Miller & Monroe: Die Tage sind gezählt

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SCHRAMBERG  –  Ein großes Transparent und etliche Plakate verkünden an der Bahnhofstraße: „Wir schließen – Alles reduziert“. Der Neustart unter neuem Namen und neuem Eigentümer hat nicht geklappt. Miller & Monroe, früher Charles Vögele schließt Ende Mai auch seine Schramberger Filiale.

Filialleiterin Gabriele Wessel-Windmüller sagt, sie wisse nicht, was aus dem Laden werde, ob es vielleicht doch noch eine weitere Übernahme geben wird. Schon einmal hat Wessel-Windmüller mit ihrem Team solche Unsicherheiten erlebt: als vor einem Jahr ein niederländisches Unternehmen Modefilialist die Firma „Victory & Dreams“ die Läden und das Personal von „Charles-Vögele“-Filialen in Deutschland übernahm und zu „Miller & Monroe“-Läden umbaute. Doch im März meldete die deutsche Tochter Firma Vidrea Deutschland, beim Amtsgericht in Hechingen Insolvenz an (wir haben berichtet).

Schuld an der Insolvenz sei, dass die Lage von Charles Vögele bei der Übernahme „deutlich schlechter“ als dargestellt gewesen sei, so Geschäftsführer Lex Hes im März gegenüber dem Handelsblatt.

Keine Zukunft

Der Insolvenzverwalter Jochen Sedlitz wollte ein Sanierungskonzept erarbeiten und möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte erhalten. Das hat offensichtlich nicht geklappt.  Laut „Textilzeitung“ sieht  Sedlitz „keine Zukunft für das Handelskonzept“. Zudem seien in den letzten Monaten „sehr hohe Verluste“ erwirtschaftet worden und es gebe  hohe Mietrückstände. Sedlitz verhandle aber parallel mit einer anderen Firma, die die Läden angeblich bereits zum 1. Juni übernehmen wolle.

Noch sind Schnäppchen zu haben. Foto: him

Davon wussten Filialleiterin Wessel-Windmüller und ihre vier Kolleginnen am Dienstag noch nichts. Sie seien „ziemlich enttäuscht“ vom Insolvenzverwalter, hätten ein langes Schreiben erhalten aber keine Klarheit über ihre Zukunft. Dennoch wollten alle bis zum Schluss bleiben, versprach Wessel-Windmüller.

Noch läuft der Ausverkauf, im Damenbereich und bei den Herrenhemden finden sich noch etliche Teile für Schnäppchenjäger, aber am 31. Mai ist Schluss. Und danach? „Dann gehen wir zum Arbeitsamt.“

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.