltung jedoch Teil eines geplanten Systems.
Münsterplatz-Baustelle braucht Platz
Ein Teil der aufgeschütteten Materialien stammt von der laufenden Sanierung des Münsterplatzes. Weil es in der Rottweiler Innenstadt kaum geeignete Flächen für Baustellenlogistik gibt, nutzt die Stadt den Freibad-Parkplatz vorübergehend als Lagerfläche.
Nach Angaben eines Sprechers der Stadtverwaltung wird das Gelände voraussichtlich noch längere Zeit benötigt: Die Fläche werde „während der Baumaßnahmen in der Innenstadt weiterhin bis Ende 2027 als Lager benötigt“. Erst danach soll der Parkplatz wieder vollständig seiner ursprünglichen Nutzung dienen.
Grüngut statt Pferdemist
Neben Baumaterialien lagert der städtische Betriebshof im hinteren Teil des Parkplatzes auch geschreddertes Grüngut. Das geschieht allerdings nur in der Wintersaison, wenn der Parkplatz nicht in voller Größe gebraucht wird.
Der Eindruck, es handle sich um Pferdemist, ist laut Stadt allerdings falsch. Bei dem Material handelt es sich um zerkleinertes Grüngut aus der Landschaftspflege. Dieses soll demnächst weiterverarbeitet werden – unter anderem zu sogenannter Terra Preta, einer besonders nährstoffreichen Schwarzerde.
Parkplatz nur vorübergehend Lagerfläche
Mittelfristig soll sich die Situation ohnehin ändern. Nach Angaben der Stadt plant der Betriebshof, Grüngut künftig vollständig auf dem eigenen Gelände zu lagern. Dann werde auch der Freibad-Parkplatz nicht mehr als Zwischenlager genutzt.
Bis dahin allerdings müssen sich Autofahrer am Stadteingang wohl weiterhin an den ungewöhnlichen Anblick gewöhnen: Statt Freibad-Idylle begrüßen sie derzeit Haufen aus Baustoffen und Grüngut.
Die Stadt nennt das pragmatische Baustellenlogistik – manche Besucher dürften es eher als eine etwas rustikale Visitenkarte der Stadt empfinden.


