Trainerwechsel bei den Damen der SG Dunningen/Schramberg

Handball: Wenn der Tabellenführer nicht mit so viel Gegenwind rechnet

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Handball-Landesliga Frauen: SG Dunningen/Schramberg – HSG Albstadt 31:35 (18:18).

Die Damen 1 der SGDS boten dem Tabellenführer lange die Stirn, führten größtenteils mit bis zu drei Toren und gaben die Führung erst in den letzten Spielminuten aus der Hand.

Vergangenen Sonntagabend, zu ungewohnter Zeit um 18 Uhr, luden die Damen 1 in die Dunninger Wehle-Halle zum Spiel gegen den Tabellenführer aus Albstadt ein. Im Laufe der Woche zeigte sich eine außerplanmäßige Änderung auf der Trainerposition, sodass die bis dato letzten fünf Spiele unter anderer Leitung gespielt werden. Da der geplante Trainer auf einem anderen Kontinent festsaß, kam es zu einer weiteren Überraschung auf der Bank: Mit einer Taktiktafel und einem Blatt Papier kam die Überraschung in die Kabine gelaufen: Der Erfolgs-Trainer der Herren 1, Dominik Fix.

Bereits vor dem Aufwärmen machte Dominik Fix klar, welche Ziele er grundsätzlich verfolgt: „Ich hasse Niederlagen, ich hasse es zu verlieren. Stolz kann man bei einer Niederlage dann sein, wenn man sich nach dem Spiel nichts vorzuwerfen hat.“

Favoritenrolle ist klar

Die Spielerinnen wurde auf die kommenden 60 Minuten und ihre Aufgabe vorbereitet, sei es von Außen, der Mitte, im Rückzugsverhalten oder auch im Tor. Das Hinspiel hatten die Damen der SGDS deutlich mit 16:32 verloren, sodass der Favorit des Abends klar war. Mit welcher Wucht die Damen aus Schramberg und Dunningen jedoch agierten, damit rechnete wohl keiner der anwesenden Gäste, Zuschauer oder auch Trainer. Mit einer motivierenden Ansprache entließ Trainer Fix „seine“ Damen in die Partie: „Wir haben hier heute gar nichts zu verlieren, die da draußen hingegen sehr viel“

Vor voller Halle und einer gewissen Portion Nervosität begannen die Gastgeberinnen die Partie, ehe die Torejagd durch Sophia Leopold von der Mittelposition eröffnet wurde. Albstadt zog im Doppelschlag kurze Zeit später hinterher. Was die Gäste bis dato womöglich noch nicht ahnten: Der vorletzte Tabellenplatz, den die Gastgeber belegen, spiegelt nicht deren Können oder Leistung auf dem Feld. Von der Bank motivierende und helfende Worte führten zum 4:0-Lauf der Hausdamen und der Führung zum 5:2. Die Abwehr stand kompakt, Absprachen und das Aushelfen der Nebenfrau führten auch im Weiteren dazu, dass die Gäste zu technischen Fehlern gezwungen wurden und die Hausdamen im Gegenzug einnetzten.

Schneller Ausgleich

Jedoch wussten alle um die Stärke der Albstädterinnen, sodass diese sich nicht zu schnell beirren und beeindrucken ließen. Binnen fünf Minuten glichen die Gäste zum 6:6 aus, ehe die Luchs-Damen durch Tore von Marina Häsler und Sophia Leopold davonzogen. Im Doppelschlag glichen die Gäste erneut zum 8:8 (14. Minute) aus. Keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen. Auf beiden Seiten wurde immer wieder an Geschwindigkeit zugelegt. Die Gäste aus Albstadt schienen überrascht, welche Leistung die Spielerinnen vom unteren Tabellendrittel gegen den Tabellenführer auf die Platte legten. Das spiegelte sich in deren fast schon Verstummtheit auf der Bank wider. Beim Stand von 16:14 zugunsten der Hausdamen sahen sich die Gäste-Trainer zur ersten Auszeit der Partie gezwungen. Dominik Fix lobte die Spielweise der Damen, forderte dennoch konsequenteres Arbeiten in der Abwehr.

Erstmals mit drei Toren zogen die Damen der SGDS durch einen sehenswerten Fast-Kempa von Lia Ruess gespielt auf Alicia Szczesny auf 18:15 davon. Trotz Jubel und enormer Steigerung wurden die Damen durch einen Doppelschlag von Albstadt wieder an ihren Kampf und nicht beginnende Nachlässigkeit erinnert. Mit dem von den womöglich meisten Zuschauern in der Halle nicht erwarteten Stand von 18:18 ging es in die Halbzeit.

