Keine weiteren Rutschungen bei Thomas Philipps

Besprechung der Lage am Vormittag /Geologe warnt: "Noch Dynamik drin"

Über Nacht hat es  kei­ne wei­te­ren grö­ße­ren Rut­schun­gen am Hang hin­ter dem Schram­ber­ger Tho­mas-Phil­ipps-Markt mehr gege­ben. Das berich­tet Stadt­brand­meis­ter Wer­ner Storz.

Wir konn­ten mit unse­ren Pum­pen  oben dem Hang viel Was­ser ent­neh­men und so den Druck redu­zie­ren”, schil­dert Storz die Auf­ga­be der Feu­er­wehr­leu­te am Abend und in der Nacht.

Bespre­chung mit den Fach­leu­ten.

Nach dem dra­ma­ti­schen Erd­rutsch am Mon­tag­vor­mit­tag geht es nun an die Auf­räum­ar­bei­ten. Die wer­den sich bis zu drei Wochen hin­zie­hen, schätzt Bau­un­ter­neh­mer Mar­tin Kopp. Vor­rang habe der­zeit die Hang­si­che­rung, betont Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog.

Noch Dynamik drin“

Lan­des­geo­lo­ge Cle­mens Ruch erläu­tert, wie es zu der Rut­schung gekom­men ist. Foto: him

Über Nacht hat es kei­ne wei­te­ren grö­ße­ren Rut­schun­gen am Hang hin­ter dem Schram­ber­ger Tho­mas-Phil­ipps-Markt mehr gege­ben, berich­tet Stadt­brand­meis­ter Wer­ner Storz. Lan­des­geo­lo­ge Cle­mens Ruch aller­dings sah „im Augen­blick noch Dyna­mik drin“. Des­halb gel­te ein Betre­tungs­ver­bot für das Gelän­de um den Tho­mas-Phil­ipps-Markt und den Markt selbst.

Nach einer Orts­be­sich­ti­gung mit Ver­tre­tern ver­schie­de­ner Behör­den, Feu­er­wehr­leu­ten und Ver­tre­tern des THW oben an der Abbruch­stel­le beim frü­he­ren Gast­haus Schilteck und unten auf dem Park­platz des Mark­tes berich­te­te Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog, die Lage sei „in der Nacht rela­tiv ruhig geblie­ben“.

Karl-Fried­rich Teu­fel an einer der Was­ser­pum­pen ober­halb der Rut­schung. Foto: him

Die gan­ze Nacht über hät­ten die Feu­er­wehr­leu­te aus zwei Pum­pen­sümp­fen links und rechts an der Abrut­schung Was­ser in Schläu­che gepumpt, die das Was­ser tal­ab­wärts in die Schiltach lei­te­ten. Damit habe man Druck aus dem Hang genom­men, erläu­ter­te Geo­lo­ge Ruch.

Schneeschmelze und Dauerregen Ursache

Er berich­tet, dass oben bei einem in den 50er oder 60er Jah­ren ange­leg­ten Platz gro­ße Tei­le in eine Rin­ne abge­rutscht waren. Der Dau­er­re­gen und die Schnee­schmel­ze hät­ten das Mate­ri­al „stark durch­nässt“. Des­halb sei es schließ­lich abge­rutscht. Ruch schätz­te, es habe sich um etwa 2500 Kubik Erd­reich gehan­delt. Auf dem Weg nach unten riss die­se Erd­mas­se wei­te­re Stei­ne, Erde und Bäu­me mit sich. Des­halb glaubt Mar­tin Kopp lie­ge wesent­lich mehr Mate­ri­al unten auf dem Platz. „Das ist ja drei bis vier Meter hoch.”

