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Industrie in Baden-Württemberg: Leichte Erholung – doch Erwartungen sinken wieder

Mehr Umsatz, aber weniger Zuversicht: Die Industrie im Südwesten startet ordentlich ins Jahr – blickt aber skeptisch nach vorn.

Bild von Gerd Altmann
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Die Industriebetriebe in Baden-Württemberg sind mit einem moderaten Plus ins Jahr 2026 gestartet. Doch trotz gestiegener Umsätze und Auftragseingänge hat sich die Stimmung zuletzt deutlich eingetrübt.

Die Unternehmen der baden-württembergischen Industrie haben im ersten Quartal 2026 ihre Umsätze im Schnitt um rund vier Prozent gesteigert. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage des wvib Schwarzwald AG hervor. Im Vorjahreszeitraum hatte das Plus noch bei 2,3 Prozent gelegen, im Gesamtjahr 2025 lediglich bei 0,3 Prozent.

Dennoch zeigt sich kein klarer Aufwärtstrend: Während 44 Prozent der Betriebe steigende Umsätze meldeten, berichteten 48 Prozent von Rückgängen. Damit bleibt die Entwicklung uneinheitlich.

Auch beim Auftragseingang ergibt sich ein gemischtes Bild. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen die Bestellungen um 7,8 Prozent. 47 Prozent der Unternehmen verzeichneten Zuwächse, 30 Prozent hingegen Rückgänge. Für das Gesamtjahr 2025 lag das Plus noch bei 2,4 Prozent.

Trotz dieser teils positiven Zahlen haben sich die Erwartungen der Unternehmen verschlechtert. Nur noch rund 30 Prozent rechnen in den kommenden sechs Monaten mit steigenden Umsätzen – deutlich weniger als noch vor drei Monaten. Gleichzeitig bleibt der Anteil der Betriebe, die mit Rückgängen rechnen, stabil.

Der vom Verband berechnete Geschäftsklimaindex liegt aktuell bei 4,8 Punkten und damit weiterhin im positiven Bereich. Allerdings ist der Wert deutlich gesunken: Vor drei Monaten lag er noch bei 12,6 Punkten.

Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme sieht die Entwicklung kritisch. Zwar seien die Zahlen für das erste Quartal besser als erwartet, doch die Unsicherheit nehme zu. Gründe seien unter anderem geopolitische Risiken sowie strukturelle Probleme am Standort Deutschland.

Dazu zählen aus Sicht des Verbands hohe Energiepreise, steigende Lohnnebenkosten und bürokratische Belastungen. Diese Faktoren erschwerten es den Unternehmen, auf externe Krisen flexibel zu reagieren.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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