Schuppenflechte – wen juckt‘s

Eine Reise mit offenem Ausgang

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Asha Polster und Christian Eble vor ihrem Mercedes-Laster. Foto: him

Zwei Leu­te aus Schram­berg-Wald­mös­sin­gen bau­en einen alten Mer­ce­des­las­ter in ein Wohn­mo­bil um. Sie wol­len in Ame­ri­ka auf einer lan­gen Fahrt die „Pan­ame­ri­ca­na“ hin­un­ter bis Pana­ma erkun­den. So weit, so noch nor­mal. Doch die bei­den haben eine Mis­si­on: „Wir wol­len so viel als mög­lich über The­ra­pi­en zur Schup­pen­flech­te erfah­ren und das ande­ren Betrof­fe­nen berich­ten.“

Wie kommt man auf so eine Idee? Die Heil­päd­ago­gin Asha Pols­ter und  der Zim­mer­mann Chris­ti­an Eble ken­nen und lie­ben sich seit sie­ben Jah­ren und schon fast so lan­ge träu­men sie vom Aus­wan­dern. Einer­seits lieb­ten sie bei­de Deutsch­land sehr, sagt sie. Ande­rer­seits träum­ten sie davon, am Meer zu woh­nen: “Irgend­wo, wo es kei­nen Win­ter gibt.“ 

Der Grund für ihr Fern­weh ist ein beson­de­rer: Seit sei­nem 14. Lebens­jahr lei­det Chris­ti­an Eble an Schup­pen­flech­te. Und er hat noch kei­ne Behand­lungs­mög­lich­keit gefun­den, die ihm nach­hal­tig hilft. Schup­pen­flech­te oder Pso­ria­sis ist eine ent­zünd­li­che  Haut­krank­heit, die bis heu­te nicht heil­bar ist.

Weit gereist als Rolandsbruder

Nach der Schul­zeit hat­te Eble eine Zim­mer­manns­aus­bil­dung gemacht und ist als Rolands­bru­der vier Jah­re durch Euro­pa, Ame­ri­ka und Asi­en gewan­dert. Zurück in Deutsch­land hat er die Meis­ter­prü­fung abge­legt. Wäh­rend der stres­si­gen Prü­fungs­pha­se habe er „einen extre­men Schub“ erlit­ten. Das hat ihn dazu gebracht, nach Behand­lungs­me­tho­den zu for­schen, die ihm, aber auch den Mil­lio­nen ande­ren Betrof­fe­nen hel­fen könn­ten. „Unse­re Idee ist, in den USA, wo noch viel mehr Leu­te  an Schup­pen­flech­te lei­den, die­se auf­zu­su­chen“, erzähl­te Eble.

Auch Ärz­te und ande­re The­ra­peu­ten wol­len sie  ken­nen ler­nen. „Ich pro­bie­re dann deren Metho­den an mir selbst aus und berich­te dar­über auf unse­rem You­Tube-Kanal.“ Die bei­den haben mit einem befreun­de­ten Fil­me­ma­cher, Den­nis Pcha­ik aus Obern­dorf, schon eine gan­ze Rei­he von kur­zen Vide­os  zu ihrer Idee und zu ihrer Rei­se gedreht (www.theskinmap.com). Dar­in zei­gen sie der­zeit haupt­säch­lich den Umbau ihres alten Über­tra­gungs­wa­gens in ein Wohn­mo­bil, mit dem man auch wochen­lang ohne zusätz­li­ches Was­ser oder Elek­tri­zi­tät aus­kom­men kann: „Wir bau­en Tanks für 600 Liter Was­ser ein, aufs Dach kom­men Pho­to­vol­ta­ik­zel­len.“

Der Umbau läuft

Noch sind sie mit­ten in den Umbau­ar­bei­ten. Bei einer Scheu­ne in Wald­mös­sin­gen nut­zen sie jede freie Minu­te, um an ihrem Mer­ce­des LPL 813,  Bau­jahr 1983, zu wer­keln. Auf zehn Qua­drat­me­tern ist Platz für Küche, Dusche, Klo und Bett. Jeden Frei­tag­nach­mit­tag stel­len sie einen neu­en Kurz­film ins Netz.

Bis Anfang Mai muss alles fer­tig sein, denn dann legt ein Fracht­schiff mit ihrem  Las­ter und ihnen an Bord ab. „zwei Wochen spä­ter sind wir in Hali­fax und fah­ren dann rüber an die West­küs­te“, freut sich Asha Pols­ter schon auf das gemein­sa­me Aben­teu­er. Den Som­mer wol­len sie bei einer Schwes­ter von Pols­ter im Nord­wes­ten der USA ver­brin­gen, nach Cana­da rei­sen und unter­wegs mit ihrer Schup­pen­flech­te-Akti­on begin­nen.

Noch viel zu tun im Inne­ren. Foto: him

Sie wol­len mit Chris­ti­ans Lei­dens­ge­nos­sen Erfah­run­gen aus­tau­schen, Rat­schlä­ge hören, neue Behand­lungs­me­tho­den ken­nen­ler­nen und an Chris­ti­an Eble erpro­ben.  Was sie neu­es erfah­ren, wol­len sie in Vide­os fest­hal­ten und die­se dann ins Netz stel­len. Das soll aber eher fröh­lich daher kom­men, nicht im Jam­mer­ton. Des­halb der Slo­gan: „Schup­pen­flech­te? … wen juckt‘s!“

Nach den USA sol­le es nach Mexi­ko gehen: „Da wol­len wir bei einer Fami­lie Spa­nisch ler­nen und dann mög­li­cher­wei­se durch Mit­tel­ame­ri­ka bis Pana­ma wei­ter fah­ren“, beschreibt Eble  die Rei­se­plä­ne. „Ob wir dann noch nach Kolum­bi­en über­set­zen, ist noch offen.“

Vielleicht für immer…

Für ihre gro­ße Aben­teu­er­tour spa­ren die bei­den schon seit gerau­mer Zeit: „Ich bin kei­ne Mode-Tus­si“, ver­si­chert Asha Pols­ter. „Und ich brau­che kein getun­tes Auto“, ergänzt Eble. Sie hät­ten alles, was sie brau­chen. Ihre Erspar­nis­se wür­den  gut rei­chen, und wenn nicht: „Arbei­ten kann man über­all“, weiß Eble von sei­ner Wan­der­schaft als Zim­mer­mann.

Das Ende der Rei­se bleibt offen. Viel­leicht fin­den sie den idea­len Platz, wo Kli­ma, Ernäh­rung, Stim­mung pas­sen, wo sich Chris­ti­an Eble in sei­ner Haut wohl­fühlt. Und wo es Chris­ti­an gut geht, viel­leicht geht es da ja auch ande­ren Pso­ria­sis-Geplag­ten gut…. Aber das ist vor­erst noch ein Traum. Jetzt muss erst ein­mal der alte LPL 813 fer­tig wer­den.

Info: Am 6. Okto­ber wer­den die bei­den mit ihrem umge­bau­ten Truck bei der Wie­der-Eröff­nung  des ver­grö­ßer­ten Stu­di­os der Fir­ma „Dpic­tures“  https://www.dpictures.de/
von Den­nis Pcha­ik in der  Haupt­stra­ße 34 in Obern­dorf dabei sein und  über ihre Rei­se-und Info­plä­ne berich­ten. Auf You­Tube  kann man sich kos­ten­los die Fil­me der bei­den anschau­en:  www.youtube.com/c/theskinmap

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