„Keine Kappung ohne Alternative“ – Gäubahn-Städte fordern Erhalt der Verbindung nach Stuttgart

Trotz Stuttgart‑21‑Verzögerung: Gäubahn-Städte wollen keine Zwangspause.

IC auf der Gäubahnstrecke nach Rottweil. Symbol-Foto: Peter Arnegger
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Rottweil. Angesichts der abermaligen Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 fordern die Oberbürgermeister der Städte entlang der Gäubahn, dass die Bahnstrecke bis zur tatsächlichen Eröffnung des neuen Bahnhofs weiterhin direkt an den Stuttgarter Kopfbahnhof angebunden bleibt.

Eine vorzeitige Kappung der bestehenden Verbindung sei aus Sicht der Kommunen „nicht akzeptabel“. Die Städte verweisen auf die bereits heute starke Belastung der Fahrgäste durch Baustellen, Verspätungen und Einschränkungen. Ein zusätzlicher Umstieg, etwa über die geplante Zwischenlösung am Flughafen, würde die Situation weiter verschärfen.

„Die Menschen entlang der Gäubahn sind seit Jahren gebeutelt – durch Baustellen, Unterbrechungen und immer neue Verzögerungen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Solange der neue Tiefbahnhof nicht in Betrieb sei, müsse zumindest der direkte Anschluss an den bestehenden Kopfbahnhof erhalten bleiben. Alles andere wäre eine „zusätzliche Zumutung für Pendlerinnen und Pendler sowie für unsere Wirtschaftsregion“.

Die Oberbürgermeister betonen die Bedeutung der Gäubahn als zentrale Verkehrsachse für Baden-Württemberg. Sie sichere regionale Mobilität, wirtschaftliche Verflechtungen und gesellschaftliche Teilhabe. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten beim Volksentscheid zu Stuttgart 21 auf ein verbessertes Bahnangebot vertraut – umso wichtiger sei jetzt eine verlässliche Übergangsregelung.
Die Stadtoberhäupter aus Böblingen, Herrenberg, Horb, Konstanz, Rottenburg, Rottweil, Singen, Tuttlingen und Villingen-Schwenningen fordern daher eine verbindliche Zusage: Der direkte Anschluss der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof müsse mindestens so lange bestehen bleiben, bis der Tiefbahnhof tatsächlich in Betrieb geht. Nur so ließen sich Verlässlichkeit und Zumutbarkeit für die Bahnkundinnen und -kunden gewährleisten.

Hintergrund: Die Gäubahn und Stuttgart 21

Die Gäubahn verbindet Singen über Rottweil, Horb und Böblingen mit Stuttgart. Im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart 21 soll die Strecke künftig an den neuen Tiefbahnhof und die Flughafenanbindung angebunden werden. Dafür ist vorgesehen, die bestehende Zufahrt in den Stuttgarter Kopfbahnhof zu kappen.

Ursprünglich sollte die neue Verbindung 2025 fertiggestellt sein, inzwischen rechnet die Deutsche Bahn aber erst deutlich später mit der Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs. In der Übergangszeit müssten Fahrgäste zwischen der Gäubahn und Stuttgart voraussichtlich am Flughafen umsteigen – ein Szenario, das viele Kommunen und Pendler als unzumutbar empfinden.

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