SCHRAMBERG  –  Erst vor weni­gen Mona­ten als Nach­fol­ge­un­ter­neh­men von „Charles Vöge­le“ gestar­tet, ist „Mil­ler und Mon­roe“ schon wie­der plei­te. Die Fir­ma Vidrea Deutsch­land, die die Läden von Mil­ler & Mon­roe in Deutsch­land betreibt, habe beim Amts­ge­richt in Hechin­gen einen Antrag auf Insol­venz gestellt, mel­det die „Wirt­schafts­wo­che“.

Die „scho­ckie­ren­de Nach­richt“ sei am Rosen­mon­tag bei den etwa 1800 Mit­ar­bei­tern in den  gut 160 Filia­len bun­des­weit ein­ge­gan­gen:  „Wir müs­sen ihnen mit­tei­len, dass sich die Vidrea Deutsch­land GmbH in einem Insol­venz­an­trags­ver­fah­ren befin­det…“ Eine Stutt­gar­ter Kanz­lei sei als Insol­venz­ver­wal­ter ein­ge­setzt.  

Die Vidrea Mut­ter „Vic­to­ry & Dreams“ Grup­pe hat den Haupt­sitz in den Nie­der­lan­den und betrieb bei der Über­nah­men von Vöge­le schon in den Nie­der­lan­den die Mode­ket­te Mil­ler & Mon­roe – benannt nach der Schau­spie­le­rin Mari­lyn Mon­roe und dem Autor Arthur Mil­ler, so das Han­dels­blatt. Die nie­der­län­di­schen Filia­len der Grup­pe sei­en nicht von der Insol­venz betrof­fen. Schuld an der Insol­venz sei, dass die Lage von Charles Vöge­le bei der Über­nah­me „deut­lich schlech­ter“ als dar­ge­stellt gewe­sen sei, so Geschäfts­füh­rer Lex Hes laut Han­dels­blatt.

Der Insol­venz­ver­wal­ter Jochen Sed­litz hat ange­kün­digt, er wol­le mit sei­nem Team und Geschäfts­füh­rer Lex Hes ein Sanie­rungs­kon­zept erar­bei­ten und mög­lichst vie­le Arbeits­plät­ze und Stand­or­te erhal­ten. „Wir wer­den uns schnellst­mög­lich einen Über­blick ver­schaf­fen und den Geschäfts­be­trieb sta­bi­li­sie­ren. Ers­te Maß­nah­men dazu sind bereits ver­an­lasst. Die Geschäf­te wer­den unein­ge­schränkt fort­ge­führt“, schreibt Sed­litz in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Schild an der Laden­tü­re am Mitt­woch vor Laden­öff­nung, ab 9.30 Uhr ging der Ver­kauf dann aber ganz nor­mal wei­ter.

Die Schram­ber­ger Filia­le  blieb am Fas­nets­diens­tag­nach­mit­tag geschlos­sen. Am Mitt­woch früh hing zwar noch ein Schild „Heu­te geschlos­sen“ an der Laden­tü­re, das Geschäft öff­ne­te aber regu­lär um 9.30 Uhr, wie eine Mit­ar­bei­te­rin der NRWZ berich­te­te. „Wir hat­ten ges­tern ab 15 Uhr geschlos­sen, wie auch die Geschäf­te in der Nach­bar­schaft.” Am Fas­nets­mon­tag sei wegen der Da-Bach-na-Fahrt eben­falls geschlos­sen gewe­sen.

Sie und ihre vier Kol­le­gin­nen wür­den durch­hal­ten, „wir sind ein tol­les Team”, berich­tet die Mit­ar­bei­te­rin. Von der Insol­venz sei­en sie sehr über­rascht gewe­sen. „Von oben” hät­ten sie bis­her nichts neu­es erfah­ren. Bis Klar­heit herr­sche, wie es wei­ter­ge­hen soll, wer­de es wohl noch eine Wei­le dau­ern.