Hoch tür­men sich Bäu­me und Erd­ma­te­ri­al auf dem Park­platz des Mark­tes. Foto: him

Die­ser Rie­sen­hau­fen habe unglück­li­cher­wei­se dazu geführt, dass nach­strö­men­des Was­ser aus der Rin­ne sich hin­ter dem Markt gesam­melt und dann in den Markt hin­ein­ge­flos­sen ist, erläu­tert Ruch. Die Erst­maß­nah­me des Abpum­pens von Was­ser über Nacht habe dafür gesorgt, dass die rest­li­che Mas­se unter dem Park­platz nicht wei­ter durch­feuch­tet wur­de und auch noch abrutsch­te, so Ruch. „Wir müs­sen jetzt schau­en, dass die Pas­sa­ge nach unten frei bleibt und sich dort kein Was­ser staut.“

Gefährliche Arbeiten

Außer­dem müs­sen Spe­zia­lis­ten eini­ge Bäu­me, die am obe­ren Rand noch ste­hen geblie­ben sind, fäl­len. Auch wer­de man ver­su­chen, eini­ge Holz­beu­gen abzu­räu­men. Mit einer Hang­drai­na­ge und einer Quer­rin­ne ober­halb des Park­plat­zes möch­te man dafür sor­gen, dass kein wei­te­res Was­ser in den gefähr­de­ten Bereich ein­dringt.

Hier kön­ne man kei­nes­falls mit schwe­rem Gerät arbei­ten, beton­te Ruch. „Das wäre zu gefähr­lich, weil der Hang wei­ter abzu­rut­schen droht.“ Unten beim Markt soll ein „Gerin­ne“ geschaf­fen wer­den, durch das even­tu­ell noch abge­hen­des Geröll direkt in die Schiltach gelei­tet wird. Lang­fris­tig müs­se ein Pla­nungs­bü­ro über­le­gen, wie man den Steil­hang so abfan­gen kann, dass er sta­bil bleibt. „Aber jetzt müs­sen wir erst ein­mal die öffent­li­che Sicher­heit her­stel­len.“

Rie­si­ge Men­gen an frü­he­rem Auf­schütt­ma­te­ri­al sind hier zu Tal gegan­gen. Foto: him

Thomas Philipps: Dank an alle Helfer

Wir sind sehr froh, dass nichts Schlim­me­res pas­siert ist“, ver­si­chert der Regio­nal­be­treu­er von Tho­mas Phil­ipps, Micha­el Kraff. Er dan­ke allen Betei­lig­ten für ihren Ein­satz. Markt­lei­ter Chris­toph Moos­mann ver­si­cher­te, er und sein Team woll­ten gedul­dig abwar­ten, bis die Sicher­heit wie­der gege­ben sei. Zur­zeit dür­fe nie­mand den Markt betre­ten. Des­halb kön­ne er zu einem mög­li­chen Scha­den auch noch nichts sagen. Das sei auch zweit­ran­gig, ergänz­te Kraff: „Sicher­heit geht vor.“

Kein Zugang mög­lich. Foto: him

Moos­mann berich­te­te, dass Archi­tekt Jür­gen Bihl­mai­er mit einem Sta­ti­ker das Gebäu­de ange­schaut habe. Die bei­den sei­en über­zeugt, dass das Gebäu­de mit Beton­so­ckel und Beton­pfei­lern sta­bil sei. Doch auch das wer­de man abwar­ten.

Viele Hilfsangebote

Der Besit­zer des Gebäu­des sei am Mon­tag schon vor Ort gewe­sen, berich­tet Moos­mann. „Er, wie wir alle, will, dass es wei­ter geht.“ Erst im ver­gan­ge­nen Som­mer hat­te Moos­mann den Markt kom­plett moder­ni­siert. Das Gebäu­de selbst sei ver­si­chert, der Erd­rutsch sei ein Ele­men­tar­scha­den. Bei der Ware müs­se man schau­en, was noch ver­käuf­lich ist.

Keks­pa­ckun­gen hat es aus dem Markt gespült. Foto: him

Moos­mann berich­tet von viel Soli­da­ri­tät: „Ich habe zahl­rei­che Hilfs­an­ge­bo­te über Whats­app bekom­men von Kun­den und ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­tern. Es gibt nicht nur die Gaf­fer auf der Stra­ße.“