„Einfach nur geil“

Mit roten Köpfen und einem Lächeln im Gesicht waren sich alle einig: „Geil, einfach nur geil!“ Dennoch wissen alle, die sich mit dem Handballsport auskennen, dass ein solcher Spielstand zur Halbzeit grundsätzlich nichts zu bedeuten hat. Entscheidend sind zumeist die Schlussminuten oder auch Sekunden, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Trainer Fix erinnert daran, dass die Hausdamen nichts zu verlieren haben, aber den Tabellenführer dennoch weiterhin ärgern sollen und am Ende womöglich noch die Überraschung und die zwei Punkte einfahren können.

„Jetzt müssen die Absprachen in der Abwehr weiter laufen, ihr müsst euch aushelfen. Egal, wen ich bisher durch eine andere ausgewechselt habe, die Leistung hat sich nicht verschlechtert, und alle haben an die vorherige angeknüpft. Dass muss jetzt genau so weitergehen!“, sagte Dominik Fix. Erneut erinnerte er daran, dass jede Einzelne Handball spielen und Tore werfen kann. „Wir gehen jetzt genau so raus wie am Anfang und zeigen es ihnen!“

Die motivierenden Worte schienen zu wirken: Im Doppel erhöhten Sophia Leopold und Maike King auf 20:18. Einige Paraden der Torhüterinnen Schranzhofer und Staiger hielten den Kurs ebenfalls auf Sieg. Jedoch verleiteten technische Fehler die Gäste aus Albstadt immer wieder dazu, dranzubleiben. Vom 20:20 über 23:22 bis zum 27:27 (47.) konnte sich keine der beiden Mannschaften absetzen. Für die Zuschauer war das Spiel ab Minute eins kein Spiel zwischen dem Tabellenvorletzten und dem Tabellenführer, sondern ein Spiel auf Augenhöhe. Beim Stand von 27:27 sah sich Trainer Fix zur Auszeit gezwungen, um noch einmal alles zu ordnen, koordinieren und die Hektik aus dem Spielgeschehen zu nehmen.

„Nicht aufgeben, weiterkämpfen!“

Auch beim Stand von 28:28 (50.) schien alles offen, ehe die Gäste von der Alb ihre letzten Reserven aufstockten und ihre Tabellenplatzierung bestätigten. Mit einem 3:0-Lauf zogen die Gäste erstmals mit drei Toren beim Stand von 28:31 davon, was Trainer Fix zu seiner letzten Auszeit zwang. Er koordinierte und ordnete erneut nochmals alle Spielerinnen, um sie auf die letzten Spielminuten einzustellen. „Nicht aufgeben, weiterkämpfen“ war das Ziel. Leider gelang es den Hausdamen in den letzten Minuten nicht mehr, den Rückstand aufzuholen. Inkonsequente Abschlüsse und verlangsamtes Rückzugsverhalten ließen die Gäste davonziehen. Albstadt bewahrte in den entscheidenden letzten Minuten einen kühlen Kopf, sodass das Spiel mit dem Spielstand von 31:35 abgepfiffen wurde.

Zwar hat es leider nicht zu den ersten Minuspunkten der Albstädterinnen geführt, jedoch zu einem bis zur 51. Minute nicht klaren Sieg für den Tabellenführer. Das Spiel hat gezeigt, dass Damenhandball attraktiv, hart, aber fair ausgetragen werden kann. Durch die Partie wurde ersichtlich, dass die Platzierung in einer Tabelle nicht immer aussagekräftig scheint.

Entlassen wurden die Damen mit folgenden Worten: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Das war nicht irgendeine Mannschaft, gegen die ihr gerade so ein Spiel hingelegt habt, sondern gegen den Tabellenführer. Ihr könnt stolz auf euch sein, jede einzelne!“

Kommende Woche sind die Damen 1 der SGDS auswärts in weiter Ferne im österreichischen Hard gefragt. Anpfiff der Partie im Kellerduell ist am Samstag, 14. März, um 16 Uhr in der Sporthalle am See Hard.

SG Dunningen/Schramberg

Lea Schranzhofer (Tor), Sophia Staiger (Tor); Lia Ruess, Corinna Kränzler (1), Marina Häsler (4), Manuela Sprich, Alicia Szczesny (3), Maike King (6/3), Marie Lutz (1), Sophia Leopold (9), Klara Franke (6), Celine Preisig (1), Larissa Gökoglu, Josefine Franke, Kathrin Teubert. Betreuer: Dominik Fix, Edona Krasniqi, Jana Meyer, Leonie Boner.

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